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Besuch in Malvern Link : Morgandämmerung

  • -Aktualisiert am

Seit 110 Jahren on the road: Morgan Roadster Bild: Hersteller

Er sieht aus wie vor mehr als 80 Jahren, doch steht der jüngst vorgestellte Morgan Plus Six für den Beginn einer neuen Zeit. Aber keine Sorge: Moderne Autos werden die Kerle in Malvern Link auch künftig nicht bauen.

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          Im ersten Moment ist alles wie immer. Aus den niedrigen Backsteinhallen an der Pickersleigh Road tönen Hammerschläge, und man hört, wie der Schreiner den Eschenholzrahmen zurechthobelt: Wer bei britischen Sportwagenhersteller Morgan durch die Produktion in Malvern Link schlendert, wähnt sie in einer Art Freilichtmuseum des Automobilbaus. Wo es zum Beispiel bei McLaren ein paar Stunden weiter im Südwesten aussieht wie in einen Operationssaal, klinisch rein und klimatisiert, liegen bei Morgan zentimeterhoch die Holzspäne auf dem Boden, es riecht nach Leim, und die Luft ist schwer von der Schwüle des Tages. Würde nicht aktuelle Popmusik aus dem Radio schallen, man könnte meinen, die Zeit sei hier tatsächlich stehengeblieben.

          Doch dann fährt einer der 170 Mitarbeiter den neuen Plus Six aus der Backsteinhalle, und man merkt, dass etwas anders ist. Nicht nur, dass jetzt aus dem seit über 80 Jahren kaum veränderten und deshalb so vertrauten Gesicht des Roadsters plötzlich LED-Leuchten blitzen, die so filigran wirken wie die Duplo-Steine aus dem Lego-Regal. Sondern vor allem hat der Wagen einen neuen Klang: Zum ersten Mal in der Morgan-Geschichte hört man das feine Surren eines Turbos, das sich über den satten Sound des Sechszylinders legt. Und als wäre das nicht schon revolutionär genug, wird der 340 PS und 500 Newtonmeter starke 3,0-Liter-Motor auch noch mit der ersten Automatik seit Gründung von Morgan im Jahr 1909 kombiniert.

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