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VW Tiguan : Die Trompeten von Jericho

  • -Aktualisiert am

Rennt recht forsch: Das Spitzenmodell des VW Tiguan hat 320 PS. Bild: Hersteller

Dass VW mit dem Tiguan eine große Modellpflege gestartet hat, zeigt die neu geformte Motorhaube mit scharfen Sicken und Kanten. Eine R-Version und einen Plug-in-Hybrid wird es geben.

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          Seit 2016 ist die zweite Generation des Erfolgs-SUVs Tiguan von VW auf dem Markt. Das Mittelklassemodell wird an vier Standorten gebaut, im russischen Kaluga, in Schanghai, im mexikanischen Puebla und im Stammwerk Wolfsburg. Alle 35 Sekunden läuft ein Tiguan von den Bändern, mehr als 2490 Exemplare am Tag. Damit er Europas Nummer-1-SUV bleibt, bekommt er zwar keine Kompletterneuerung, aber eine umfassende Auffrischung und zwei zusätzliche Modellvarianten. Zu den beiden Benzinern und den drei Dieselversionen gesellen sich zum Jahresende ein Plug-in-Hybrid und ein neues Spitzenmodell, der Tiguan R. Die Preisliste beginnt für die herkömmlichen Versionen bei 28.205 Euro, der Plug-in wird vermutlich zum Preis von rund 42.000 Euro, die R-Variante für knapp 60.000 Euro an den Start gehen.

          Vorn ist das SUV dramatischer geworden, sein Kühlergrill deutlich gewachsen. LED-Licht ist rundum Serienausstattung, gegen Aufpreis ist obendrein LED-Matrix-Licht zu haben. Dass VW wirklich eine große Modellpflege gestartet hat, zeigt die neu geformte Motorhaube mit scharfen Sicken und Kanten, es wurden also nicht nur Weichteile wie Stoßfänger und Scheinwerfer modifiziert, sondern es braucht neue Werkzeuge zur Modellierung des Blechs.

          Innen gibt es künftig die mit der jüngsten Generation Golf eingeführte Slider-Bedienung. Drehsteller und Tasten sind auf dem Rückzug, wirklich einfacher macht es der Tiguan seinem Fahrer aber damit nicht. Zumal das neue Multifunktionslenkrad beinahe lückenlos mit berührungssensitiven Schaltflächen besiedelt ist.

          In den Kofferraum passen 615 bis 1655 Liter Gepäck. Bilderstrecke
          VW Tiguan : Die Trompeten von Jericho

          Der Tiguan E-Hybrid bekommt eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 13 kWh bei nahezu gleichen Baumaßen wie der frühere Neun-kWh-Akku. Sie wiegt 135 Kilogramm und reicht für rund 50 Kilometer rein elektrische Fahrt. Der 1,4-Liter-Turbobenziner liefert 150 PS, die Elektromaschine steuert 115 PS bei. Als Systemleistung stehen 245 PS und 400 Newtonmeter Drehmoment bereit. In Zusammenarbeit mit dem Navigationssystem steuert der Computer des Hybriden das Zusammenspiel beider Antriebsmotoren. Etwa dass eine Überlandstrecke bevorzugt mit dem Benziner zurückgelegt wird, um dann in der Stadt vor allem den Elektromotor ans Werk gehen zu lassen und lokal emissionsfrei zu fahren. Geladen wird der Akku an einer Wallbox in drei Stunden und vierzig Minuten, an einer herkömmlichen 230-Volt-Steckdose vergehen dafür etwas mehr als fünf Stunden.

          Auf 420 Newtonmeter Drehmoment bei 2100 Umdrehungen in der Minute und satte 320 PS kommt der Zweiliter-Turbobenziner des Tiguan R. Die sollen sich hören lassen, dafür hat das sportliche Kompakt-SUV eine zweiflutige Auspuffanlage mit Klappenregelung, die im Fahrmodus „Race“ den Trompeten von Jericho ähnelt. Zumindest subjektiv empfunden, denn den Innenraum beschallt ein Aktuator, der dem Piloten im Schalensitz ein ordentliches Getöse vorgaukelt. Der Fahrspaß gewinnt eher durch das um einen Zentimeter tiefergelegte, aktive Fahrwerk, die Aktivlenkung und den Allradantrieb mit einem neu entwickelten Hinterachsgetriebe. Das verteilt die Antriebskraft variabel nicht nur zwischen vorn und hinten, sondern auch zwischen linkem und rechtem Hinterrad.

          Bei allen sportiven Genen beweist der R aber auch Alltagstalente. Bis zu zwei Tonnen darf er anhängen, einen Gespannfahrten unterstützenden Trailer-Assistenten gibt es gegen Aufpreis, und in den Kofferraum passen schöne 615 bis 1655 Liter Gepäck.

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