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Venice, Carmel und Edison : Spaß auf drei Rädern

  • -Aktualisiert am

Luftig, und schon auch ziemlich lässig: Das Dreirad Venice des amerikanischen Herstellers Vanderhall Bild: Thomas Geiger

Die amerikanische Dreirad-Marke Vanderhall versucht sich in Deutschland. Die Fahrzeuge erinnern an einen Morgan Threewheeler, der Motor ist ein Vierzylinder von GM – und im Cockpit kommen Oldtimer-Gefühle auf.

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          In der Regel ist noch in der Kindergartenzeit das Dreirad passé. Doch für Männer wie Florian Schade fängt der Spaß auf drei Rädern viel später an. Der Autonarr aus Beverungen im Weserbergland will jetzt den Deutschland-Vertrieb des amerikanischen Herstellers Vanderhall übernehmen und alternden Bikern sowie gelangweilten Roadster-Fahrern mit Dreirädern wie dem Venice und dem eine halbe Nummer größeren Carmel die Fahrfreude zurückbringen.

          Beide technisch ansonsten identischen Modelle sind gestrickt wie ein Morgan Threewheeler, haben also vorne zwei und hinten an einer großen Schwinge ein einzelnes Rad. Aber anders als der rustikale Brite sind die Amerikaner etwas größer und entsprechend komfortabler. Weil bei ihnen die Vorderräder angetrieben werden, sind sie viel einfacher und sicherer zu fahren, und Extras wie Sitzheizung oder Soundsystem machen sie ein wenig alltagstauglicher. Seitenscheiben sucht man zwar hier wie dort vergebens, doch hat der Carmel zumindest Türen, auf Wunsch gibt es ein Hardtop.

          Das Fahrgefühl liegt in beiden Autos irgendwo zwischen Motorrad, Retro-Roadster und modernem Ca­brio. Im Cockpit kommen mit Holzlenkrad, Kippschaltern und Fliegerinstrumenten Oldtimer-Gefühle auf. Den Antrieb übernimmt ein alter Bekannter: Unter der Kunststoffhaube steckt ein 1,5 Liter großer Vierzylinder, den Opel noch unter GM-Regie einst für den Insignia entwickelte. Er leistet bis zu 185 PS und kommt getunt sogar auf 250 PS. Bei nicht einmal 700 Kilo Leergewicht hat der Vierzylinder trotz Automatik leichtes Spiel. Weil der Turbo mit seinen Saug- und Fauchgeräuschen ein unglaubliches Spektakel macht, fühlt sich das Dreirad viel schneller an, als es tatsächlich ist. Die Höchstgeschwindigkeit soll gut 200 km/h betragen.

          Fährt sich einfach und sicher, dank des Antriebs an den Vorderrädern. Bilderstrecke
          Venice, Carmel und Edison : Spaß auf drei Rädern

          In Vorbereitung ist zudem das Modell Edison. Das sieht zwar noch immer aus wie ein Oldtimer, fährt aber mit zwei jeweils 71 PS starken Elektromotoren und einem 28,8 kWh großen Akku bis zu 320 Kilometer ohne Auspuffsound und Abgase. Die Preise beginnen mit 32.490 Euro für den Venice, 43.995 Euro für den Carmel und 46.950 Euro für den Edison. Das ist viel Geld für ein Fahrzeug, das ganz auf die Freude am Fahren setzt. Für viele wichtig: Der Aufmerksamkeitswert ist riesig.

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