https://www.faz.net/aktuell/technik-motor/motor/die-zukunft-des-autos-ist-hell-15874161.html

Autobeleuchtung : Die Zukunft des Autos ist hell

Ganz anders sieht es bei der LED aus. Anfang der neunziger Jahre führte die Licht emittierende Diode noch eine unauffällige Existenz als dritte Bremsleuchte, bis Lexus mit dem LS 600h das erste Fahrzeug mit LED-Abblendlicht auf den deutschen Markt brachte. Das war 2007, ein Jahr später folgte Audi mit einem Voll-LED-System und prägte damit nicht nur den lichttechnischen Standard der Automobilbranche, sondern auch das Gesicht der eigenen Marke nachhaltig. Heute gibt es eine ganze Reihe an Modellen mit Voll-LED. Rückleuchten, Blinker, Abblendlicht und Fernlicht können mit den kleinen Dioden die Umgebung illuminieren. Schon eine einzelne 2,5 Watt-LED schafft dabei um die 180 Lumen. Betrachtet man das Scheinwerfersystem als Ganzes, können LED problemlos mit dem Lichtstrom der Xenon-Lampen mithalten.

Gleichzeitig ist ihre Lebensdauer meist länger als die der Autos. Zudem sind sie sparsam und effizient, ihre Energieersparnis liegt im Vergleich zu Halogen- und Glühbirnensystemen bei etwa sechzig Prozent, rechnet der Zulieferer Hella vor. Wenn künftig immer mehr Elektroautos mit knappen Batterieressourcen auf die Straße sollen, werden die genügsamen Dioden sogar noch wichtiger.

Etwa doppelt so viel wie normale LED-Scheinwerfer

Sofern sie nicht vorher von Lasern überstrahlt werden. Die versprechen mehr Lichtintensität und Reichweite auf noch kleinerem Raum, was nicht nur die Techniker, sondern auch die Designer freut. Denn deren Gestaltungsspielraum wird buchstäblich einschränkt, je größer der Platzbedarf der Leuchtsysteme ist. Aus technischer Sicht spricht für die Laser-Scheinwerfer, dass sie punktgenau ausleuchten können. Vor allem bei schnellem Tempo und geraden Strecken ist das verlockend. So sehr, dass BMW und Audi seit 2014 optional Laserlicht anbieten. Zunächst in ihren sportlichsten Modellen, dem i8 und dem R8. Mittlerweile ist die Technik, die im Fernlicht bei höheren Geschwindigkeiten ab 70 km/h dazu geschaltet wird, in immer mehr Modellen verfügbar. Die Münchner Autobauer wollen sie zum Beispiel auch im neuen 3er anbieten, der ab März 2019 auf den Markt kommt. 600 Meter Straße sollen die Hochleistungsspots ausleuchten können, etwa doppelt so viel wie normale LED-Scheinwerfer. Hersteller wie Mercedes und Volkswagen sind dennoch zurückhaltend. Die Technik ist hochkomplex und damit teuer. Wer das Laser-Fernlicht in der R8-Modellreihe dazubuchen möchte, muss 3380 Euro mehr einplanen. BMW lässt sich die Leuchten im i8 mit 6300 Euro bezahlen.

Im Moment sind die sparsamen Dioden ohnehin die vielfältigere Variante – gerade wenn es um die sicherheitstechnischen Facetten geht. Wie Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, passieren nachts oder in der Dämmerung zwar nur 23 Prozent der Unfälle, auch weil das Verkehrsaufkommen zu dieser Zeit niedriger ist. Doch wenn es kracht, dann schwerer als am Tag.

Der Anteil tödlicher Unfälle erhöht sich demnach in der Dunkelheit um die Hälfte, die Wahrscheinlichkeit für Unfälle mit Schwerverletzten um zehn Prozent. Natürlich tragen auch übermüdete oder alkoholisierte Verkehrsteilnehmer dazu bei, dass die Zahlen sind, wie sie sind. Trotzdem ist die Frage nach der Sicherheit bei Nachtfahrten nicht losgelöst von der Frage nach der richtigen Beleuchtung zu beantworten. Reagieren kann nur, wer auch sieht.

Weitere Themen

Topmeldungen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan

Ukraine-Krise : Erdoğan warnt Russland

Die Türkei fürchtet, dass das Schwarze Meer ein „russisches Meer“ werden könnte und unterstützt daher die Ukraine. Dennoch bietet Erdoğan an, zu vermitteln.