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Jeep Wrangler : Er grünt so grün

Strom und Drang: Der Wangler sammelt Kraft Bild: Hersteller

Jeep will grüner werden, also gibt es jetzt auch den Urvater aller Geländewagen als Hybrid. Was kann der Wrangler PHEV?

          2 Min.

          Wenn alles umweltfreundlicher werden möchte, soll Jeep nicht hintanstehen. Jüngst wurde der Plan bekanntgegeben, zum grünsten Hersteller von Geländewagen zu werden. Nach den weichgespülten Modellen wie dem Renegade hat es kürzlich den Naturburschen im Programm erwischt, der Wrangler wurde elektrifiziert. Nun ist der Liebhaber des automobilen Urgesteins Kummer gewohnt, er musste bei der Neuauflage statt eines dicken V 8 einen schlanken Vierzylinder mit nur zwei Liter Hubraum hinnehmen, der aber im Test vor zwei Jahren eine gute Figur abgab. Das 270 PS starke Aggregat wurde nun also um eine Ladebuchse und eine nominell 17,3 kWh fassende Batterie erweitert, außerdem kam zwischen Benzinmotor und Getriebe ein Elektromotor, der 107 kW leistet. Beide zusammen addieren sich zu einer Systemleistung von 380 PS.

          Lukas Weber
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Kann das gutgehen? Die Beschleunigung auf 100 km/h verkürzt sich um eine Sekunde auf 6,4, aber auch der normale Wrangler geht schon gut. Der 4xe getaufte PHEV kann rein elektrisch fahren, mehr als 40 Kilometer Reichweite sollen möglich sein. Sie schrumpft auf wenige Kilometer, wenn man mit 130 kmh unterwegs ist, mehr geht elektrisch nicht. Wir kamen sanft dahinrollend 48 Kilometer weit, das Geräusch zum Fußgänger erschrecken erinnert dabei an Bremsscheiben mit Flugrost.

          Das Nachladen mit 230 Volt oder an der Wallbox ist dann etwas ernüchternd: 15,7 kWh nahm der Lithium-Akku auf, woraus sich folgern lässt, dass die Angabe im Prospekt einen Puffer für die Hybrid-Fahrt einschließt und dass der elektrische Minimalverbrauch jenseits der 30 kWh liegt. Erfreulich ist aber, dass der Elektromotor ausreichend kräftig wirkt, sodass nicht beständig der Drang entsteht, mit einem beherzten Gasstoß den Verbrenner zur Hilfe rufen zu müssen.

          Grün ist vor allem die Farbe des Geldscheins

          Im Verein mit der Achtgang-Automatik kann das Zusammenspiel der Kräfte weitgehend überzeugen, der Fahrer muss sich freilich daran gewöhnen, dass der Elektromotor sofort antritt und sich der Benziner erst nach einem kurzen Turboloch heftig zur Arbeit meldet. Der Wrangler beteiligt die Motoren so, wie er es gerade für richtig hält, überflüssige Programme für dies und das gibt es nicht. Was im Antrieb geschieht, lässt sich im Display abrufen, besonders übersichtlich ist die Anzeige indes nicht. Rekuperation ist in zwei Stufen möglich, außerdem gibt es eine Taste, mit der sich der Batteriestand halten oder laden lässt. Für Leute, die sich am ständigen Gewusel durch die Gänge stören, empfiehlt sich der manuelle Modus. Denn im Verein ist der Antrieb extrem elastisch. Schon aus kaum mehr als der Leerlaufdrehzahl lässt sich im große Gang beschleunigen, er reicht dann von 70 bis 180 km/h.

          Und der Verbrauch? Gemütlich auf der Landstraße und mit leerer Batterie unterwegs ist es möglich, mit knapp 10 Liter hinzukommen. Das liegt hauchzart unter dem, was wir mit dem reinen Benziner verbraucht haben, allerdings war das die kurze Ausführung, und der Hybrid, den es nur lang gibt, ist viel stärker. Grün ist also am neuen Modell weiterhin vor allem die Farbe des Geldscheins, den man für eine Tankfüllung hinlegen muss.

          Auf der Autobahn stemmt der Wrangler seine aufrechte Scheibe in den Fahrtwind, der Verbrauch steigt rasch: Wenn der Tacho 150 zeigt, sind es 16 und bei Höchstgeschwindigkeit 25 Liter. Dafür ist der Wrangler nicht gemacht, er hat den Geradeauslauf eines Rennboots. Die Treffgenauigkeit steigt etwas, wenn von Hinterradantrieb auf Allrad umgeschaltet wird, da sich dann auch die Kurvensicherheit erhöht, gibt es keinen Grund, es nicht zu tun.

          Der Elektromotor kommt dem Hybrid auch im Gelände zugute, er ist der bessere Wrangler. Allerdings kostet er in der Ausführung Sahara 69.500 Euro, Jeep lässt sich demnach den Zusatzschub mit 10.000 Euro Aufpreis bezahlen. Wir meinen fast, es lohnt sich.

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