https://www.faz.net/-gy9-7sukl

S-Klasse von Mercedes-Benz : Das große Staunen hinter dem Stern

Die neue S-Klasse von Mercedes-Benz Bild: Hersteller

Die neue S-Klasse von Mercedes-Benz ist vorgefahren. Schnell verirrt man sich im Bediensystem. Wir haben Ruhe bewahrt und das komplizierte Menü kennengelernt.

          4 Min.

          „Bringt die Leute zum Staunen!“ So oder ähnlich muss die Anweisung für die Designer des Innenraums gelautet haben. In der Tat ist in der neuen S-Klasse von Mercedes-Benz, die im vergangenen Jahr debütierte, vieles zum Staunen, bisweilen wundert man sich. Lernen muss man in jedem Fall, und häufig schüttelt man nach ausgiebiger Erprobung nur den Kopf.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die beiden hochauflösenden TFT-Farbdisplays mit einer Diagonale von jeweils 30,7 Zentimetern sind das wohl beeindruckendste Detail des Innenraums. Links zeigen sich die gewohnten Instrumente wie Tachometer und Drehzahlmesser als digital erzeugte Runduhren mit nachgebildetem Zeiger. Die Helligkeit lässt sich justieren, zudem ist die Beleuchtung in verschiedenen Farbtönen zu verstellen. Auf wundersame Weise reduziert sich die Skala zu einem Dreiviertel-Kreisbogen, wenn man zum Beispiel den Nachtsicht-Assistenten einschaltet.

          Auf dem großen Monitor rechts steuert man Infotainment sowie Komfortfunktionen, und wenn die Anzeigen mit der Splitview-Technik bestellt wurden, lassen sich für Fahrer und Beifahrer unterschiedliche Bildschirminhalte darstellen. Der Fahrer beobachtet die Navi-Karte, der Beifahrer Marietta Slomka im „heute journal“. Die Anzeige rechts – Mercedes-Benz nennt sie das Zentraldisplay – ist in der Regel im Verhältnis 2:1 in einen großen Haupt- und einen kleineren Zusatzbereich geteilt, in Letzterem sind ergänzende Informationen eingeblendet, oder man kann permanent bestimmte Daten wie den Treibstoffverbrauch abrufen.

          Viele Tasten für viele Funktionen

          Und wie bedient man das Ganze? Man bewahre vor allem Ruhe und gönne sich Zeit zum Kennenlernen des Fahrzeugs, es ist kompliziert. Viele Wege sind angelegt, manche davon erweisen sich jedoch als Sackgassen. Brüche im „User Interface“ gibt es zuhauf. An erster Stelle kommt der bekannte Controller zum Einsatz. Kippt man ihn nach oben oder unten, gelangt man in die Comand-Abteilungen, die in einer oberen und unteren Menüzeile wählbar sind. Für den Weg zurück gibt es eine eigene Taste, Hauptmenüs wie Radio oder Navigation haben ebenfalls fest programmierte Tasten. Während die meisten Menüs als viereckige Blätter übereinandergelegt werden, kommen nun kreisförmige dazu, etwa zur Sitzverstellung. Und, oh je, einige Funktionen der Klimaanlage sind ganz ausgegliedert, man ruft sie über eine Taste auf, die nicht „Klima“, sondern „Menü“ heißt.

          Von Audi hat Mercedes-Benz die Idee eines Touchpad übernommen, das nun anstelle der Telefontastatur früherer S-Klasse-Modellreihen schräg hinter und über dem Controller angebracht ist, so dass die Fläche dieser übergroßen Computermaus zugleich als Handablage dient. Wahlweise ruft man damit Befehle auf oder nutzt die Handschrifterkennung, indem man mit dem Finger einen Buchstaben nach dem anderen auf die Fläche malt. Jedes erkannte Zeichen wird vorgelesen, man muss also den Blick nicht von der Straße nehmen. Aber die Erkennung im Audi arbeitet deutlich besser, und mit dem Touchpad und der Gestensteuerung (auch mit zwei Fingern) ist noch eine weitere Bedienebene hinzugekommen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Krankhaftes Sexualverhalten : Wenn die Lust zur Qual wird

          Ahnlich wie Drogen- und Spielsüchtige sind auch Sexbesessene darauf aus, sich stets neue „Kicks“ zu verschaffen. Vielen Patienten könne eine Verhaltenstherapie helfen, sagen Forscher. Ein Lösungsansatz sei aber nur selten von Erfolg gekrönt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.