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Prototyp R 18 : Riesenboxer von BMW

Made in Japan: Yuichi Yoshizawa und Yoshikazu Ueda von Custom Works Zon mit ihrem BMW-Einzelbau „Departed“, in dem der neue Boxermotor steckt. Bild: Hersteller, Hermann Köpf

BMW hat einen Zweizylinder-Boxer vorgestellt, der vermutlich als Antrieb für eine neue Modellfamilie mit 1800 Kubikzentimeter dienen wird. Das wird die Amerikaner freuen.

          Einen derart großvolumigen Motor hat es in der mehr als neunzigjährigen Geschichte von BMW Motorrad noch nicht gegeben. In Yokohama hat das Unternehmen am Wochenende den Prototypen eines Zweizylinder-Boxers vorgestellt, der vermutlich als Antrieb für eine neue Modellfamilie dienen wird. Die Typenbezeichnung R 18 lässt auf einen Hubraum von ungefähr 1800 Kubikzentimeter schließen, allerdings machten die Münchener zunächst keinerlei Angaben zu technischen Daten.

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          Derart großvolumige Motoren sind vor allem für den amerikanischen Motorradmarkt interessant. Auf dem spielt BMW nach eigenem Selbstverständnis derzeit eine viel zu bescheidene Rolle und will erklärtermaßen kräftig aufholen. Wie das bewerkstelligt werden soll, darum hatte es zuletzt viele Spekulationen, aber wenig Konkretes gegeben. Nun scheint die Katze aus dem Sack zu sein.

          Bei dem großvolumigen luft/ölgekühlten Boxer dürfte es sich um jenen Motor handeln, der künftige Cruiser-Maschinen vornehmlich für Kunden in den Vereinigten Staaten, aber auch in anderen Märkten antreiben wird. Zudem soll er die wachsende internationale Custombike-Szene ansprechen, deren Einfluss auf die Motorrad-Industrie insbesondere im Retro- und Cruiser-Segment zunimmt.

          Auf der Hot Rod Custom Show von Yokohama wurde das Motorrad zum „Best of Show“ gewählt. Bilderstrecke

          Letzteres erklärt auch die ungewöhnlichen Umstände, unter denen der deutsche Konzern erstmals seinen Riesenboxer zeigte. BMW hatte den auf dem Prüfstand schon erprobten Motor der kleinen, in der Szene wohlbekannten Motorrad-Schmiede Custom Works Zon aus Japan überlassen, die ihn als Kernstück eines aufwendig in Handarbeit gefertigten Einzelstücks verwendete, auf der Customizer-Messe Hot Rod Custom Show in Yokohama ausstellte - und damit prompt den Titel "Best of Show" gewann.

          Der kommende Serienmotor wird sich vom hier im Bild zu sehenden erheblich unterscheiden, zum Beispiel dadurch, dass das Gemisch elektronisch aufbereitet wird und nicht durch Vergaser, wie Zon sie verbaute. Auch die Zylinderkopfdeckel sind Spezialanfertigungen der Japaner.

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