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BMW Siebener : Der Kern der Renovierung sitzt unter der Haube

  • -Aktualisiert am

BMW-Topmodell: Der 760iL Bild: BMW

BMW überarbeitet nach viereinhalb Jahren die Siebener-Limousine. Die Konstrukteure spendierten der Modellreihe unter anderem einen komplett neuen V8-Diesel und setzen beim Motorenbau verstärkt auf Alu.

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          Die Revisionsabteilung von BMW hat gute Arbeit geleistet: Bei der nun doch anstehenden Überarbeitung (in der Branche wird seit einem Jahr darüber spekuliert) der aus dem Sommer 2001 stammenden Siebener-Reihe ist weit mehr herausgekommen als nur eine müde Gesichtsoperation. Verbunden wurde "Feinarbeit im Design" (BMW-Aussage) mit neuen Motoren, Modifikationen am Fahrwerk, bei der Ausstattung sowie am iDrive-Bediensystem. Die Änderungen fließen zum Frühjahr 2005 in die Serie ein.

          BMW reagiert damit auf die neue S-Klasse von Mercedes-Benz, die auf der IAA 2005 in Frankfurt debütieren soll. Dem Vernehmen nach wird diese deutlich massiver auftreten als die seit 1998 offerierte Baureihe. Auffallende Mercedes-Details sind kräftig ausgestellte Läufe an den Radhäusern und ein nach dem Vorbild des Maybach gestaltetes Heck. Offenbar neigen die Kunden vor allem auf den Exportmärkten in diesem Segment des Marktes wieder mehr dazu, auf Präsenz und Prestige zu setzen.

          Die "Verfeinerungen im Design" werden besonders an der Frontpartie der großen BMW-Limousine deutlich. So ist die Motorhaube markanter konturiert, die sogenannte Niere des Kühlergrills ist weniger streng gezeichnet, die Scheinwerfer folgen innen mit ihrer Abschlußlinie dem Verlauf der Haubensicke, und der untere Rand der Leuchteinheit muß nur noch eine einzige Rundung aufnehmen. Verändert wurde auch die gesamte Frontschürze, und die sogenannte Lichtleiste im Türschweller ist weniger plan als vordem. Dadurch entsteht ein etwas schlankerer Abschluß des Fahrzeugkörpers nach unten. Geändert wurde auch das untere Drittel des Hecks, geblieben ist insgesamt der Eindruck eines massigen Autos, BMW sagt dazu "charismatisch".

          Der Renovierungskern sitzt unter der Haube. Fünf der sechs Motorvarianten sind neu oder wurden grundlegend überarbeitet. Der erst im Jahr 2003 für den 760i aktivierte V12 mit direkter Benzineinspritzung bleibt unverändert. Der Blick auf Leistungsdaten und Technikinnereien birgt auch keinen Änderungszwang, 327 kW (445 PS) und ein maximales Drehmoment von 600 Nm sind nette Daten. Neuheiten gibt es dagegen aus dem Lager der V8 und der Reihensechszylinder zu vermelden, die auch in den Li-Langversionen ans Werk gehen: Die Ottomotor-Varianten 745i und 735i werden ersetzt von 750i und 740i; in der Dieselfraktion muß der 740d dem 745d weichen, dieser hat einen völlig neu entwickelten V8-Diesel; der Reihensechszylinder des weiter angebotenen 730d wurde intensiv überarbeitet (es ist nicht die formidable Maschine aus dem 535d mit gleichem Hubraum), und im 730i mit Ottomotor geht jetzt das Leichtbauaggregat aus dem 630i ans Werk. Serienmäßig kommen alle Siebener mit Sechsgang-Automatik und Steptronic-Schaltung.

          Eine mittlere Sensation ist die Einführung des Vollaluminium-Kurbelgehäuses bei den großen Dieselmotoren: Der neue V8 mit 220 kW (300 PS) und einem Drehmoment-Maximum von 700 Newtonmeter ist 30 Kilogramm leichter als sein schwächerer Vorgänger; der 3-Liter-Sechszylinder (170 kW/231 PS, 520 Nm) wiegt 25 Kilo weniger. Das sind Meilensteine auf dem Weg zum leichteren und sparsameren Top-Dieselmotor.

          Die Preise der Siebener-Reihe, Jahrgang 2005, orientieren sich eng an den Tarifen ihrer Vorgänger. Einstiegsversion ist der 730i für 62 000 Euro, der 740i kostet 68 000 Euro, der 750i ist für 75 800 Euro zu haben, und für den 760i sind 111 900 Euro aufzuwenden. Die Li-Ableitungen sind etwa 6000 Euro teurer. Die Dieseltypen 730d und 745d kosten 61 500 und 79 000 Euro, Langversionen gibt es hier nicht.

          Feinarbeit im Design, kombiniert mit neuen Motoren
          Feinarbeit im Design, kombiniert mit neuen Motoren : Bild: BMW

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