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Bénéteau-Segelyachten : Mehr Licht und nicht so schräg, bitte

Seeterrasse in voller Fahrt: Bénéteau Sense 43, riesiges Cockpit, viele Fenster und Luken, empfänglich für jeden Sonnenstrahl Bild: Kelagopian, Martin-Raget/Hersteller

Selten löste eine Werft mit etwas Neuem so eine Verwunderung aus wie Bénéteau mit der Sense-Baureihe. Die Themen: scharf kalkulierte Platzverschwendung und ein Lebensgefühl.

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          Am Anfang stand – beziehungsweise lag – das weiße Blatt Papier. Das ist unter Konstrukteuren und Designern gemeinhin das Synonym für einen Neuanfang. Loslösen vom Bisherigen, die Gedanken laufen, die Ideen sprudeln lassen und mal sehen, was dabei herauskommt, wenn man Grundsätzliches in Frage stellt. Vor ungefähr fünf Jahren haben sie sich bei Bénéteau in ihren Büros an der französischen Atlantikküste vors weiße Blatt gesetzt. So jedenfalls erzählen sie es heute. Schaut man sich jetzt das Resultat an, diese dritte, ganz neue Baureihe von Bénéteau-Segelyachten, glaubt man das glatt. Es muss so gewesen sein. Wie sonst sollte so etwas entstehen können? „Sense“ heißen die neuen Typen. Voriges Jahr kam die Sense 50 (15 Meter lang) auf den Markt, dann folgte die Sense 43 (13 Meter). Sie wird nicht die letzte sein, unterhalb von 43 Fuß allerdings ist nichts Derartiges geplant, denn unterhalb dieser Größe funktioniert das unkonventionelle Konzept nicht. Makes no sense, wie der Franzose sagt.

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          Es braucht eine gewisse Länge für diese Art der komfortablen Fahrtenyacht, die den Kunden ansprechen soll, der dem Genuss im Leben grundsätzlich nicht abgeneigt ist und Verbissenheit verabscheut. Bénéteau hat den „hedonistischen Segler“ im Sinn. Weil nicht auszuschließen ist, dass auch der Hedonist hin und wieder mal jemanden versägen will, wurde die Sense-Baureihe auf eine ordentliche Reisegeschwindigkeit und Seetüchtigkeit ausgelegt. Allerdings soll sie sich dabei mit ihrem sehr breiten Rumpf mit Kimmkanten, der ein hohes aufrichtendes Moment erzeugt, aus Komfortgründen aufrechter fortbewegen als gewöhnlich. Nach den Worten des Yachtdesigners Olivier Racoupeau entfalten die Boote ihr Potential am besten bei einer Krängung von 15 anstelle der üblichen 20 Grad

          Die Segelfläche im Verhältnis zum Bootsgewicht ist durchaus nicht gering, sogar einige Prozent größer als die der konventionelleren Bénéteau-Fahrtenyachten aus der Océanis-Baureihe, wie Entwicklungsleiter Bruno Belmont erklärt. Allerdings soll die Reise möglichst geschmeidig unter Vermeidung von Gewürge vonstattengehen. Zugunsten der Balance und der einfachen Handhabung steht der Mast weiter achtern, im Fall der Sense 43 einen guten Meter. Die Yacht droht nicht so schnell in den Wind zu schießen, wenn sie von einer kräftigen Böe getroffen wird.

          Schaltzentrale: Das Cockpit der Sense 50

          Offener Zugang zum Wasser

          Es geht hier nicht um Racing und die permanente Arbeit an Schot und Kurbel. Die Sense-Modelle, so die ursprünglichen Überlegungen, sollen attraktiv aussehen, geräumig sein und vor allem – das ist momentan eines der großen Themen in der Freizeitschifffahrt – die auf Yachten übliche Trennung zwischen innen und außen aufheben. Der Übergang zwischen Salon und Cockpit soll fließend, der Zugang zum Wasser übers Heck offen sein. Ganz abgesehen vom weißen Blatt Papier: Inspiration haben sich die Bénéteau-Mannen überall geholt – bei Katamaranen, Motorbooten, ungewöhnlichen, innovativen Projekten aus der Vergangenheit wie der „Atoll“, jenem Einrumpf-Zweirumpf-Zwitter aus den neunziger Jahren, und natürlich auch in Diskussionen mit Kunden und Messebesuchern.

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