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Caravan-Salon In Düsseldorf : Camping-Sehnsucht ohne Ende

  • -Aktualisiert am

Lückenfüller: Volkner-Mobil schiebt im Spitzenmodell Performance einen Sportwagen zwischen die Achsen. Bild: dpa

Der Caravan Salon in Düsseldorf zeigt das Programm einer wachsenden Branche. Selbst für Camper, die im Urlaub nicht auf ihren Luxus-Flitzer verzichten wollen, ist etwas dabei.

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          Während Automessen Federn lassen müssen, legt die ohnehin schon größte Campingausstellung der Welt in diesem Jahr noch mal zu. Der Caravan Salon in Düsseldorf erwartet auf einer erweiterten Fläche mehr Besucher als jemals zuvor. Die werden jedoch trotz aller Jubelgesänge und prallgefüllter Auftragsbücher auch auf dem diesjährigen Salon keine technischen Revolutionen erleben. In Düsseldorf ist dagegen die beeindruckende Vielfalt der Wohnwagen- und Reisemobilhersteller zu erleben, Leichtbau ist ein Dauerthema. Dem stehen die Tendenzen dieses Jahres entgegen. Mehr Komfort und mehr Ausstattung wünschen sich die Kunden, beides bringt so manches zusätzliche Pfund an Bord, das Entwickler vorher mit größtem Aufwand eingespart haben. So lohnt mehr denn je ein Blick auf das Sortiment der Zubehör-Aussteller, wo teils wohlgeformte, praktische und hilfreiche Angebote die Urlaubswochen noch erholsamer und erlebnisreicher machen könnten.

          Um 13,9 Prozent legten die Reisemobile in diesem Jahr bisher zu, der noch vor wenigen Jahren als Auslaufmodell angesehene Caravan stieg um 13,5 Prozent. Das immense Wachstum dauert nunmehr seit sechs Jahren fort, hierzulande haben die Hersteller gerade den Gesamtabsatz von 2014 schon zur Jahresmitte erreicht.

          Preisspanne: Zwischen 5000 Euro und über 1 Million Euro

          Auf 13 Hallen hat sich der Salon ausgebreitet, mehr als 2100 Fahrzeuge zeigen die Aussteller. Das Angebot reicht vom Dachzelt für Personenwagen als minimalistischste Lösung über Kleintransporter mit Bett an Bord und die klassischen Transporterausbauten bis zu Fahrzeugen mit Sonderaufbauten in Alkoven-, teilintegrierter oder vollständig integrierter Form. Der Einstieg gelingt mit kaum 5000 Euro, so viel müssen bescheidene Camper für die Ququq-Wohnbox ausgeben, die in einem VW Caddy Maxi oder dem langen Fiat Doblo installiert, das Übernachten und Kochen möglich machen. Nur Zelten wäre billiger.

          In der Mittelklasse zwischen 40.000 und 80.000 Euro sind alle Auf- und Ausbauformen zu haben, hier findet sich auch das größte Angebot mit unzähligen Grundrissvarianten und Ausstattungen. Ein gutes Stück darüber liegt die neue B-Klasse Superior-Line, die neben einem besonders aufwendigen Innenraumdesign ein neues Energiemanagement und einen optimierten Unterboden hat. Der soll die aerodynamischen Eigenschaften des Reisemobils verbessern und so den Treibstoffverbrauch senken. Bei knapp 100.000 Euro beginnt die Preisliste.

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          Die preislichen Grenzen sind weit. Über die Millionen-Marke klettern Luxusmobile auf Busfahrgestellen mühelos, zumal sie gerne mit Garage ausgestattet werden, in der zwar auch ein Kleinstwagen Platz findet, vorzugsweise aber edle Oldtimer oder Sportwagen geparkt werden. Vario Mobil stellt einen AMG GT in die Remise des 12 Meter langen Spitzenmodells. 30 Luxusliner dieser Art entstehen jedes Jahr, die Mehrzahl der Kunden stammt nicht, wie vielleicht erwartet, von der Arabischen Halbinsel oder aus Kalifornien, sondern aus Deutschland.

          Camper, die mit VW Bus groß geworden sind

          Die Bandbreite des Komfortangebots bei den Caravans ist kaum geringer. Zwar stellen die Flaggschiffe von Tabbert oder Fendt mit Kaufpreisen bis zu 80 000 Euro nur eine kleine Spitze dar, doch sind die Camper bereit, auch auf kleinerem Raum viel Geld für Luxus auszugeben. Tabbert etwa hat die Rossini-Baureihe neu gestaltet und präsentiert die sieben Grundrisse für wenigstens 18.500 Euro. Auch beim Caravan spielen Gewicht und Leichtbau eine Hauptrolle. Manche Hybridfahrzeuge haben überhaupt keine, viele eine nur geringe Anhängelast. Auch konventionell motorisierte Autos dürfen immer weniger Gewicht ziehen, das sieht die Branche mit Sorgen. Knaus hat die Studie Travelino als Serienmodell mit nach Düsseldorf gebracht, der Fünf-Meter-Caravan wiegt leer 750 Kilogramm, kostet aber auch stolze 18.000 Euro. Noch im Studienstadium bewegt sich der Caravan Coco von Dethleffs, der den Travelino mit 640 Kilogramm deutlich unterbietet. Der Marktstart ist für das Frühjahr angekündigt.

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