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BMW Active Hybrid E-Bike : Nur kein Neid bei großen Namen

  • -Aktualisiert am

Gestreckte Härte: Das BMW Active Hybrid E-Bike 2020 wirkt bequemer, als es ist. Bild: Hans-Heinrich Pardey

BMW, der deutsche Pionier der neuen Elektromobilität im Auto, will jetzt auch unter den E-Bikes mitmischen. Doch im Test zeigt sich: Das Fahrvergnügen ist aus vielen Gründen ziemlich bescheiden.

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          Kleine Szene am Rande: Ein ausgesprochen wohlsituiert wirkendes Paar erreicht die Ruhebank am Fahrradfernweg und parkt seine zwei Bikes, an denen unübersehbar der weiß-blaue Propeller des BMW-Logos prangt. Auf seinem Feld-Wald-und-Wiesen-Rad nähert sich ein biederer Tourenradler und fragt aus respektvollem Abstand: Ob es solch schöne Räder als Zugabe beim Erwerb einer größeren Limousine der Münchener gebe? Der BMW-Radler seufzt leise auf und sagt nur: „3500“. Und setzt nach einem weiteren Entrüstungsschnaufer hinzu: „Einzeln, für jedes.“

          Ja, mit dem Verdacht, dass das E-Bike von heute die Fußmatte von gestern sei beim Autokauf, muss leben, wer ein Fahrrad fährt, auf dem eine Premium-Automarke als Name steht. Vor Jahr und Tag ging ein Raunen durch die Fahrradwelt: Wenn erst die Autobauer anfingen, Elektroräder zu bauen, dann werde es aber düster aussehen für die kleinen Krauter auf zwei Rädern.

          Daraus wurde indessen nichts. Ja, es gibt diese Fahrräder für Leute, die auch noch auf ihrer Karbon-Zahnbürste den guten Stern oder die vier Ringe brauchen. Aber die Räder mit den teuren Autonamen spielen für echte Fahrradenthusiasten kaum eine Rolle. Das waren so in etwa die Gedanken, die über das Erlebnis hinwegtrösteten, probehalber das aktuelle BMW Active Hybrid E-Bike bewegen zu müssen. Denn das Fahrvergnügen, das dieses Rad bot, war äußerst bescheiden.

          Das Beste an dem Rad ist gerade nicht von BMW

          Um genau zu sein: Das Beste an dem Rad ist nicht von BMW, sondern der Antrieb Drive S Alu von Brose (250 Watt, 90 Newtonmeter). Der arbeitet schön leise und läuft leicht, wenn die Grenzgeschwindigkeit von 25 Kilometern in der Stunde überschritten oder der Motor abgeschaltet ist. Der Akkupack mit 600 Wattstunden sitzt im Unterrohr. Die übrige Ausstattung haut den Aficionado nicht vom Selle-Royal-Sattel: hydraulische Scheibenbremsen (180/160 Millimeter) und Schaltung Shimano Deore XT, die Federgabel NCX von SR Suntour (60 Millimeter Federweg), da reißt auch die Beleuchtung von Busch und Müller mit dezent im Schutzblech plazierter Rückleuchte nichts mehr raus.

          Apropos Beleuchtung: Ganz klar von BMW ist beiderseits am Rahmen das schon erwähnte Markenzeichen. Die weiß-blauen Propeller sind beleuchtet, warum auch immer. Ob die Schweißnähte drum herum sportliche Potenz signalisieren oder nicht, muss jeder selbst wissen. Immerhin die Rahmengestaltung ist von BMW: Designworks, ein Beratungsunternehmen in der BMW Group, zeichnet für das Rad verantwortlich.

          Ein echter Knochenschüttler

          Während der Antrieb von Brose gewohnt knackig zu Werke geht, also kraftvoll beschleunigt und dann unaufdringlich das Tempo hält, vermasselt einem der Aluminium-Rahmen in Zusammenarbeit mit den 28-Zoll-Laufrädern auf Conti Contact Cruiser gründlich die Freude am Fahren. In jede Unebenheit plumpst das Rad hinein, von richtigen Schlaglöchern ganz zu schweigen. Man sitzt relativ weit hinten über dem nahezu geradlinig aus dem kantigen Oberrohr hervorgehenden Hinterbau. Da hat man keine Gnade zu erwarten: Als ein rechter Knochenschüttler ist das Rad nicht bloß steif, sondern hart wie Schmiedeisen.

          Der Rahmen erscheint vor allem auf seine Optik hin gezeichnet. Ohne Komfort flott geradeaus auf guter Fahrbahn, gewiss, das kann das Rad. Nun tönt es überall, dieses Rad sei der Beweis: „BMW kann auch E-Bike“. Das Ergebnis ist allerdings weit entfernt von dem, was andere Elektroräder an Fahrdynamik bieten – mit dem gleichen Motor. So ist das BMW Active Hybrid E-Bike weder Fisch noch Fleisch: nicht sportlich und auch nicht bequem. Die Reichweite? Wird bei ehrlichen 75 Kilometern liegen. Aber das will man gar nicht wissen, weil man froh ist, dieses Rad nicht so weit fahren zu müssen.

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