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Detroit Auto Show : Ford präsentiert sich selbstbewusst

Der Ford Focus auf der Messe Bild:

Der amerikanische Autokonzern Ford Motor Co. strotzt auf der Messe in Detroit vor Selbstbewusstsein. Kleine „Weltautos“, also benzinsparenden Modelle, wie der neue Focus sollen für die Fortsetzung des Aufwärtstrends sorgen.

          Der amerikanische Autokonzern Ford Motor Co. strotzt auf der Messe in Detroit vor Selbstbewusstsein. Der Vorstandsvorsitzende Alan Mulally unterstrich bei seinem Auftritt die Sonderstellung des Unternehmens, das als einziger der drei amerikanischen Autohersteller im vergangenen Jahr ein Insolvenzverfahren vermeiden konnte und keine Staatshilfe in Anspruch nehmen musste. Detroit war auch der Schauplatz für die Vorstellung der nächsten Generation des Kompaktwagens Focus, eines der wichtigsten Modelle aus der Produktpalette des Unternehmens.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Ford hat trotz der Wirtschaftslage im vergangenen Jahr Fortschritte gemacht", sagte Mulally. Das Unternehmen habe weltweit Marktanteile gewonnen. Er wies auch darauf hin, dass Ford im dritten Quartal vergangenen Jahres in allen Regionen der Welt profitabel war. Der Konzern hatte für diesen Zeitraum einen überraschend hohen Nettogewinn von fast einer Milliarde Dollar ausgewiesen. Mit Blick auf den Marktanteil war in den Vereinigten Staaten erstmals seit 1995 wieder ein Anstieg von 14 auf 15 Prozent zu verzeichnen. Die beiden amerikanischen Konkurrenten General Motors (GM) und Chrysler büßten dagegen Anteile ein.

          Das Unternehmen sieht sich weiter zum Sparen gezwungen

          Damit ist Ford aber noch längst nicht aus dem Schneider. Das Unternehmen sieht sich weiter zum Sparen gezwungen. Trotz des jüngsten Quartalsgewinns wollte Mulally auch nicht von seiner bisherigen Prognose abweichen, wonach Ford erst von 2011 an „solide profitabel" sein werde. Ford kämpft zudem mit einer hohen Verschuldung, während GM und Chrysler in ihren Insolvenzen die Schuldenlast deutlich reduzieren konnten.

          Selbstbewusst in Detroit: der Vorstandsvorsitzende von Ford - Alan Mulally

          Ford beschränkte sich auf der diesjährigen Automesse auf die Vorstellung eines einzigen Autos - anders als in den vergangenen Jahren, als zumeist drei oder vier Neuheiten präsentiert wurden. Der in Detroit vorgestellte Focus ist einer der wichtigsten Hoffnungsträger des Unternehmens. Die aktuelle Focus-Version ist sowohl in Amerika als auch in Europa für Ford, gemessen am Absatz, der zweitwichtigste Personenwagen - in Amerika hinter dem Mittelklasseauto Fusion und in Europa hinter dem Kleinwagen Fiesta.

          Geschäft mit kleineren und benzinsparenden Modellen auszubauen

          Der neue Focus, der Anfang nächsten Jahres auf den Markt kommen soll, ist Ausdruck der von Mulally vorangetriebenen Strategie, Autos weitgehend baugleich für die ganze Welt zu entwickeln. Dahinter steht die Einschätzung, dass sich die globalen Vorlieben im Autokauf angleichen. Diese Philosophie wurde schon bei der jüngsten Fiesta-Version umgesetzt. Im neuen Focus werden nach Angaben des Unternehmens 80 Prozent der Bauteile global identisch sein.

          Im Rahmen der Focus-Vorstellung unterstrich Ford auch seine Entschlossenheit, das Geschäft mit kleineren und benzinsparenden Modellen auszubauen. Amerika-Chef Mark Fields sagte, bis zum Jahr 2012 könnte sich der Markt für kleine Autos in der Region um 25 Prozent auf 3,4 Millionen Fahrzeuge ausweiten. Besonders große Wachstumschancen sagt er dabei dem Kompaktwagensegment voraus, in dem sich der Focus bewegt. Bis zum Jahr 2012 nimmt sich das Unternehmen vor, jährlich zwei Millionen Einheiten des Modells zu

          Investitionen von 550 Millionen Dollar angestoßen

          Ford kündigte auf dem Branchentreffen an, weitere 450 Millionen Dollar in ein Werk in Michigan zu investieren, in dem früher vor allem sportliche Geländewagen mit hohem Benzinverbrauch hergestellt wurden. Jetzt soll aber auf kleinere Autos und alternative Antriebe umgestellt werden. Das Unternehmen hatte schon Investitionen von 550 Millionen Dollar in dem Werk angestoßen, um dort den neuen Focus und eine Elektroversion zu bauen.

          Mit dem zusätzlichen Geld sollen Kapazitäten für neue HybridModelle geschaffen werden, die mit einer Mischung aus Elektro- und Verbrennungsmotor laufen. Im Beisein der Gouverneurin von Michigan, Jennifer Granholm, sagte Verwaltungsratschef Bill Ford, die Investition werde 1000 neue Arbeitsplätze in der Region schaffen.

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