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Neuer BMW 7er : Das Flaggschiff wird zum Kreuzer

Bild: F.A.Z., Hersteller

BMW will seinen Anspruch auf die Führerschaft in der Oberklasse untermauern: Auf der IAA im Herbst feiert der 7er seine Premiere. Schon jetzt konnten wir einige Runden mit ihm drehen.

          4 Min.

          Die Zeiten, in denen neue Autos immer größer und schwerer wurden, sind lang vorbei. Kommt heute ein neues Modell, ist es in der Regel leichter. Das hilft, Kraftstoff zu sparen. Jedes Kilo, das nicht bewegt werden muss, ist Gold wert. So ist der neue 7er, das Flaggschiff der BMW-Baureihen, um 130 Kilogramm weniger schwer als das Vorgängermodell, und wäre nicht so viel neue Technik in die sechste Generation des großen BMW geflossen, wären es sogar 200 Kilogramm.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Darauf ist Klaus Fröhlich, der neue Entwicklungsvorstand des Münchner Automobilherstellers, besonders stolz. Einer der Eckpfeiler dieser Schlankheitskur ist eine neue Karosseriestruktur, neudeutsch Carbon Core genannt. Zum Einsatz kommen nicht nur Stahl und Aluminium, sondern eben auch Karbon beziehungsweise kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff (CFK). Hierbei profitiere man von den Erfahrungen aus den i-Modellen (i3 und i8), die zum großen Teil aus CFK bestehen.

          Noch getarnt: Der neue BMW 7 bei Proberunden auf dem BMW-Testgelände in Miramas bei Marseille. Zu sehen ist die Langversion, das flache Heck täuscht, es gibt einen separaten Kofferraum.

          CFK steckt im neuen 7er zum Beispiel im Schweller oder im Bereich der B-Säule. Dort wird die Torsions- und Biegesteifigkeit gefestigt, obwohl weniger Blech verbaut wird und so das Gewicht sinkt. Der 7er ist das erste Fahrzeug überhaupt, in dem diese Technik angewandt wird, dazu ist das CFK durch ein „weltweit einzigartiges Lackierverfahren“ vollständig in den Produktionsprozess integriert. Gebaut wird der große BMW wie bisher im Werk in Dingolfing (und nur dort).

          Der 7er mit Achtgang-Automatik

          Aus Karbon sind außerdem der Mitteltunnel, die Längsträger und die Hutablage. Aus Aluminium sind die Türen, die Motorhaube, die Heckklappe, das Dach, aber auch die Federdome und der Motorenträger. Und ein vierter Werkstoff soll nicht unterschlagen werden: Der Armaturentafelträger ist aus Magnesium.

          Doch Abspecken um mehr als 100 Kilo gelingt nicht allein durch Maßnahmen an der Rohkarosse. Fröhlich: „Wir haben jedes einzelne Bauteil unter die Lupe genommen.“ So sind die neuen Bremssättel um 2,3 Kilo leichter, 400 Gramm der Radträger, und um noch ein letztes Beispiel zu nennen: Es wird auch 12 Kilo weniger Isoliermaterial (gegen den Motorlärm) verbaut. Möglich wird dies durch eine neuartige „quellennahe Isolation“ am Motor.

          BMW wäre nicht BMW, wäre Leichtbau das einzige große Thema beim neuen 7er. Fröhlich verspricht viele „Industry First“, hält sich aber mit Auskünften zur künftigen Motorenpalette noch zurück. Klar ist, dass es einen Plug-in-Hybrid geben wird, wahrscheinlich mit dem Motorensystem aus dem X5 (der feiert morgen Premiere in Schanghai auf der dortigen Automesse). Es wird Sechs- und Achtzylindermotoren (Benzin und Diesel) geben, auch am V12-Triebwerk (Benzin) wird offenbar festgehalten. Brandneu ist ein Reihensechszylinder-Ottomotor mit drei Liter Hubraum und Doppel-Turbo. Geboten werden hier 240 kW oder 326 PS. Alle 7er haben eine verfeinerte Achtgang-Automatik, deren Schaltstrategie sich auf die Navigationsdaten stützen kann.

          Fahrerlebnis 7er-BMW: In Eco Pro leuchten die Instrumente in hellem Blau.

          Auch Anbindung ans Internet und alles, was mit Kommunikation zu tun hat, wird im neuen BMW groß geschrieben. BMW hat in den vergangenen vier Jahren fast 3000 Kunden in Amerika, China und Deutschland nach ihren Wünschen gefragt und sieht sich jetzt auch hier ganz vorn. Neu sind unter anderem eine Gestensteuerung, und der große Navigationsbildschirm (wie bisher 10,25 Zoll) ist jetzt berührungsempfindlich ausgelegt.

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