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Die KTM Duke 200 : Ein Alltagsmotorrad par excellence

Die KTM Duke überzeugt nicht nur durch ihr Design Bild: Schmidt

Die KTM Duke 200 kennt kaum Schwächen, solange man sie nicht als Sport- oder Reisebike versteht. Für tägliche Ausflüge erfüllt sie, was sie verspricht. Ein Fahrtbericht.

          2 Min.

          Bei unserem Fahrtbericht über die KTM Freeride 350 hatten wir noch bemängelt, dass die Enduro nicht als Alltagsmotorrad taugt. Diese KTM dagegen, die 200er Duke, ist wie geschaffen für die kurzen Wege an die Uni, zur Schule, ins Büro. Oder für den Ausflug ins Eiscafé. Sie kann alles, wofür sonst ein Roller angeschafft wird, mit dem kleinen Nachteil, dass es kein Staufach unter der Sitzbank gibt.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Dafür aber macht das Fahren garantiert doppelt so viel Spaß, und in Sachen Handlichkeit und Beweglichkeit im Stadtverkehr schlägt die KTM jeden Roller um Längen. Ganz abgesehen davon, dass auf der Landstraße ein Motorrad beim Kurvenverhalten jedem Roller überlegen ist.

          Mehr PS als der Vorgänger

          Dazu kommt das provokative Design der KTM, das genau den Geschmack der jungen Leute von heute trifft. Die im vergangenen Jahr vorgestellte 125er-Version, die schon mit 16 Jahren gefahren werden kann (A1-Führerschein) ist auf Anhieb Marktführer in Deutschland geworden und hat sich 2012 bislang weit über 1000 Mal verkauft. Die 200er baut selbstverständlich auf der 125er auf, sie hat aber statt 11 kW (15 PS) immerhin 19 kW (26 PS), die mit den 126 Kilogramm Leergewicht leichtes Spiel haben. Flott schiebt der Einzylinder die Duke an, das Sechsganggetriebe lässt sich perfekt schalten. Zu viel darf man von dem kleinen Motor jedoch nicht erwarten. Auf großer Fahrt kommt die KTM schnell an ihre Grenzen. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 139 km/h angegeben, wir kamen aber über 135 nicht hinaus, und da lief die KTM schon in den Begrenzer.

          Wer auch schwere, deutlich leistungsstärkere Bikes fährt, vermisst auf der Landstraße den Punch, locker schnell mal ein Auto überholen ist nicht immer drin. Hat man dazu noch den zwölfjährigen Filius hintendrauf, spürt man erst recht, wie wenig 26 PS sind. Um einigermaßen flott unterwegs zu sein, muss der Motor dann oft bis ans Limit gedreht werden, dann machen sich plötzlich auch unangenehme Vibrationen in der Gashand bemerkbar, die es im Solobetrieb so nicht gibt, weil man mit weniger Gewicht nicht dauernd das Letzte aus der Maschine herausholen muss.

          Beleuchtete Bedienelemente für Nachtfahrten

          Der Filius berichtet von einem knappen Sozius-Platz, fühlte sich aber sonst recht wohl. Der hintere Teil der Bank lässt sich abnehmen, an der Unterseite hängt das Bordwerkzeug, ansonsten passt aber allenfalls noch ein Paar Reservehandschuhe unter die Bankhälfte. Der Fahrer sitzt sehr gut in der Maschine, die von ihrem Aussehen her als Geländemotorrad einzuordnen ist. Die Sitzhöhe ist dennoch mit 81 Zentimeter eher niedrig, größer Gewachsene müssen die Beine relativ stark anwinkeln, und bei längerer Fahrt meldet sich bald der verlängerte Rücken. Die Spiegel könnten etwas mehr nach außen ragen, sehr hübsch (in der Nacht) sind die beleuchteten Bedienelemente.

          Die kleine Tacho-Einheit ist voll digital, die gefahrene Geschwindigkeit lässt sich gut ablesen, was für den Drehzahlmesser weniger gilt. Das Balkendiagramm ist viel zu klein. Nach dem Dreh mit dem Zündschlüssel wird der Pilot mit den Worten „Ready to race“ begrüßt, wobei man diese Forderung nicht wörtlich nehmen darf, obwohl die Duke für ihr Fahrverhalten, den sicheren Strich in der Kurve und die guten Stopper (vorn wie hinten Scheibenbremsen) nur Lob verdient. Auch der Federungskomfort ist dank der großen Upside-down-Gabel und des Zentralfederbeins gut bis sehr gut. Wer den Auspuff vermisst: Den „versteckt“ KTM unter dem Motorblock. Dass es daher nur eine Seitenstütze geben kann, ist zu akzeptieren.

          Der Tank fasst elf Liter, bei einem Durchschnittsverbrauch von moderaten 3,7 Liter stimmt auch die Reichweite. Richtig interessant wird die 200er-KTM aber mit ihrem Preis. Sie kostet 4395 Euro, nur 400 Euro mehr als die 125er und ist somit eines der günstigsten Einsteiger- oder Every-Day-Motorräder. Die große 690er-Duke (mit ABS) ist gleich 3100 Euro teurer.

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