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Dieselmotor : Zeit für eine Rettungsgasse

Es ist hohe Zeit, denjenigen, die es erst auf den Verbrennungsmotor und dann auf die individuelle Mobilität abgesehen haben, entschieden entgegenzutreten und der Vernunft eine Rettungsgasse zu bilden. Bild: dpa

Der Diskussion über den Dieselmotor ist jedwede Vernunft abhanden gekommen. Deutschland ist dabei, die nächste Schlüsselbranche preiszugeben. Ein Kommentar.

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          Mit dem Ziel, den CO2-Ausstoß von Personenwagen bis zum Jahr 2030 um 30 Prozent zu senken, war Bundesumweltministerin Svenja Schulze nach Brüssel aufgebrochen, mit minus 35 Prozent kam sie zurück. In Abstimmung mit dem Kanzleramt sei die Verschärfung möglich gewesen, jubelte die SPD-Politikerin, und Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte zustimmend, das Ergebnis schaffe Berechenbarkeit und sei tragbar. Deutschland habe damit in den Verhandlungen nicht blockieren müssen, sondern Brücken zwischen den unterschiedlichen Positionen der Mitgliedstaaten gebaut, behauptete Schulze. Ja klar, Positionen einer Verantwortlichen aus Malta, bekanntlich keine Hochburg der Industrie, und weiterer Mitglieder, die keine Autoindustrie haben. Von einer Regierung, in deren Land zwei Millionen Menschen vom Auto leben, hätten sich nicht nur Mitarbeiter von Daimler, Volkswagen oder BMW mehr Orientierung an der technischen Machbarkeit gewünscht.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Das im EU-Umweltrat verabredete Minderungsziel ist der jüngste Tiefpunkt einer daran reichen Entwicklung der vergangenen zwei Jahre. Die sie befeuernde Diskussion hat jedes Maß verloren, folgt nur noch leicht verfänglichen Argumenten und unterscheidet nichts mehr. Soll doch mal jemand erklären, warum ein schärferes CO2-Ziel ausgerufen wird, zugleich jedoch in einem beispiellosen Feldzug der Dieselmotor wegen seiner Stickoxid-Emissionen als Giftschleuder geächtet wird. Null Emissionen haben nicht mal Elektroautos, weil ihr Strom produziert werden muss.

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