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Das Fahrrad passt zu mir : Wie man sitzt, so fährt man

  • -Aktualisiert am

Das Knie im Fadenkreuz der Biometrie: Laservermessung durch Burkhard Basikow Bild: Villa aktiv

Nur Leistungssportler profitieren von der richtigen Sitzposition auf dem Rad? Nein, Biometrie kann auch den Radfahrer-Alltag schmerzfrei machen.

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          Zum Ausprobieren steht in der Redaktion das Rennrad CCT Team Ultegra Di2 des oberbayerischen Herstellers Corratec. Prompt fragen Kollegen, ob sie auch mal damit fahren dürfen. Bitte, aber keinesfalls etwas daran verändern! Das Rad ist mittels Biometrie exakt auf die Fahrerin eingestellt worden. Wie? Was gibt es an einem Rad schon viel einzustellen? Sattelhöhe vielleicht. Nun, eine Biometrie kann deutlich mehr.

          Methoden, um die optimale Sitzposition auf dem Fahrrad zu finden, gibt es zahlreiche. Zum Beispiel liefert der BikeScanner von „RadLabor“ auf Basis einer großen Datenbank von Fahrradmodellen für fast jedes Rad Geometrieempfehlungen, die nach der computerbasierten Körpervermessung auf das persönliche Rad übertragen werden. Hierbei handelt es sich um standardisierte Erfahrungswerte, die eine allgemeingültige Anpassung an Alltagsradler hergeben.

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          Andere Verfahren gehen vom orthopädischen Ansatz aus: Körperstatik und Beinachsen werden vermessen, Fehlstellungen und Ausweichbewegungen von Knien oder Hüfte mittels Video analysiert. Die Position von Sattel, Vorbau, Lenker und Pedalplatten wird entsprechend individuell angepasst. Eine dynamische Vermessung - wie beispielsweise die „retül-Analyse“ - filmt den Fahrer unter Belastung auf dem Rad dreidimensional. Die Software ermittelt anhand von auf den Körper geklebten Punkten Bewegungsabläufe und Körperwinkel.

          Wozu bloß das alles? Ist das nicht höchstens für Spitzensportler und Profis wichtig? Nein, vielen Freizeitradlern wird die Freude am Radfahren durch körperliche Beschwerden getrübt: eingeschlafene Füße und Hände oder andere Körperteile, Nackenverspannungen, Rückenschmerzen, Knieschmerzen, vor allem aber Sitzprobleme - der Sattel als sprichwörtlich wunder Punkt. Nicht immer geht es bei einer Sitzpositions-Analyse um Leistungsoptimierung.

          Oft nicht erkannt: unterschiedlich entwickelte Muskulatur

          Mit dem CCT-Team wird eine professionelle Biometrie der Autorin gemacht. Doch die Erwartungen sind nicht allzu hoch. Denn es ist nicht die erste Vermessung, und keine hat die Rennradfahrerin in der Vergangenheit wirklich überzeugen können. In der „Villa Aktiv“ in Gießen wird zwar das Rad zunächst in die Rolle eingespannt, doch dann geht es erst mal um den Körper. Konkrete Beschwerden oder Schmerzen auf dem Rad? Keine. Dennoch checken Physiotherapeutin Gigi Bernhard und Sportwissenschaftler Burkhard Barsikow eingehend durch Sichtprüfung und Fühlen: Fußstellung, Beinstellung, Beinlängen, Becken. Das Ergebnis: minimale Abweichungen, im Prinzip alles perfekt.

          Danach geht es um Dehnfähigkeit: Je beweglicher der Körper, desto aerodynamischer kann die Sitzposition gestaltet werden. Das Ergebnis: fast vorbildlich. Einer gewissen Rechts-links-Dysbalance wird mit einer ersten Massage der Gesäßmuskulatur gegengesteuert. Die Anweisung folgt, bestimmte Dehnübungen zu machen und vor allem eine spezielle Rolle und einen kleinen Ball zur Selbstmassage an den entsprechenden Stellen einzusetzen. Nicht selten wird bei Sitzpositions-Analysen vermeintlich ein Beckenschiefstand erkannt, obwohl in Wirklichkeit nur unterschiedlich entwickelte Muskulatur vorliegt, was durch gezielte Übungen zu beheben wäre.

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