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Bentley Continental Flying Spur : Nicht nur Leder und Wurzelholz der englischen Art

  • -Aktualisiert am

Die Rohkarosse des Bentley Flying Spur kommt aus Sachsen Bild:

Kultivierte Kraft, Leichtbau und Luxus: Die Sport-Limousine Bentley Continental Flying Spur trägt viele Gene des VW Phaeton in sich.

          Was ist im neuen Continental Flying Spur eigentlich von Bentley? Keith Sharp, im englischen Crewe verantwortlich für Federung und Lenkung, zeigt beispielsweise ein etwa fünf Zentimeter langes Metallröhrchen, das in seiner Mitte elliptisch aufgeweitet und in seinem Inneren gummiert ist. Was Sharp "Bentley Bush" nennt, ist das innere Gummilager am oberen Querlenker der Vierlenker-Vorderachse. Es ist für das Lenkverhalten verantwortlich und wirkt - verglichen mit dem zylindrischen Standardlager aus der VW-Limousine Phaeton und dem Audi A8 - steifer in Druck und Zug, aber weicher gegen Verdrehung. "Der Bentley Bush verbessert das Lenkgefühl", sagt Sharp.

          Das geänderte Gummilager soll der großen Limousine die Handlichkeit eines Sportwagens verleihen. Es ist nur ein Beispiel von vielen dafür, daß der Bentley nicht nur ein Phaeton in neuem, vielleicht attraktiverem Blechkleid ist. Bentley-Entwicklungschef Ulrich Eichhorn und seine 540 Mitarbeiter starke Truppe haben so ziemlich jedes einzelne Teil angefaßt. Nur jedes vierte übernahmen sie aus dem großen Fundus des VW-Konzerns unverändert. Vorhandenes zu modifizieren sei schneller und billiger, als von vornherein neu zu konstruieren, umreißt Eichhorn seine Synergie-Philosophie. Bei Bentley gilt der Grundsatz, daß alles, was sichtbar ist, sowieso neu gestaltet sein muß. Die markante Karosse trägt eine ausgeprägte Gürtellinie, die der Designer Paul Pires in seiner englischen Art als "the Continental bloodline" bezeichnet.

          Diese Gestalt des Wagens ist zwar in Mittelengland erschaffen worden, doch gepreßt wird die Rohkarosse im sächsischen VW-Werk Mosel bei Zwickau. Sie ist aus Stahlblech und ist mit zusätzlichen hochfesten Stahlstreben in Pfosten und Schwellern zum wohl steifsten automobilen Körper gereift. "Intelligenter Leichtbau", wie moderner Materialmix genannt wird, läßt die blanke Karosse - verglichen mit dem Coupe Continental GT - nur um 90 Kilogramm zunehmen. Die Limousine trägt die Vorderachse weiter vorn, so daß sie eine respektable Länge von 5,3 Meter erreicht - damit ist sie 25 Zentimeter länger als die Langversion des Phaeton. Diese majestätische Größe bietet Fondpassagieren mehr Komfort, der Kofferraum faßt vier Golfbags, der gewaltige Radstand von 3,07 Meter macht große Überhänge entbehrlich und soll für ruhiges Fahrverhalten sorgen. Der neue Bentley ist mit einer Höchstgeschwindigkeit von 312 km/h die wohl schnellste Serien-Limousine der Welt.

          Vorwärts geht's mit zwölf Zylindern

          Für den Vortrieb sorgt der von Phaeton und A8 bekannte Zwölfzylindermotor mit sechs Liter Hubraum. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Nicht nur, daß der Bentley-W12 in Crewe gebaut wird, ihn beatmen auch zwei Turbolader mit bis zu 1,6 bar, so daß er statt der im Phaeton gebotenen 309 kW (420 PS) bei Bentley 412 kW (560 PS) leistet und bereits oberhalb von 1600/min ein Drehmoment von 650 Newtonmeter entwickelt. Diese kultivierte Kraft verteilt ein sechsstufiges ZF-Automatikgetriebe (6HP-26) sicherheitshalber auf alle vier Räder. Der Antriebsstrang ist stark genug, um das rund 2,5 Tonnen schwere Gefährt in nur 5,1 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h zu beschleunigen.

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