https://www.faz.net/-gy9-7rmz1

Vorstellung in Berlin : Der neue Smart feiert Weltpremiere

Der neue Smart, hier vor dem Tempodrom in Berlin Bild: Schmidt

Der neue Smart Fortwo und der viersitzige Forfour feiern in Berlin Premiere. Daimler-Boss Dieter Zetsche und Smart-Chefin Annette Winkler stellten die neuen Kleinen vor.

          3 Min.

          Großer Bahnhof für ein kleines Auto: An diesem Mittwoch Abend feiert die neue Generation des Smart Fortwo im Berliner Tempodrom vor knapp 1000 geladenen Gästen seine Weltpremiere. Daimler-Boss Dieter Zetsche und Smart-Chefin Annette Winkler fahren einen Wagen ins Rampenlicht, bei dem nur auf den ersten Blick alles gleich geblieben ist: Motor und Antrieb hinten, zwei Sitze, 2,70 Meter lang, zweiteilige Heckklappe. Neu ist schon mal  die Wiederauflage einer viersitzige und viertürigen Version (Forfour), die 3,50 Meter misst und gemeinsam mit dem Renault Twingo in Frankreich vom Band läuft.

          Boris Schmidt
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Trotz der Kooperation mit den Franzosen gleichen sich Forfour und Twingo weder äußerlich noch im Innenraum. Allerdings haben auch die beiden Smart keine Karosserie-Gleichteile, sie sprechen aber die selbe Design-Sprache. Der Ur-Smart wird weiterhin in Hambach in Lothringen produziert. Auch beim Viertürer sind Motor und Antrieb hinten.

          Daimler-Designchef Gorden Wagener sagte im Gespräch mit FAZ.NET, der neue Smart bleibe zwar ein Smart, es folge aber ein größerer Designschritt als bei dem Wechsel von der revolutionären ersten (1998) zur zweiten Generation (2006). Die dritte Generation soll eine neue Ära begründen. Wagener spricht jetzt nicht mehr von einem One-Box-Design, sondern benutzt den Begriff „One-and-a-half-Box“.

          Er meint damit die kleine Nase, die der Smart jetzt vorn hat. Außerdem tritt der Stadtwagen energischer auf. „Er lächelt immer noch sympathisch, folgt aber nicht mehr so sehr dem Kindchenschema und sieht erwachsener aus.“ Der neue Smart ist zehn Zentimeter breiter als der alte. Das sei im Automobilbau eine Welt und eröffne neue Möglichkeiten. Er stehe viel selbstbewusster auf der Straße.

          Es bleibt aber beim Designmerkmal der Tridion-Sicherheitszelle, und der Smart Fortwo hat auch noch die Bodypanels aus Kunststoff. Von der Idee, diese von Zeit zu Zeit zu tauschen, um dem Wagen ein neues Aussehen zu geben, so wie es Smart einst selbst propagiert hatte, ist man inzwischen abgekommen. In der Praxis hat das kaum jemand gemacht. Und derlei widerspreche dem Gedanken, alles einfach, aber trotzdem auf Premium-Niveau zu halten. So wie beim iPhone von Apple eben. Beim Kauf gibt es jetzt die Wahl zwischen insgesamt 40 Kombinationsmöglichkeiten zwischen den Bodypanels und der Tridion-Zelle.

          Der Smart Forfour bietet naturgemäß mehr Platz für Passagiere und Gepäck, und er hat eine einteilige Heckklappe. Die beiden hinteren Türen lassen sich fast im 90-Grad-Winkel öffnen. Das Kofferraumvolumen beträgt 185 Liter (Fortwo: 260 Liter), maximal passen in den Forfour 975 Liter.

          Verkaufsstart im November

          Zum Start im November werden für den Smart zwei Dreizylinder-Motoren zur Wahl stehen. Beide sind Benziner, einen Diesel gibt es nicht mehr, die elektrische Variante auf Basis des neuen Smart kommt ebenso später wie eine offene Version. Geschaltet wird entweder manuell (5 Gänge) oder per Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Beides ist ebenfalls neu. Der Einliter-Dreizylinder ohne Turbounterstützung bietet 71 PS, mit Turbo gibt es 90 PS – aus 0,9 Liter Hubraum. Weniger Monate nach der Premiere komplettiert ein 60-PS-Basismotor das Angebot. Besonders stolz ist man bei Smart auf den kleinen Wendekreis von 7,30 Meter beziehungsweise 8,95 Meter.

          Weil der Smart vielleicht das Auto ist, das am besten zu der jungen Generation passt, die eigentlich nichts mehr vom Auto wissen will, kann die elektronische „Aufrüstung“ nicht groß genug sein: eine umfassende Smartphone-Integration, die aus den neuen Mercedes-Modellen bekannte Echtzeitnavigation und Multimediasysteme auf der Höhe der Zeit sowie auf den Smart zugeschnittene Apps.

          Unter 11.000 Euro

          Der Preis für den neuen Smart wird unter 11.000 Euro liegen, der Viertürer kostet bei gleicher Motorisierung 600 Euro mehr. Das ist wenig, schließlich nimmt Volkswagen allein für zwei Türen mehr beim Golf 900 Euro. Der Renault Twingo hat einen Basispreis von 9950 Euro. Der Innenraum des Smart ist in weiten Teilen neu, es gibt drei Ausstattungslinien (Passion, Prime und Proxy), die vielfältigen Raum zur Individualisierung lassen. Alle Smart haben eine umfangreiche Sicherheits- und Komfortausstattung mit Dingen wie Tempomat und elektrischen Fensterhebern.

          Der Smart ist seit 1998 auf dem Markt, die ersten Modelle sind somit schon Youngtimer. Er war nicht immer unumstritten und nicht unbedingt ein großer monetärer Erfolg für Daimler. Immer wieder gab es Gerüchte, die Produktion werde eingestellt. Jetzt aber hat Daimler neue 200 Millionen Euro ins das Werk in Hambach investiert. Die gemeinsame Produktion des Viertürers zusammen mit Renault ist schon an sich bemerkenswert. Von Renault  wird es aber keinen Zweisitzer geben, der bleibt Daimler vorbehalten.

          Die Idee zu dem City-Mobil hatte ursprünglich der Erfinder der Swatch-Uhr, Nicolas Hayek (1928 bis 2010). Bis heute wurden mehr als 1,5 Millionen Einheiten des Zweisitzers verkauft. Auch der Smart Forfour hat einen Vorgänger. Unter diesem Namen verkaufte Smart von 2004 bis 2006 einen 3,75 Meter langen Viertürer, der gemeinsam mit dem Mitsubishi Colt in den Niederlanden gebaut wurde.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ellbogencheck: Boris Johnson und Angela Merkel im Juli dieses Jahres.

          Briten zur Bundestagswahl : Da herrscht das Chaos

          In Großbritannien blickt die Presse nicht allzu hoffnungsfroh auf die Bundestagswahl. Das hat viel mit dem kritisch betrachteten Erbe von Angela Merkel zu tun.
          Die Deutschen hängen an ihrem Bargeld. Doch immer mehr junge Menschen legen ihr Geld in Aktien an.

          Deutsche und ihr Vermögen : Der lange Abschied vom Sparkonto

          Das Geldvermögen der Deutschen ist groß wie nie. Die Sparer haben ihr Geld aber über die Jahre umgeschichtet. Vor allem bei Jüngeren gibt es einen bemerkenswerten Effekt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.