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Toyota : Corolla klingt dolla

Eine von drei Karosserievarianten: Der Kombi heißt Touring Sports. Bild: Hersteller

Toyota holt den alten Namen zurück und setzt den Schwerpunkt auf Hybrid. Drei Karosserievarianten stehen zur Auswahl. Die schickste Variante ist für viele die Limousine.

          In Japan gibt man sich eher bescheiden. Und so wird nur beiläufig erwähnt, dass der Corolla das meistverkaufte Auto der Welt ist. Gut 46 Millionen Toyota mit dieser Typenbezeichnung sind seit 1966 verkauft worden, und so richtig hat auch niemand verstanden, warum 2006 zumindest in Europa der Corolla dem Auris weichen musste. Jetzt aber ist der Name Corolla wieder da, und Auris wird aufs Altenteil geschickt. Kleiner Exkurs: Je nach Argumentationsweise ist natürlich der VW Golf das meistgebaute Auto der Welt. Der Corolla wurde in der Zeit komplett verändert, wechselte zum Beispiel von Hinterrad- auf Frontantrieb.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Zurück zum Corolla von heute: Von Anfang April an steht der kompakte Golf-Konkurrent in drei Karosserieversionen bei den deutschen Händlern, als Hatchback, als Limousine und als Kombi. Die Preise beginnen bei 20.990 Euro für das 4,37 Meter lange Schrägheckmodell mit 1,2-Liter-Motor und 116 PS. Dieses Triebwerk – zunächst stets gepaart mit einem manuellen Sechsganggetriebe – wird auch für den Kombi (Touring Sports) angeboten, nicht aber für die Limousine (Sedan).

          Diese wird in Deutschland ohnehin nur eine Nebenrolle spielen, und sie ist auch nur mit der schon aus dem Prius bekannten 1,8-Liter-Hybrid-Maschine zu bekommen, in der eine Kombination aus Benzin- und Elektromotor maximal 122 PS zur Verfügung stellt. Mit diesem Motor kostet der Corolla schon mindestens 27 290 Euro in der Comfort-Ausstattung. Wer noch 2000 Euro drauflegt, bekommt ein neues Hybridtriebwerk, das immerhin 180 PS auf die Vorderräder bringt. „50 Prozent mehr Leistung bei nur zehn Prozent mehr Verbrauch“, verspricht Toyota. Angegeben ist der starke Hybrid mit einem Kraftstoffbedarf von 3,7 Liter auf 100 Kilometer.

          Der Kombi von hinten. Bilderstrecke

          Toyota Deutschland erwartet, dass fast vier Fünftel aller Kunden einen der beiden Hybridmotoren bestellen werden. So hoch sei auch die Hybrid-Quote des Auris gewesen. Mit der Hybridtechnik einher geht ein stufenloses CVT-Getriebe, das in der 180-PS-Kombination ansatzweise so etwas wie Fahrspaß bietet, während der 122-PS-Hybrid den Schwerpunkt eindeutig auf die schlichte Fahrt von A nach B legt. Einen Dieselmotor gibt es nirgends auf der Welt im neuen Corolla, wohl aber einen 1,6-Liter-Benziner mit 132 PS für den Sedan, jedoch nicht in Deutschland. Sedan und Kombi sind mit 4,63 oder 4,65 Meter deutlich länger als der Hatchback, beide bieten mit einem Radstand von 2,70 statt 2,64 Meter auch deutlich mehr Platz auf der Rückbank. Rechnerisch passen 471 Liter Volumen in den Kofferraum der Limousine, der Kombi trumpft mit 598 und maximal 1606 Liter auf. Dagegen kann der Hatchback mit 361 oder nur 313 Liter beim 2,0-Liter-Hybrid nicht mithalten.

          Auch der neue Corolla steht auf der TNGA-Plattform (F.A.Z. vom 12. Februar), er wurde in Europa für Europa entwickelt. Gebaut werden die EU-Modelle in Burnaston in England, der Sedan kommt aus der Türkei. Die japanischen Modelle unterscheiden sich leicht von den hiesigen Corolla.

          Hinsichtlich aktiver und passiver Sicherheit ist der neue Toyota auf der Höhe der Zeit. Das Pre-Crash-Safety-System wurde überarbeitet, ein adaptiver Tempomat ist generell serienmäßig, es gibt unter anderem Verkehrszeichenerkennung, eine Rückfahrkamera und einen Spurhalteassistenten. Die Karosserie ist dem Hersteller zufolge 50 Prozent steifer als bisher und bietet einen verbesserten Fußgängerschutz.

          Im Design setzt auch der Toyota Corolla auf viele Kanten und Sicken, der Schickste aus dem Trio ist für viele die Limousine. Auf diesem Gebiet hat Toyota bald noch mehr Neues zu bieten. Auch der Camry, der eine Stufe über dem Corolla plaziert ist, feiert noch in diesem Jahr sein Comeback. Er ersetzt den Avensis.

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