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S-Klasse von Mercedes-Benz : Das große Staunen hinter dem Stern

Die Monitore: Auch Tachometer und Drehzahlmesser sind digital erzeugt.

Die drei Zusatztasten am hinteren Rand der Fläche sind nicht ertastbar, hier muss man doch wieder den Blick nach unten richten. Der Pluspunkt: Erkennt das System die aufliegende und ruhende Hand, wird es deaktiviert, Fehleingaben sind also nahezu ausgeschlossen. Die dritte Zusatztaste mit Sternchen heißt noch immer Favoritentaste. Früher diente sie bei Mercedes-Benz zur Programmierung einer frei wählbaren Aufgabe. Nun zaubert sie, wer hätte es gedacht, ein weiteres Menüsystem auf den Bildschirm, es besteht aus elf Kacheln. Und dann gibt es übrigens noch ein Audio-Kurzmenü, das von unten her aufploppt, ein weiterer Designbruch.

Kurzum: Mit dem Nutzer-Interface hat es Mercedes-Benz gut gemeint. Es fehlen aber die klaren Linien. Die beste Lösung für Ungeduldige ist die Spracherkennung. Einzelne Funktionen haben wir trotzdem nicht gefunden, auch nicht in der Anleitung. Etwa eine Option, die akustischen Navigationshinweise ein für allemal auszuschalten. Nach jeder noch so kurzen Pause sind sie wieder aktiviert. Auch für den Titelsprung zum nächsten Musikstück gibt es keine eigene Taste mehr. Man muss stets ein Bildschirmmenü aufrufen. Dass selbst in der gedruckten Anleitung immer wieder lapidar auf die digitale Bedienungsanleitung im Fahrzeug verwiesen wird, sei als weiteres Ärgernis nicht verschwiegen.

Comand Online gehört in der S-Klasse zur Serienausstattung, auch die Internetanbindung gelingt im Prinzip ohne zusätzliche Investitionen, wenn das Smartphone über Bluetooth-Tethering und das Pan-Profil verfügt. Das Angebot an Internetdiensten bleibt wie gehabt eher klein, am sinnvollsten ist unseres Erachtens die Online-Suche nach Sonderzielen. Wer eine bessere Mobilfunkanbindung in Regionen mit schwacher Funkversorgung sucht, werfe einen Blick auf das Telefonmodul mit Bluetooth, das über die Außenantenne funkt, den Einsatz der eigenen Sim-Karte erlaubt oder mit dem Bluetooth-Profil Sim Access arbeitet, das jedoch nur selten bei Smartphones anzutreffen ist.

Minimale Ablenkung trotz großer Monitore

Das Surfen geht also aufs eigene Konto, während für die Verkehrsdienste eine separate Sim-Karte fest im Fahrzeug verbaut ist und erstmals bei Mercedes-Benz die Online-Staudaten von Tom Tom zum Einsatz kommen. Drei Jahre lang lassen sich die Verkehrsinformationen unentgeltlich nutzen, danach muss man ein Abonnement abschließen.

Auf dem Touchpad gilt: Malen mit dem Finger

Die Qualität der Daten ist erstklassig. Den Umleitungsempfehlungen nicht zu folgen ist fast immer falsch. Die Verkehrslage wird auch auf der Landstraße und in der Stadt präzise abgebildet, die berechneten Fahrzeiten stimmen. Bisweilen fährt man einen großen Bogen, aber es ist die eingestellte schnellste Route. Hier ist Mercedes-Benz Audi und BMW klar voraus. Die stellen allerdings das Verkehrsgeschehen auf ihren Bordsystemen deutlich besser und in jeder Zoomstufe der Karte dar. Dass es keine Option gibt, die Störungen entlang der Route und in der Nähe auf einen Blick zu sehen, fällt ebenfalls auf.

Unser Fazit nach zwei Wochen in der neuen S-Klasse: Die großen Monitore sind toll, aber nicht alles. Das schönste Zubehör bleibt diskret im Hintergrund und ist nur vom Fahrer zu sehen. Es ist das Head-up-Display, das Fahrinformationen und Navi-Hinweise über der Motorhaube erscheinen lässt. Die Darstellung ist schlicht gehalten, das Wichtige hat man stets im Blick – und die Ablenkung ist minimal.

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