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Superyacht

Von WALTER WILLE
Foto: Werft

11.12.2018 · Es boomt in der Welt der ganz großen Yachten. Nichts ist unmöglich. Unternehmen wir einen Streifzug durch die Glitzerwelt.

W ann ist eine Yacht eine Superyacht? Alles über 24 Meter, lautet eine gebräuchliche Definition. Viele in der Branche sehen das aber etwas strenger und verlangen eine Länge von mehr als 30 Metern. Davon gibt es nach einer Aufstellung der „Superyacht Times“ derzeit annähernd 5000 Stück auf der Welt. Der Großteil davon, nämlich mehr als 4000, misst maximal 50 Meter. Rund 600 haben eine Länge zwischen 50 und 80 Metern, gut 120 Exemplare kommen auf mehr als 80 Meter. Segelyachten bilden mit 16 Prozent eine Minderheit, ihr Anteil sinkt.

Was dominiert, sind Motoryachten. Das Wachstum des Bestands hat sich in jüngerer Zeit immens beschleunigt, sowohl was die Stückzahlen betrifft als auch die Größe der Projekte. Nicht zuletzt deutsche Werften profitieren vom Superyacht-Boom. Allein Lürssen hat zurzeit angeblich sieben Yachten von mehr als 100 Meter Länge in Arbeit. 85 der 200 längsten Motoryachten der Welt stammen aus deutschen Hallen, darunter 42 von Lürssen, wie die Zeitschrift „Boote Exclusiv“ nachgezählt hat.

Nicht immer wird mit dem Bau einer Superyacht erst dann begonnen, wenn ein Kaufvertrag geschlossen ist. Manchmal legen Werften auf gut Glück los, spekulieren darauf, während der Bauzeit oder zumindest gleich nach Fertigstellung einen Interessenten zu finden. Auch nicht unüblich: Ein Auftraggeber bestellt eine Yacht in der Absicht, sie nicht selbst zu nutzen, sondern noch vor der Fertigstellung weiterzuveräußern. Und immer wieder treten Werften und Designer mit Konzepten an die Öffentlichkeit, um Neugier zu wecken. Was momentan Stand der Dinge ist und wie weit ins Extrem die Ideen reichen, zeigen einige der hier dargestellten Objekte.


Axt in der Welle

Foto: Werft

Beim Projekt „Adur“ handelt es sich um ein 45-Meter-Geschoss für einen Auftraggeber aus Zentraleuropa, der ein Sportwagenliebhaber und auch auf dem Wasser kein Schleicher ist. Mit 26,5 Knoten (fast 50 km/h) Höchstgeschwindigkeit wird das Schiff weitaus schneller unterwegs als die meisten anderen Yachten dieses Kalibers. Steht ein Inselchen im Weg, wird der schneidige Axtbug es ohne die Notwendigkeit einer Kursänderung zerteilen. Möglich machen das zwei jeweils 3500 PS starke MTU-Zwölfzylinder-Diesel sowie zwei elektrische Booster-Motoren, die über Generatoren zugeschaltet werden können. „Adur“ entsteht komplett in Aluminium auf der Hakvoort-Werft in Monnickendam, die Kiellegung ist für Februar 2019, die Ablieferung fürs Frühjahr 2021 geplant. Dann soll sich die Yacht auf der ganzen Welt tummeln können. Zumindest die Generatoren werden die strengen Stickoxid-Grenzwerte des Tier-III-Regelwerks einhalten, so dass auch sensible Gebiete wie Galápagos oder das Great Barrier Reef angefahren werden können. Der Eigner logiert in einer Suite samt Büro auf dem Hauptdeck und hält drei Gästekabinen auf dem Unterdeck vor. Ein Sportstudio steht bereit und auch ein Zweimann-U-Boot zur Erkundung der Unterwasserwelt am Ankerplatz. Van Oossanen zeichnete den Rumpf, das ebenfalls niederländische Designbüro Omega setzte hier und da ein paar Kurven und Kanten, die an Lamborghini und Aston Martin erinnern sollen. Die Projektleitung liegt bei Ocean Independence, einem der großen Vollservice-Broker, spezialisiert auf Yachtverkauf, -charter, -neubau und -management.

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