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Düsentriebe : Duell um den leistungsfähigsten Business-Jet

  • -Aktualisiert am

Die Gulfstream schafft es in rund 15 Stunden von Arizona nach Singapur. Bild: Reuters

Wer kann am weitesten und schnellsten fliegen? Unter Herstellern von Business-Jets gibt es momentan einen Zweikampf. Einmal um die Welt soll mit zwei Tankstopps zu erreichen sein.

          Wer hat den größten Jet? Das ist ausnahmsweise nicht die wichtigste Frage auf der European Business Aviation Convention Exhibition (EBACE) für Geschäftsluftfahrt, die in Genf vom 21. bis 23. Mai stattfindet. In diesem Jahr elektrisiert ein anderes Thema: Wer kann am weitesten und schnellsten fliegen? Die beiden Geschwindigkeitskönige sind jedenfalls vertreten. Was im Autobereich das Duell zwischen Bugatti und Koenigsegg ist, stellt sich am Himmel ebenfalls als Zweikampf dar. Nach dem Produktionsende der Cessna Citation X+, die mit Mach 0,935 fast Schallgeschwindigkeit erreichte, liegt nun die seit Jahren etablierte amerikanische Gulfstream G650 ER mit maximal Mach 0,925, also rund 1140 km/h, vorn. Die nagelneue Global 7500 des kanadischen Herstellers Bombardier Business Aircraft ist als Herausforderer exakt genauso schnell. Die jeweiligen Flaggschiffe beider Hersteller bieten Platz für bis zu 19 Passagiere und ultimativen Luxus.

          Daher bleibt bei identischer Maximalgeschwindigkeit zur Unterscheidung und auch besseren Vermarktung nur noch die Frage offen, wer am weitesten fliegen kann. Denn eine Maxime in der Luftfahrt besagt: Schnelligkeit ist nichts ohne Reichweite. Sollte also ein Businessjet zum Auftanken auf der geplanten Route landen müssen, verspielt er seinen Geschwindigkeitsvorteil sofort. Ultra-Longrange heißt deshalb das Zauberwort. Mal schnell von New York nach Hongkong, von Frankfurt nach Tokio oder von Dubai nach Sydney, das ist hier gefragt. Daher lieferten sich die beiden nordamerikanischen Hersteller, der Flugzeugbauer Gulfstream aus den Vereinigten Staaten und Bombardier Business Aircraft aus Kanada im Vorfeld der EBACE Genf einen spannenden Wettbewerb, wer weiter fliegen kann und schneller ist.

          Begonnen hat das Duell am 4. März. Bombardiers jüngstes Flaggschiff Global 7500 stellte einen neuen Rekord auf. Genau 15 097 Kilometer nonstop erzielt die Maschine bei einem Flug zwischen Singapur und Tucson in Arizona. Das war die bislang größte Entfernung, die ein Businessjet nonstop zurücklegte. Damit dieser Rekord auch anerkannt werden konnte, musste am Ziel noch genügend Kraftstoffreserve vorhanden sein, wie sie die Geschäftsluftfahrtvereinigung NBAA vorschreibt. Für mindestens 360 Kilometer war also nach der Landung in Tucson noch Kerosin in den Tanks. Allerdings konnten sich die Kanadier nicht einmal vier Wochen über den prestigeträchtigen Erfolg freuen.

          Denn Konkurrent Gulfstream konterte postwendend am 29. März. Die Amerikaner schickten ihr Topmodell, die G650 ER, auf der gleichen Strecke los. Sie flog allerdings von Singapur aus noch einige Kilometer weiter nach Tucson und erreichte deshalb 15 518 Kilometer. Damit nicht genug, war die G650 ER mit 15 Stunden 23 Minuten auch noch 44 Minuten schneller als ihre Konkurrentin. Die Durchschnittsgeschwindigkeit der G650 ER lag, unterstützt von Rückenwind, bei beeindruckenden 1007 km/h. Zwei Tankstopps würden beiden Ultralangstrecken-Jets reichen, um einmal um die Welt fliegen zu können. Sowohl die Global 7500, von der die Formel-1-Legende Niki Lauda im April das erste Exemplar in Europa übernommen hat, als auch die G650 ER werden auf der EBACE präsentiert.

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