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Die Mercedes-Benz S-Klasse (W 220) als Gebrauchtwagen : Seit Jahrzehnten immer wieder spitze

Die aktuelle S-Klasse kommt nicht mehr so mächtig daher wie der Vorgänger. Das Bild zeigt das Modell vor einem Facelift im Herbst 2002. Bild:

Wenn es einen König der deutschen Automobile gibt, dann ist es die S-Klasse von Mercedes-Benz. Mittlerweile regiert die sechste Generation, und keinem der aufstrebenden Fürsten wie BMW 7er oder Audi A8 ist es bisher gelungen, ihn vom Thron zu stürzen.

          Wenn es einen König der deutschen Automobile gibt, dann ist es die S-Klasse von Mercedes-Benz. Mittlerweile regiert die sechste Generation, und keinem der aufstrebenden Fürsten wie BMW 7er oder Audi A8 ist es bisher gelungen, ihn vom Thron zu stürzen. Mitunter taucht die S-Klasse sogar in der Hitliste der fünfzig meistverkauften Autos in Deutschland auf, vor allem seit endlich wieder Maßhalten angesagt ist und das aktuelle Modell (werksintern W220) schlank und rank geworden ist.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Gegenüber dem mächtigen Vorgänger (W140, gebaut von 1991 bis 1998), der vor allem hierzulande wegen seiner allzu üppigen Formen nicht beliebt war, hat die S-Klasse jetzt wieder eine Statur, die fast schon als grazil bezeichnet werden kann. Trotzdem bleibt sie mit einer Länge von 5,04 Meter ein mächtiges Auto. Das sind immerhin acht Zentimeter weniger als beim W 140, in der Breite gingen drei Zentimeter verloren, vier in der Höhe. Allerdings spürt man im Innenraum davon fast nichts. Lediglich das Platzangebot auf der Rückbank läßt zu wünschen übrig, da sitzt es sich von der Beinfreiheit her fast schlechter als in einem Audi A6 oder gar einem Volkswagen Passat. Dagegen gibt es freilich ein Mittel: einen um 14 Zentimeter verlängerten Radstand, der ausschließlich in die Beinfreiheit investiert wird. Auf dem Gebrauchtmarkt sind solche Autos freilich nicht leicht zu finden, denn "verlängern" kostete rund 12000 Mark Aufpreis und enthielt zusätzlich Lederausstattung, Sitzheizung und ein elektrisches Rollo für das Heckfenster.

          Der Kofferraum faßt 500 Liter, was allenfalls Durchschnitt ist. Eine Durchladeeinrichtung wird nicht angeboten, nur einen Skisack gibt es gegen Aufpreis. Das knappe Gepäckabteil und die eher knappe Beinfreiheit im Fond sind freilich die einzigen handfesten Kritikpunkte, die man am Gesamtkonzept S-Klasse anbringen kann. Sonst ist alles spitze. Selten hat diese Zeitung in Fahrtberichten so geschwärmt wie von diesem Auto. "Die Lenkung ist ein Traum: Sie gehorcht fast schon, bevor ihr befohlen wurde ... Der Wendekreis ist für ein Fünfmeter-Auto erstaunlich klein", hieß es am 9. März 1999. Oder: "Als führe der Wagen auf einem Luftkissen, so schwebt er über die Straße" (28. März 2000).

          Ja, eine Luftfederung ist serienmäßig, im Zusammenwirken mit dem Standard-Antrieb und dem vorzüglichen Automatikgetriebe (eine manuelle Schaltung wird nicht angeboten) ergibt sich ein Fahr- und Federungskomfort, der seinesgleichen sucht. Dazu kommt eine Grundausstattung, die lange nicht so kärglich ist wie früher bei Mercedes-Benz üblich, aber immer noch genügend Spielraum für allerlei Nützliches läßt. Der Fahrer darf sich vor allem bei einer Nachtfahrt wie in einem Flugzeug-Cockpit fühlen, da fast alle Schalter und Hebelchen (es sind sehr, sehr viele) beleuchtet sind. Auch der Tachometer ist illuminiert, mit dieser S-Klasse hat endgültig die Elektronik Einzug ins Auto gehalten. Sie bietet Features, die vor wenigen Jahren noch Zukunftsmusik gewesen waren, wie zum Beispiel Distronic - eine Art Tempomat, der in gewissen Parametern automatisch den richtigen Abstand zum Vordermann hält.

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