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Neuer VW Multivan : Life und Style

  • -Aktualisiert am

Mehr Design, weniger Vielfalt: Neuer VW Multivan T7 Bild: Hersteller

Der VW Multivan startet in siebter Generation Richtung Freizeit und Freiheit.Wer aber einen California will, muss beim bisherigen Modell bleiben.

          3 Min.

          T6.1 heißt die noch aktuelle Generation des Flaggschiffs von Volkswagen Nutzfahrzeuge. 2015 kam sie als T6 auf die Straßen, wurde kurz darauf als T6.1 marginal gepflegt, war aber im Grunde nicht viel mehr als eine optische und technische Auffrischung des T5. Und der war bereits im Jahr 2003 auf die Reise gegangen. Nun aber steht ein echter Modellwechsel an, und das ist deutlich sichtbar. Die Wege jedoch trennen sich. Der T7 wird als Multivan für private Kunden und gewiss auch gewerbliche Personentransporte oder Shuttledienste seine Runden drehen. Für den wirklich harten Einsatz im Baugewerbe oder in der Landwirtschaft bleibt der T6.1 weiter im Programm. Starten soll der Neue in der zweiten Jahreshälfte 2021, zu welchen Preisen, ist noch nicht bekannt. Billiger wird er nicht werden und so auch in Zukunft finanziell am oberen Ende der Modellvielfalt in dieser Klasse rangieren.

          Der T7 wandelt im Rahmen der Funktionalität die Form. Seine Frontscheibe ist stärker geneigt als bisher, die Motorhaube flacher und länger, der Bug runder, es gibt mehr Ähnlichkeiten mit dem jüngsten Caddy als mit dem immer noch begehrten Vorgänger. Ein Leuchtenband zieht sich als Tagfahrlicht horizontal quer über den Bug. Die Rückleuchten orientieren sich horizontal und sind schmal gehalten.

          In seinen Dimensionen hat der neue Multivan ordentlich zugelegt. Im Vergleich zum vorherigen ist er um 3,7 Zentimeter breiter geworden und misst ohne Außenspiegel 1,94 Meter. Der Radstand wurde um 12,4 Zentimeter auf 3,12 Meter und die Karosserie um 6,9 Zentimeter auf 4,97 Meter verlängert. Verändert hat sich außerdem die ehemals völlig ebene Dachform, sie sinkt jetzt nach hinten leicht ab und endet in einer dezenten Spoilerlippe am Heck. Das Ladevolumen schränkt dies kaum ein, bis zu 4053 Liter passen in den Raum hinter den Vordersitzen, immer noch 470 Liter sind es hinter der letzten Sitzreihe. Auch die bisherige Langversion findet sich im T7 Multivan wieder. Sie streckt sich bei jetzt allerdings identischem Radstand auf 5,13 Zentimeter und ist damit 13 Zentimeter kürzer als die bisherige Variante.

          Der Radstand wurde um 12,4 Zentimeter auf 3,12 Meter und die Karosserie um 6,9 Zentimeter auf 4,97 Meter verlängert. Bilderstrecke
          Vorgestellt : Neuer Multivan von VW

          Bis zu 19 Zoll große Leichtmetall-Schmiederäder und eine um drei Zentimeter verbreiterte Spurweite lassen den T7 satt auf der Straße stehen. Eine Zweifarbenlackierung, die gekonnt mit den Proportionen spielt, ist weiterhin im Angebot, außerdem bis zu 29 Fahrerassistenzsysteme und eine Audioanlage von Harman Kardon mit 800 Watt Leistung. Neu geordnet hat VW die Nomenklatur der Ausstattungen. Statt Trendline und Highline klassifizieren künftig die Begriffe Life und Style die verschiedenen Varianten.

          Der neue Multivan baut auf dem Baukasten der MQB-Plattform von VW auf, die auch dem Golf eine Basis schafft. Innen setzen sich die Gemeinsamkeiten mit dem Personenwagenprogramm von Volkswagen fort. Die Schalttafel verdient ihren Namen nicht mehr, Monitore mit berührungssensitiven Bildschirmen ersetzten ähnlich wie im Golf weitgehend die Schalter- und Tasten-Landschaft des bisherigen Bulli. Ein 10,25 Zoll großer Bildschirm stellt das Cockpit dar und ist weitgehend frei programmierbar. Rechts daneben dient ein Touchscreen mit zehn Zoll Diagonale zur Steuerung des Infotainmentsystems.

          Mehr Platz gibt es im Fahrerhaus

          Im Heck sind zwei überbreite Einzelsitze eingebaut oder auch ein variables Sitztrio. Auf Führungsschienen lässt es sich getrennt voneinander bis nach vorne schieben, um das Laderaumvolumen an die Transportaufgaben anzupassen. Und dank einer Gewichtsreduktion auf jeweils 23 Kilogramm sind die Sitze nun einfacher und flinker als bisher auszubauen. Mehr Platz gibt es im Fahrerhaus, der Handbremshebel ist verschwunden und wird durch eine elektrische Parkbremse ersetzt. Dies macht den Gang zwischen den Sitzen nach hinten bequemer. Ins Innere gelangen die Passagiere durch die beiden weit aufschwingenden vorderen Türen oder die Schiebetüren hinten, die immer im Duo und elektrisch öffnend und schließend mit von der Partie sind.

          Zwei Turbobenziner mit 136 und 204 PS sowie ein Diesel mit 150 PS stehen beim Start zur Wahl, außerdem im Angebot ist ein Plug-in-Hybrid mit einer Systemleistung von 218 PS. Unter Strom soll der mit seinem 13 kWh Lithium-Akku gut 50 Kilometer Strecke schaffen. Später gesellt sich ein weiterer Dieselmotor mit höherer Leistung dazu, eine rein elektrische Version ist nicht vorgesehen. Wer nur elektrisch fahren will, muss sich bis zum Jahr 2022 gedulden und auf den Elektro-Van ID. Buzz warten. Den Komfort des schaltfreien Fahrens können Multivan-Besitzer allerdings ebenfalls genießen. Serienmäßig bekommen alle T7 ein automatisches Doppelkupplungsgetriebe mit sechs oder sieben Gängen.

          Den Multivan gab es zum ersten Mal als T3, damals noch mit Heckantrieb, und der stand wie der VW Transporter schon immer für Fernweh und Abenteuerlust. Stets war er der Weltenbummler unter den Fahrzeugen und auf keinem Kontinent unbekannt. Es gibt gewiss wenige Menschen, die nicht ein Gros ihrer Erfahrungen auf Reisen oder im Alltag mit dem bis dato wohnlichsten Volkswagen gemacht hatten. Seit 1950 war der Bulli (eine Abkürzung für Bus und Lieferwagen) nicht nur das Vehikel für den Transport des Wirtschaftswunders, sondern auch für Freiheit und Freizeit. Für Campingfreunde bleibt unterdessen alles wie gehabt, eine California-Version mit Wohneinrichtung ist für den T7 nicht geplant. Diese Zielgruppe wird weiter zum T6.1 greifen müssen.

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