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Elektrofahrräder : Diese E-Bikes sollten Sie kennen

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Voll gefedert: Focus Thron 27R Bild: Hersteller

Mehr Auswahl war nie. Das Elektrofahrrad hat einen nie erwarteten Grad von Vielfalt erreicht. Man muss mehr Probefahrten denn je machen, um sich für das Richtige zu entscheiden.

          Frontmotor, Mittelmotor oder Heckmotor? Ach, wenn es doch nur so einfach wäre! Wenn in diesen Wochen landauf, landab Fahrradmessen stattfinden und Fahrräder auf Outdoor-Messen stehen, ist es immer wieder das gleiche Bild: Grauköpfe in Scharen umdrängen die Elektroräder. In den einschlägigen bunten Kaufberatungsmagazinen bewegen junge, sportlich durchgestylte Radler die Pedelecs, aber das ist überwiegend bloß Wunsch und Werbung. Die noch viel häufigere Wirklichkeit ist: Das Elektrorad kommt etwa gleichzeitig mit der Rente ins Blickfeld und nicht selten auch erst dann, wenn bei Paaren die Kräfte der Partner so weit differieren, dass gemeinsames Radfahren keinen rechten Spaß mehr macht.

          Das Angebot der Fahrradhersteller, von denen nur noch eine Minderheit auf Modelle mit elektrischem Hilfsantrieb verzichten kann, ist so groß wie noch nie zuvor. Sogar modische Bauformen mit begrenztem Praxisnutzen wie etwa das dick bereifte Fatbike werden umgehend mit E-Motoren aufgerüstet. Es gibt Rennräder mit Motorunterstützung, Mountainbikes, Tandems, Lastenräder, Elektro-Trikes, also Fahrräder mit mehr als zwei Laufrädern und Motor und das City-/Trekking-/Shopping-Allerweltsrad in all seinen Varianten mit Akkupack und Motor. Die Frage, wo beides sitzen sollte, ist tatsächlich die so ziemlich am einfachsten zu beantwortende: Für die Fahrdynamik ist ein Mittelmotor und das im unteren Bereich der Rahmenmitte plazierte Mehrgewicht des Akkus am günstigsten.

          Kein Weg führt an Probefahrten vorbei

          Um mal mit dem Gewicht anzufangen: Nur ganz nackte Sport-Pedelecs (oder für den Straßenverkehr nicht ausgerüstete Urban-Bikes) schaffen es, ihr Gewicht in der Nähe der 20-Kilogramm-Grenze zu halten. Viele überschreiten sie auch ohne StVZO-Ausrüstung deutlich. Und je mehr Alltagstauglichkeit an ein vom Trekkingbike abstammendes Mehrzweck-Pedelec geschraubt wird, desto näher rückt die Grenze von 30 Kilogramm. Das muss beim Fahren gar kein Nachteil sein. Es gibt Räder mit zwei Akkupacks, denen man das Mehrgewicht fahrend nicht anmerkt. Aber das Rangieren wird erheblich erschwert. Und so ein pfundiges Rad jeden Tag aus dem sicheren Keller hochwuchten möchte man auch nicht. So kann das Gewicht zu einem entscheidenden Kriterium werden.

          Eine nächste Frage wäre: Will man ein Fahrrad mit Motor oder ein Motorfahrzeug, das ohne die Unterstützung eigentlich nicht denkbar und bloß mit Pedalantrieb auch nur höchst mühevoll zu fahren ist? Da geht es nicht darum, ob das Pedelec bis 25 km/h oder bis 45 km/h unterstützt, und auch nicht darum, ob es sich um ein ohne Treten motorisch bewegtes Kleinkraftrad handelt. Es ist eher eine Frage der Charakteristik: Ist das Pedelec noch ein Fahrrad oder eben nicht? Wird es wieder zu einem gewöhnlichen Fahrrad, wenn man den Akku abnimmt und kräftig in die Pedale tritt? Die Antworten, die ein und derselbe Hersteller mit mehreren Modellen darauf gibt, können ganz verschieden ausfallen.

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          Und wenn nun erste Entscheidungen gefallen sind, es soll zum Beispiel ein alltagstaugliches Rad für den Stadtverkehr und für Einkaufsfahrten werden, wenn sich dadurch der Kreis der in Frage kommenden Räder sowie durch preisliche Vorstellungen und die Marken eines Händlers in der Nähe eingeengt hat, dann wird man im Detail jede Menge Unterschiede finden. Nicht weil in dem einen Rad ein Panasonic-Motor verbaut ist, in vielen anderen aber einer von Bosch, von Suntour, Shimano oder ein eigener wie etwa bei Kalkhoff oder Koga: Man wird Unterschiede finden, selbst wenn die Rahmenformen sehr ähnlich und die Antriebe die gleichen sind. Und deshalb führt kein Weg daran vorbei, ganz gezielt Probefahrten zu unternehmen. Hersteller und Handel haben inzwischen begriffen, dass die Probefahrt zum Kauf überzeugt - oder auch nicht. Die E-Bike-Parcours auf den Messen sind gut, um einen ersten Eindruck zu erhalten. Vernünftige Händler leihen aber Elektroräder aus, damit die Probefahrt unter realistischen Bedingungen stattfinden kann.

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