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Verkehrssicherheitsreport : Risiko auf zwei Rädern

  • -Aktualisiert am

Radfahrer auf Pedelecs gelten als besonders gefährdet. Das Training auf einem Verkehrsübungsplatz wie hier in Nürtingen kann helfen. Bild: dpa

Der aktuelle Verkehrssicherheitsreport von Dekra gibt eigentlich Grund zur Hoffnung. Die Unfallzahlen bei den besonders gefährdeten Zweiradfahrern sinken. Doch es gibt eine Ausnahme: Ältere Pedelec-Fahrer.

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          Auf deutschen Straßen kamen im vergangenen Jahr 605 Kraftradfahrer und 1364 Insassen von Personenwagen ums Leben. Bezogen auf den Bestand von rund 4,5 Millionen motorisierten Zweirädern und 47,7 Millionen Personenwagen und stark unterschiedlichen Kilometerleistungen beider Fahrzeugarten, resultiert für Nutzer motorisierter Zweiräder ein etwa achtzehn Mal so hohes Risiko, im Straßenverkehr getötet zu werden wie für Auto-Insassen. Das hat die Sachverständigenorganisation Dekra in ihrem Verkehrssicherheitsreport festgestellt. Für Radfahrer ist nach Berechnungen der EU-Kommission dieses Risiko etwa siebenmal so hoch.

          2019 sind weniger Motorradfahrer verunfallt. Mit 27.927 verunglückten 11,1 Prozent weniger als 2018, getötet wurden 542 (minus 12,4 Prozent). Bei den Mopeds mit Versicherungskennzeichen ging die Zahl der Todesopfer von 78 auf 63 zurück, bei Radfahrern von 356 auf 327. Wachsende Sorge bereiten Verkehrswissenschaftlern und Unfallforschern dagegen die steil ansteigenden Unfallzahlen von Pedelec-Nutzern: Im Vorjahr verunglückten 10.623 Menschen, das ist ein Plus von mehr als einem Drittel. Schwer verletzt wurden 2596, ums Leben kamen 118 Menschen.

          Das sind Steigerungen von einem Viertel beziehungsweise einem knappen Drittel. Als Ursache für diese Entwicklung gilt einerseits der stark steigende Bestand dieser Zweiradspezies von 2,1 Millionen Stück vor sechs Jahren auf 5,4 Millionen im Jahr 2019, zum anderen das überdurchschnittlich hohe Lebensalter der Nutzer. Von den 118 Getöteten war die Hälfte 75 Jahre oder älter, weitere knapp zehn Prozent waren zwischen 70 und 74 Jahre alt.

          Ebenfalls gestiegen sind die Unfallzahlen der Elektrotretroller. Im ersten Quartal dieses Jahres ereigneten sich laut Statistischem Bundesamt 251 gemeldete Unfälle. Es gab einen Toten, 39 Schwer- und 182 Leichtverletzte. Nach einer Studie der Berliner Charité kam es dabei meistens zu Kopfverletzungen. Ein Helm wäre hilfreich, doch wird der von Nutzern dieser Elektrokleinstfahrzeuge noch mehr verschmäht als von Radfahrern. Die Dekra-Unfallforschung ermittelte in neun europäischen Großstädten die Helmtragequote von 12 700 Rad-, Pedelec- und E-Scooter-Fahrern. Im Durchschnitt betrug sie 22 Prozent. In Berlin lag sie mit 24 Prozent leicht darüber, der Spitzenwert wurde mit 61 Prozent in London erreicht. In Amsterdam trugen nur 1,1 Prozent einen Kopfschutz.

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