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Fahrbericht Citroen C4 : Ein bisschen arg normal

Markante Züge hat er schon, aber nach echter Extravaganz sucht man vergeblich. Bild: Illustration Helge Jepsen

Extravaganz liegt Citroën in den Genen. Das gelingt heute nicht mehr so wie früher, der neue C 4 ist aber kein schlechtes Auto. Vor allem mit dem sparsamen Diesel.

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          Im Ort fährt ein schwarzer Citroën DS aus den Sechzigerjahren herum, er wird offenbar für den Alltag genutzt und ist augenscheinlich top gepflegt oder gut restauriert. Das Auto war seiner Zeit weit voraus, der Nachbar hatte einst auch mal so einen. Uns Kindern machte es Spaß, im Sofa zu versinken und über die Schlaglöcher zu schweben, dem Nachbarn machte es Spaß, das Auto mit seiner genialen Hydropneumatik stufenweise anzuheben und die Kinder zu belehren, dass es notfalls auch mit drei Rädern fahren könnte. In den Siebzigern hatte dann der Vater drei GS von Citroën hintereinander. Der war auch für Studienräte erschwinglich und hatte nicht nur das von einer Kombination aus Luft und Gas gefederte Fahrwerk und ein Einspeichenlenkrad wie die DS, sondern auch einen Lupentacho wie die Badezimmerwaage, ein Bremspedal ohne Leerweg und eine wahnsinnig windschlüpfige Form.

          Lukas Weber
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Das und mehr war ungewöhnlich, vieles davon praktisch. Auch heute noch ist Citroën bemüht, sich von der Masse abzuheben, was nicht einfach ist, wenn der Mutterkonzern die Autos auf gemeinsame Plattformen stellt, und bietet in der Kompaktklasse statt des witzigen Cactus jetzt den ebenfalls erschwinglichen C 4 an. Auch an ihm suchen wir Ungewöhnliches und finden ein Element, das vor allem unpraktisch ist. Denn der alberne Heckspoiler sieht von außen aus, als passe er sich harmonisch den fließenden Linien an, aus der Sicht des Fahrers verläuft er aber als dicker Querbalken fast mitten durch die Heckscheibe.

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