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Das größte Autohaus der Welt : 100 Millionen Dollar für die 101 Auto Collection in Arizona

  • -Aktualisiert am

Nein, es ist keine Fabrik, sondern ein Autohaus. Bild:

In Amerika ist alles größer. Die Städte, die Autos, die Wüsten, die Hamburger - und die Autohäuser. Das größte der Welt hat unlängst in Arizona eröffnet.

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          Kein Volk der Welt ist so mobil wie das amerikanische. Ohne Auto geht eigentlich nichts, dazu wird geflogen, was das Zeug hält. Umziehen ist viel mehr gang und gäbe als in Europa oder Deutschland. Kein Wunder, daß im Jahr knapp 17 Millionen Neuwagen in den Staaten verkauft werden - und rund 42 Millionen Gebrauchte. Der Markt und das Land sind riesig, entsprechend größer sind die Autohäuser. Wir besuchten das größte der Welt in Scottsdale, Arizona.

          Dort hat Unternehmer Roger Penske buchstäblich 100 Millionen Dollar in den Wüstensand gesetzt: In North Scottsdale am Stadtrand der 3,5-Millionen-Einwohner-Metropole Phoenix hat Penskes Unternehmen, die United Auto Group (UAG), auf 170 000 Quadratmetern einen Betrieb der Superlative erbaut.

          Elf Automobilmarken werden seit Dezember in der "Scottsdale 101 Auto Collection" direkt neben dem Highway 101 verkauft und gewartet. Penske handelt mit den deutschen Marken Audi, BMW/Mini, Porsche und Volkswagen, dazu kommen Acura (das Honda-Gegenstück zu Lexus) sowie die Fabrikate der PAG (Premier Automotive Group): Aston Martin, Ford, Land Rover, Volvo, Lincoln und Mercury. Das Handelsareal bietet 540 Arbeitsplätze, 150 davon sind Verkäufer. Monatlich werden rund 1000 Autos verkauft. Damit ist das junge Autohaus allerdings erst zu 60 Prozent ausgelastet.

          Die UAG ist eine Tochter der Penske Cooperation (www.penske.com), Detroit, die mit ihren 15 000 Mitarbeitern in der Welt mehr als 200 Autohäuser mit 39 Marken betreibt. Im vergangenen Jahr wurden 8,4 Milliarden Dollar umgesetzt.

          Penske begann seine Karriere 1963 als Chevrolet-Händler in Philadelphia. Seine Strategie sieht die Errichtung oder Beteiligung an Autohäusern rund um den Globus vor. Schiere Größe ist dabei eigentlich nicht das erste Ziel, sondern man will schlicht immer der Beste sein. Danach orientiert sich auch John Wiggins, Area Vice President und verantwortlich für die 101 Auto Collection. Wiggins muß über gute Schuhe und eine stabile Konstitution verfügen. Er übernimmt häufig persönlich die Führung durch das Riesenareal und erklärt die Philosophie des Hauses mit stoischer Ruhe.

          Aus der Luft betrachtet sieht der Komplex eher nach einer Fabrik als nach einem Autohandel aus. Vom Highway gesehen, kommen allerdings keine Zweifel auf, daß hier Autos verschiedener Marken verkauft werden. Der Kunde gelangt direkt von der Autobahn auf die Zufahrtsstraße und von dort aus auf die Parkplätze. Das Einzugsgebiet ist drei- bis viermal so groß wie bei einem größeren deutschen Autohaus.

          Das Hauptgebäude wirkt wie eine Einheit. Die Marken sind jedoch klar und deutlich getrennt und in unterschiedlichen Gebäuden untergebracht. Der Interessent muß ins Freie, um die Ausstellung zu wechseln. Keiner käme auf die Idee, einen Porsche bei BMW oder Acura zu suchen.

          Audi ist beispielsweise in einem den hiesigen Audi-Zentren nachempfundenen Hangar zu Hause. Bei Volkswagen signalisiert das mächtige Eingangsportal, daß hier Golf und Co. zu haben sind. Auf übertriebenen Protz und teure Glaspalästen haben die Planer bewußt verzichtet. Die Markenwelten kommen erst im Inneren richtig zur Geltung. Hier hält man sich in der Regel strikt an die Vorgaben der Hersteller, die es auch in Amerika gibt.

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