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BMW Motorrad : Technischer Fortschritt plus Zauberei

BMW-Gesicht: Xenon-Modul, flankiert von Fernlicht und Standlicht-Ringen nach Art des Autos Bild: Hersteller

Das Münchener Leuchten: neue Modelle, neue Technik. BMW Motorrad setzt die Konkurrenz unter Druck. Die kommenden Supertourer K 1600 GT und GTL zeigen, was sich die Bayerischen zurzeit so alles einfallen lassen.

          In flottem Takt präsentiert BMW neumodische Dinge, die der altgediente Motorradfahrer nicht gewohnt ist. Der wundert sich. Zunächst über das, was die Münchener mal wieder ausgebrütet haben und sich gut bezahlen lassen wollen. In dieser ersten Phase des Wunderns erscheint dem Motorradfahrer manches als Schnickschnack.

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          Wozu das nun wieder? Muss es sein, dass das Motorrad, diese im Prinzip puristische Fahrmaschine, mit der zunehmenden Fülle technisch aufwendiger Regelsysteme und Ausstattungsmerkmale dem Auto hinterher läuft?

          Die Antwort gibt der Markt. Er scheint es so zu wollen.

          Sitz sportiver, Topcase nur gegen Aufpreis, das gleiche Tier auch hier: die BMW GT

          In Phase II des Wunderns, eine Weile später und nach genauer Betrachtung, fragt sich der Motorradfahrer: Warum kommen die erst jetzt damit, und warum ist eigentlich noch kein anderer auf die Idee gekommen? Das nächste Beispiel dafür ist in Sicht, das Xenon-Licht der K 1600. Der Sechszylinder-Luxustourer, vor anderthalb Wochen während der Kölner Intermot vorgestellt und vom nächsten Frühjahr an verfügbar, bekommt den Xenon-Scheinwerfer serienmäßig und gegen Aufpreis gar mit „adaptivem Kurvenlicht“.

          Erster Gedanke: Du meine Güte, auch das noch! Dann allerdings erinnert man sich vielleicht dunkel an die letzte Nachtfahrt. Das Abblendlicht der meisten Motorräder ist akzeptabel, wenn auch nicht berauschend. Mitunter ist es erbärmlich. Hinzu kommt: Bei Kurvenfahrten leidet die Ausleuchtung der Fahrbahn zuweilen dramatisch unter der Schräglage. Dann kann es sein, dass man außer einem Lichtklecks auf dem Asphalt nur Schwarz vor sich hat.

          „Erstmals auch beim Motorrad möglich“

          Mit dem Kurvenlicht ist es nach den Worten von BMW-Entwicklungsleiter Christian Landerl „erstmals auch beim Motorrad möglich, in die Kurve hineinzuleuchten und die auftretende Schräglage auszugleichen. Das bringt einen deutlichen Zugewinn an aktiver Fahrsicherheit.“

          Allein die Lichtanlage der K 1600 zeigt, welch tiefgreifenden technischen Wandel das Verkehrsmittel Motorrad zurzeit durchläuft und wie sich BMW dabei immer wieder als Schrittmacher versteht. Serienmäßig wird die K 1600 über eine permanente Leuchtweitenregulierung verfügen, das heißt: Bei Geradeausfahrt wird dank eines „Nickausgleichs“ stets der voreingestellte Bereich erhellt, unabhängig von der Beladung und davon, ob gerade gebremst oder beschleunigt wird. Die Abblendeinheit im Hauptscheinwerfer hat ein mittig angeordnetes, bewegliches Xenon-Projektionsmodul mit Reflektionsspiegel. Höhenstandssensoren an Vorder- und Hinterradaufhängung liefern die Daten für die Leuchtweitenregulierung.

          Im Fall der Sonderausstattung „adaptives Kurvenlicht“ gesellt sich zum Nickausgleich ein Ausgleich der gefahrenen Schräglage samt Hineinleuchten in die Kurve hinzu. Der in der Standardversion statische Reflektionsspiegel ist hier schwenkbar, wird durch einen Stellmotor bewegt. Die notwendigen Informationen holt sich der Bordrechner von Schräglagensensoren, die im Hauptberuf die - als weitere Option erhältliche - Traktionskontrolle mit Daten versorgen.

          Ähnlichkeit mit BMW-Automobilen

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