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Autoverkauf : Wer wirklich sichergehen will, sollte seinen Wagen lieber abmelden

  • -Aktualisiert am

Kurzzeitkennzeichen gelten fünf Tage Bild:

Autokaufen ist schon nicht leicht, Autoverkaufen aber auch nicht. Damit die Freude über das verkaufte Auto und den Erlös nicht ungetrübt bleibt, sollte man einige Regeln beachten.

          Autokaufen ist schon nicht leicht, Autoverkaufen aber auch nicht. Wer sein Fahrzeug privat veräußert, sollte einige Spielregeln beachten. Denn versäumt es der Käufer, das erworbene Fahrzeug vereinbarungsgemäß innerhalb weniger Tage um- oder abzumelden, zahlt der alte Besitzer weiterhin die Steuer bis zur Ummeldung, insbesondere dann, wenn er den Verkauf der Zulassungsbehörde nicht schriftlich mitgeteilt hat. Die Versicherung geht zwar mit dem Kauf auf den Käufer über, aber ist der Käufer nicht auffindbar, haftet der Verkäufer überdies zu gleichen Anteilen mit dem Käufer für die Versicherungsprämie, bis zum Ablauf des laufenden Versicherungsjahres. Ein Trick, den gerissene Betrüger nutzen, wenn es der Verkäufer versäumt, sich die im Kaufvertrag niedergelegten Adreßdaten durch einen gültigen Personalausweis bestätigen zu lassen. Wichtig: Übergabezeitpunkt im Vertrag genau vermerken. Ist der neue Besitzer nicht auffindbar, greift auch das Verfahren einer von der Zulassungsbehörde einzuleitenden Zwangsstillegung nicht. Verursacht der Käufer in der Zeit zwischen Kauf und Ummeldung einen Unfall, geht das in der Regel nicht zu Lasten des eigenen Schadenfreiheitsrabatts.

          Trotzdem: Wer keinerlei Risiko eingehen will, sollte seinen Wagen vor der Übergabe abmelden. Der Verwaltungsakt kostet üblicherweise 5,60 Euro, und es müssen Fahrzeugbrief, Fahrzeugschein, TÜV- und AU-Bericht sowie die Schilder vorgelegt werden. Das Fahrzeug muß nicht vorgeführt werden. Im Fahrzeugbrief erfolgt ein entsprechender Vermerk, der Fahrzeugschein wird eingezogen. Die entwerteten Kennzeichen kann man auf Wunsch als Erinnerung mitnehmen. Der Zusatzaufwand lohnt sich für den Verkäufer, denn zu diesem Zeitpunkt endet für ihn die Steuerpflicht, und eine versicherungsrechtliche Haftung ist ebenso ausgeschlossen wie die sogenannte Halterhaftung. Schließlich gehen auch Knöllchen bis zur erfolgten Umschreibung zunächst zu Lasten des eingetragenen Fahrzeugbesitzers, von der haftungsrechtlichen Problematik bei Verkehrsdelikten ganz zu schweigen. Auch der Verkauf eines abgemeldeten Fahrzeuges sollte der Zulassungsstelle mitgeteilt werden. Der Käufer kann ein abgemeldetes Auto mit sogenannten "Kurzzeitkennzeichen" zur einmaligen Verwendung (früher rote Kennzeichen) bewegen. Diese können in einem begrenzten Zeitraum von fünf Tagen zu Überführungsfahrten und der anschließenden Zulassung am vorgesehenen Standort benutzt werden, wobei das Datum des letzten Geltungstages auf der rechten Seite des Kennzeichens eingetragen ist. Um solche speziellen Schilder zu erhalten, müssen der Zulassungsstelle nur Personalausweis und eine Versicherungsbestätigung (früher Doppelkarte genannt) vorgelegt werden. Die Verwaltungsgebühr beträgt 10,20 Euro, dazu kommen die Kosten für die Kennzeichen (zirka 15 Euro) und die Versicherung. Die Schilder können nach Gebrauch weggeworfen werden. Beabsichtigt ein Käufer die Ausfuhr des Fahrzeuges aus Deutschland, so kann dies mit einem Ausfuhrkennzeichen geschehen. Dieses ist auf der rechten Seite mit einem roten Längsbalken und dem eingetragenen Ablaufdatum gekennzeichnet. Wichtig für den Käufer: Die Zulassungsstellen verlangen in diesem Fall die Vorlage einer speziellen Haftpflichtversicherung. Diese kostet für einen Personenwagen rund 80 Euro und hat eine Gültigkeitsdauer von 15 Tagen, oder sie kostet 160 Euro für einen Monat. Auch ist für die Erteilung eines Ausfuhrkennzeichens die Vorlage einer gültigen TÜV- und AU-Bescheinigung notwendig. Fahrzeuge, die auf Ausfuhrkennzeichen zugelassen werden, müssen üblicherweise bei der Zulassungsstelle zur Identifizierung vorgeführt werden.

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