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Der neue Audi A8 : Kommunikation vom Feinsten

Führt um den Stau herum zum Ziel: MMI im neuen Audi A8 Bild:

Kaum ein anderes Bediensystem hat so viele Vorschußlorbeeren erhalten: Es setze neue Maßstäbe, sei die Referenz in der Oberklasse, das beste System überhaupt. Die Rede ist vom MMI, dem Multimedia-Interface, im neuen Audi A8.

          Kaum ein anderes Bediensystem hat so viele Vorschußlorbeeren erhalten: Es setze neue Maßstäbe, sei die Referenz in der Oberklasse, das beste System überhaupt. Die Rede ist vom MMI, dem Multimedia-Interface, im neuen Audi A8. Wir haben es zwei Wochen lang erfahren, - und waren durchaus begeistert. MMI besteht aus mehreren Bedienelementen und Anzeigen: Zentral ist der Hauptbildschirm in der Mitte des Armaturenbretts, der sich elektrisch ausfahren läßt und bei Nichtgebrauch unter einer eleganten Holzblende verschwindet. Das 15,5x9 Zentimeter große Display kann weder horizontal noch vertikal verschoben werden, ist aber von außergewöhnlicher Qualität: Unter allen Lichtverhältnissen und aus jedem Winkel ist es sehr gut ablesbar. Die große Anzeige wird durch eine kleine ergänzt, die bei Audi schon Tradition hat: Das Fahrerinformationssystem befindet sich blickgünstig zwischen Tachometer und Drehzahlmesser. Hier kann man sich beispielsweise die empfangbaren Radiosender einblenden lassen, während das Hauptdisplay die Landkarte des elektronischen Kopiloten zeigt.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die Bedienung des Systems erfolgt über ein sogenanntes Terminal in der Mittelkonsole. Wie im 7er-BMW spielt ein Dreh-Drücknopf die Hauptrolle. Bei BMWs iDrive werden nahezu alle wichtigen Funktionen mit diesem Knubbel ausgeführt. Diese Bedienung aus "einem Guß" erschien aber vielen Kritikern als zu umständlich. Während man im BMW den Controller in verschiedene Richtungen schieben muß, nutzt Audi ein Konzept mit Funktionstasten in zwei Ebenen. Dicht am Steuerungsknopf liegen vier Tasten, sogenannte Softkeys, deren wechselnde Funktionen stets in den vier Ecken des Bildschirms angezeigt werden. Die untere rechte Taste zeigt beispielsweise in der Navigationsabteilung die Karte und dient beim Telefon-Menü zum Wählen einer Nummer. So entsteht eine schlichte und eingängige Bedienungslogik.

          Für den Aufruf der acht Hauptmenüs gibt es fest beschriftete Tasten auf einer zweiten Ebene am Rand der Mittelkonsole. Dazu kommen noch drei weitere Tasten zum Blättern in den Menüs und zum Zurückspringen auf die vorangehende Ebene. Hier dominieren also Tasten, im BMW hingegen steuert der Controller nahezu alles. Uns erschien iDrive etwas logischer. Das Audi-System ist aber einfacher in der Handhabung und vor allem narrensicher. Hier stört nur, daß der Fahrer häufiger den Blick zwischen Bildschirm und Tastenlandschaft schweifen lassen muß, um den passenden Softkey zu finden. Im Unterschied zu BMW ist die Bedienung der Klimaanlage aus dem Hauptmenü ausgegliedert und hat seine eigenen Tasten für Temperatur, Gebläse, Luftverteilung und Sitzheizung. Indes haben beide Systeme doch einiges gemeinsam.

          In vielen Details liegt Audi klar vorn: Die Bildschirm-Gestaltung wirkt moderner und frischer. MMI ist deutlich schneller als iDrive und hat etliche Innovationen, die man nicht auf den ersten Blick sieht. Dazu gehört zum Beispiel die gemeinsame Nutzung eines Adreßbuches für Telefon und Navigation, auch die Sprachsteuerung (440 Euro) läßt sich hier einbinden. Demnächst wird man Adressen und Telefonnummern von einem Handy oder Organizer via Bluetooth in das MMI übertragen können. Das Dualband-Autotelefon von Motorola (750 Euro) nutzt schon jetzt einen Hörer mit Blauzahn. Das Auto ist quasi die Bluetooth-Basisstation, man koppelt Hörer und A8 miteinander. Allerdings haben wir es nicht geschafft, unser P800-Handy von Sony Ericcson mit dem Audi zu verbinden. Aber die Möglichkeit, künftig (nach einem Software-Update) auf der Rückbank mit dem Notebook kabellos im Internet zu surfen, ist schon bestechend. Da läßt sich verschmerzen, daß die Internet-Taste im Hauptmenü bislang keine Funktion hat. Der Browser ist aber bereits eingebaut und wird zur Anzeige der elektronischen Bedienungsanleitung genutzt. Sehr überzeugend fanden wir die beiden "Rollbalken" im Multifunktionslenkrad, Audi nennt sie "Menüwalzen". Ohne die Hand vom Lenkrad zu nehmen, kann man mit dem Rädchen sehr flink zwischen Einträgen blättern oder die Lautstärke der HiFi-Anlage regeln. Handy-Liebhaber kennen diese höchst effektive Steuerung vom Nokia 7110.

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