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Folgen des Coronavirus : Flughafen Frankfurt wird zum Parkplatz

Auf dem Flughafen Frankfurt werden viele Maschinen geparkt, die momentan nicht fliegen. Bild: Appel

Auf dem Vorfeld reiht die Lufthansa ihre Flugzeuge auf. In der Abfertigungshalle herrscht gähnende Leere. Und zehntausenden Mitarbeitern geht die Arbeit aus.

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          Es ist nicht lange her, da haben sich einige gewünscht, Deutschlands technische Errungenschaften mögen zum Erliegen kommen. Was die sogenannten Aktivisten nicht geschafft haben, gelingt nun dem Coronavirus. Ob Maschinenbau oder Autoindustrie stillstehen werden, ist noch nicht ausgemacht. Aber am Flughafen Frankfurt ist schon mal zu besichtigen, was es bedeutet, wenn nichts mehr geht. Die Lufthansa reduziert wegen eingebrochener Nachfrage ihr Flugprogramm um bis zu 70 Prozent. Die nicht benötigten Flugzeuge werden geparkt, schon werden Erinnerungen wach an die Terroranschläge 2001 oder den Vulkanausbruch 2010.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Der Vorstand der Lufthansa unter seinem in solchen Situationen konsequent mit Vollbremsung reagierenden Vorsitzenden Carsten Spohr stoppt alles, was möglich ist, auch die Dividende für die Aktionäre soll ausfallen. Die Flugzeuge werden nun aufgereiht in Frankfurt und München, sofern der Platz ausreicht. Unsere Aufnahmen zeigen den Flughafen Frankfurt, wo nach Angaben der Betreibergesellschaft Fraport bislang 15 bis 20 Maschinen abgestellt sind, darunter sieben A380. Noch soll genug Platz sein für weitere Flugzeuge, ohne eine Landebahn oder Rollwege sperren zu müssen.

          Auch größere Umstellungen für Passagiere sollen zunächst ausbleiben. Kleinere indes wird es wohl von Montag an geben, wenn das Einreiseverbot in die Vereinigten Staaten seine Wirkung entfaltet. Dem Vernehmen nach schließt die Lufthansa von nächster Woche an ihr Hon First Class Terminal am Flughafen Frankfurt. Dort werden eigentlich jene Kunden verwöhnt und abgefertigt, die besonders oft mit der Lufthansa unterwegs sind. Doch wenn niemand mehr fliegt oder fliegen kann, muss auch dieser Service ruhen. Und die Autos von Porsche, die zum Transport der erstklassigen Gäste vom Terminal zum Flugzeug eingesetzt werden, ruhen gleich mit.

          Die Lufthansa reduziert wegen eingebrochener Nachfrage ihr Flugprogramm um bis zu 70 Prozent. Bilderstrecke

          Zynisch ließe sich einwenden, zumindest an der chronisch für Unmut unter den Passagieren sorgenden Sicherheitskontrolle läuft nun alles glatt. Dort herrscht keinerlei Gedränge mehr, die Hallen glänzen mit gähnender Leere. Ein Wunder ist das nicht, allein die Lufthansa berichtet von 50 Prozent Buchungsrückgang in der vergangenen Woche. Hinzu kommt eine deutliche Zahl an Stornierungen. In der Lufthansa, bei Fraport und auch bei dem Bodenabfertiger Wisag führt das zu Kurzarbeit für mehrere zehntausend Mitarbeiter. Zeitarbeiter werden entlassen, und auch Dienstleister aus der Peripherie wie etwa Busunternehmen oder Taxibetriebe leiden. Zum Teil werden jahrelang bestehende Kooperationen fristlos gekündigt.

          Als Trost, wenn auch als kleiner, mag die Möglichkeit gelten, technische Wartungen an Flugzeugen und an am Boden eingesetztem Gerät vorzuziehen. Und dass der Ölpreis sinkt, was die Kostenseite entlastet. Ein kleiner Trost, wie gesagt, angesichts der bedrückenden Schlange parkender Flugzeuge und unzähliger Menschen, die um ihre Zukunft und ihre Gesundheit bangen.  

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