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Der neue VW Touareg : Mit dem Flaggschiff zuerst nach China

Nahezu alles ist neu im Touareg Bild: Hersteller

Volkswagen feiert die Premiere des neuen Touareg in Peking. Im China ist dieser SUV ein Luxusgut. Nach Deutschland kommt der Touareg im Sommer.

          2 Min.

          China ist nicht nur der größte Automarkt der Welt, er ist auch der wichtigste Markt für VW. Von den 6,23 Millionen Fahrzeugen, die von der Marke Volkswagen im vergangenen Jahr abgesetzt wurden, waren etwas mehr als die Hälfte für den chinesischen Markt bestimmt. Mit einem Anteil von 13 Prozent ist Volkswagen Marktführer. Und obwohl die daraus entstehenden Gewinne mit den chinesischen (Zwangs-)Partnern geteilt werden müssen, erwirtschaftet VW dort absolut gesehen mehr Gewinn als im Rest der Welt.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Da wundert es kaum, dass der neue Touareg, der seit dem Abschied vom Phaeton das Flaggschiff der Wolfsburger ist, seine Weltpremiere in Peking feiern durfte. Zumal die Hälfte aller verkauften Touareg nach China geht – trotz 40 Prozent Einfuhrsteuer. Im Reich der Mitte ist der Touareg ein Luxusgut. Gleichzeitig ist er die Speerspitze für eine neue SUV-Offensive. Bis zum Jahr 2020 soll das Angebot von heute drei SUV (Tiguan, Touareg, Terramont) auf zwölf erweitert werden. Grund: Noch mehr als der Rest der Welt ist der chinesische Kunde verrückt nach den Soft-Geländewagen. Der Marktanteil ist von 13 Prozent im Jahr 2012 auf jetzt 45 Prozent gestiegen. Und in China wurden im letzten Jahr 23,9 Millionen Neuwagen verkauft, zu 60 Prozent an Kunden, die zum ersten Mal ein Auto kaufen.

          Hierzulande kommt das große VW-SUV im Sommer auf den Markt. Konkrete Preise stehen noch nicht fest, losgehen dürfte es bei Tarifen um die 60 000 Euro. Dafür ist klar, dass für die dritte Generation des seit 2002 verkauften SUV kein Stein auf dem anderen bleibt. Nahezu alles ist neu, das Design, das Innenraumkonzept, die Konnektivität und auch weite Teile der Technik.

          Allradantrieb und Achtgangautomatik sind obligatorisch Bilderstrecke
          Allradantrieb und Achtgangautomatik sind obligatorisch :

          Allradantrieb und Achtgangautomatik sind obligatorisch, Allradlenkung und Luftfederung gibt es optional. Das Gewicht wurde durch eine Mischbauweise (48 zu 52 Prozent) aus Aluminium und Stahl um 106 Kilogramm reduziert. Gefertigt wird der Touareg nach wie vor in Bratislava, zusammen mit dem Audi Q7 und dem Porsche Cayenne und bald dem Audi Q8. In Europa sind zunächst zwei V6-Diesel mit 231 oder 286 PS im Angebot, dazu ein V6-Benziner mit 340 PS. Alle haben drei Liter Hubraum. Die gebotenen Drehmoment-Bestwerte belaufen sich auf 500, 600 und 450 Newtonmeter. Gar 900 Nm bietet ein 4,0-Liter-V8, der 421 PS leistet und später nachgereicht wird. Zunächst nur für China ist ein Plug-in-Hybrid mit einer Systemleistung von 367 PS vorgesehen. Wann der Teilzeit-Stromer nach Europa kommt, steht noch nicht fest. Wie bisher darf der Touareg 3,5 Tonnen schleppen, die Anhängerkupplung lässt sich jetzt elektrisch aus- und einfahren. Die Allradlenkung, die beim Rangieren die Hinterräder um bis zu fünf Grad gegenläufig einschlägt, verkürzt den Wendekreis um einen Meter auf 11,20 Meter.

          In der dritten Generation wächst der Touareg moderat um sieben Zentimeter auf eine Länge von 4,89 Meter, das Kofferraumvolumen steigt von 697 auf beachtliche 810 Liter. Geradezu revolutionär ist das Cockpit. Die digitalen Instrumente (12-Zoll-Display) und das Infotainment-System mit 15-Zoll-Bildschirm verschmelzen zu einer Einheit, die nahezu ohne klassische Schalter und Tasten auskommt. Dank einer serienmäßigen E-Sim-Karte ist es möglich, ständig online verbunden zu sein, wie VW nicht müde wird zu betonen. Allerdings kosten digitale Instrumente Aufpreis.

          Während einer ersten Sitzprobe macht der Innenraum einen qualitativ hochwertigen Eindruck. Das optionale Panorama-Schiebedach hat eine Fläche von gut einem Quadratmeter und ist das bisher größte in einem VW je verbaute. Aber auch bei den Assistenzsystemen tut sich eine Menge. Auch hier gilt: Noch kein VW zuvor bot eine solche Fülle an elektronischen Helfern. Hervorgehoben seien der Nachtsichtassistent, das LED-Matrix-Licht, das Head-up-Display, der Anhängerassistent sowie der Stau- und Baustellenassistent, der teilautonomes Fahren bis zu 60 km/h ermöglicht.

          Ohne Frage ist Volkswagen nach 33 Jahren Engagement in China weit gekommen. 1985 wurde das erste Werk in Schanghai eröffnet, zum Bau des Santana, der so etwas für die Chinesen wurde wie für Deutschland der VW Käfer. „Volkswagen gründet Tochtergesellschaft in Rotchina“, titelte diese Zeitung am 11. Oktober 1984. Das war fünf Jahre vor dem Fall der Mauer.

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