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Computerspiel „Gran Turismo 6“ : Kids in der Kurve

  • -Aktualisiert am

Digitaler Prototyp für das Spiel Bild: Hersteller

Zum Weihnachtsgeschäft bringt Sony das Spiel „Gran Turismo 6“. Die Autoindustrie kommt auf Touren und baut den Programmierern exklusive Sportwagen wie den Mercedes Vision GT.

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          Gegen diesen Sportwagen ist selbst der Mercedes SLS nur ein besseres Spielzeug. Denn das, was Designchef Gordon Wagener da auf die Räder gestellt hat, stiehlt jedem Silberpfeil die Schau - mit endloser Haube und weit ausgestellten Kotflügeln so verführerisch gezeichnet wie ein Pin-up-Girl aus den Fünfzigern und mit seinem Kühlergrill trotzdem reif für die Zukunft; flach, breit, aggressiv und vor allem unendlich lang, sieht der Spitzensportler aus, als könne er den Rest der Welt in Grund und Boden fahren. Schade nur, dass die silbern schimmernde Schönheit zuallererst mal nur ein Datensatz ist, den die Designer für das Konsolenspiel Gran Turismo (GT) 6 programmiert haben. Dort soll der Silberpfeil für Captain Future zu einem der Highlights in der neuen Kategorie von exklusiven Prototypen werden, wenn eine Gesamtflotte von 1200 Fahrzeugen ab dem 6. Dezember über die Playstation 3 jagt.

          Mercedes ist mit diesem Engagement freilich nicht allein. Sondern zum Jubiläum hat GT-Papst Kazunori Yamauchi, Produzent der Reihe und Präsident des Erfinders Polyphony, zahlreiche Fahrzeughersteller um eine Vision „Gran Turismo“ gebeten - und reichlich Zusagen bekommen. Fast 20 Designteams haben sich für die Playstation ans Werk gemacht und werden den Fuhrpark des Spiels in den nächsten Monaten mit exklusiven Online-Updates ergänzen.

          Ferrari Dino 246 GT Bilderstrecke

          Das rege Engagement der Autoindustrie ist kein Wunder: Schließlich sind Konsolenspiele nicht nur eine willkommene Spielwiese der Designer, sondern längst eine wichtige Marketingplattform für die PS-Branche geworden. Daheim im Wohn- oder besser noch im Kinderzimmer wollen sie jene jungen Menschen erreichen, die später einmal ihre Autos kaufen sollen.

          Gemessen an der Entwicklung eines realen Autos, ist die Programmierung für eine Rennsimulation zwar ein Kinderspiel. Doch auch hinter der ebenso aufwendigen wie detailgetreuen Grafik und dem maßgeschneiderten Fahrverhalten steckt jede Menge Arbeit, erläutert Craig Sullivan, Creative Director beim GT-Konkurrenten „Need for Speed.“

          Mit 300 km/h um die Kurven driften

          „Auf Basis der offiziellen Konstruktionsdaten bauen wir dann binnen etwa sechs Wochen unsere digitalen Modelle“ erläutert Sullivan. Dazu gehörten aber nicht nur die perfekte Karosserie und ein detaillierter Innenraum. „Sondern wir nehmen auch alle Sounds eines Fahrzeugs auf, feilen am Handling und am Fahrgefühl - und kümmern uns sogar um die Crashs.“ Während Fahrzeughersteller alles tun, um Unfälle zu vermeiden, investieren Sullivans Programmierer viel Geld und Geduld in Kratzer, Beulen und geborstene Bleche, damit nur alles schön echt aussieht.

          So ganz real ist die virtuelle Realität allerdings nicht: „Zwar wollen wir, dass die Autos im Spiel genauso so klingen, sich so anfühlen und fahren wie im richtigen Leben. Doch wer auf der Rennstrecke mit 300 km/h um die Kurven driften will, muss ein verdammt guter Fahrer sein. Mit unserem ganz eigenen Fahrwerkstuning reichen dagegen ein paar Minuten Spielpraxis, dann hat man auch den schärfsten Sportwagen im Griff“, sagt Sullivan. „So fahren zu können, wie man es sich in seinen kühnsten Träumen ausmalt, das ist die Magie bei solchen Spielen.“

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