https://www.faz.net/-gy9-9cs30

Versuch einer Erklärung : Darum lieben so viele das SUV

  • -Aktualisiert am

Im SUV der Hektik weichen, die alten Geländewagen ehren und mit Gelassenheit und Toleranz unterwegs sein. Wir üben uns im liebevollen Umgang mit großen Kisten.

          8 Min.

          Wir sind in einem SUV unterwegs. Das ist keine Besonderheit. Denn diese Sport Utility Vehicles (sportliche Nutzfahrzeuge) gehören in einer immer dichteren Vielfalt zum bunten Alltag auf deutschen Straßen, dennoch sehen wir in Deutschland nicht selten bei vielen Fußgängern und Radfahrern in unserem Rückspiegel den erhobenen Mittelfinger der rechten Hand. Keine Geste der partnerschaftlichen Verbundenheit im Straßenverkehr. Aber da können wir mit einem gewissen Verständnis drüber wegsehen.

          Heute nähern wir uns einer kleinen Stadt, und die Menschen, denen unser SUV ins Blickfeld gerät, sie grüßen freundlich, ganz ohne Stinkefinger, manchmal mit dem Daumen nach oben. Und wir reagieren mit leisem Winke-Winke zurück, rollen mit dem sanft hechelnden, im Design keineswegs aggressionsfreien SUV und mit kleinem Gas zu einem schattigen Parkplatz unter alten Platanen, werden von einem eifrigen Hund begrüßt, und keiner tippt sich beim Blick auf unser SUV an die Stirn oder wendet sich angewidert ab. Links neben uns steht ein richtig alter Fiat Multipla, nur der Fahrer kann darin sitzen, sonst stapeln sich leere Obstkisten, es ist Markt in dem Ort. Rechts von uns parkt unter einer Schicht aus Blättern ein Fiat 500 D, der fuhr schon 1960 auf die Straßen, mit einem sparsam-nuschelnden Zweizylinder und knapp 500 Kubik, ein Vorderreifen ist platt, wir gedenken still der großen Marke des kleinen Mannes – da ist hinter uns ein scharfer Pfiff, Jugendliche winken begeistert zu unserem SUV herüber, wir erinnern uns: Siamo in Italia.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Wie schlimm kann es werden? : Vorbereitungen auf die Pandemie

          In Italien, Iran und Südkorea schließt sich das Fenster: An der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus zweifelt kaum noch ein Experte. Und doch ist es zu früh, über Millionen Opfer weltweit zu spekulieren.

          Coronavirus : In Peking bleibt man am besten zu Hause

          In der chinesischen Hauptstadt bestimmt der Kampf gegen das Coronavirus das Alltagsleben: beim Gemüsekauf, beim Spaziergang im Park, in der Apotheke und im Internet. Manche nutzen eine Corona-App als Informationsquelle.