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Automotive-Experte Dallara : Fixe Rechner für flotte Autos

  • -Aktualisiert am

In 3,2 Sekunden von 0 auf 100: Dallara Stradale Bild: Kirchberger

Mit Supercomputern drücken die Entwickler des Automotive-Experten Dallara aufs Tempo. Die 660 Mitarbeiter der Hightech-Werkstatt arbeiten unter anderem für die Serienfertigung von Audi, Bugatti, Maserati oder Porsche.

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          Dallara wer? Kaum ein Automobil-Fan kennt diesen Namen. Dabei entwickelt Dallara die Basis für die Rennserie der Formel E, deren sich die Teams von Audi bis Porsche bedienen. Das Automotive-Unternehmen aus der Nähe von Parma, an den Osthängen des Apennin, gehört zu den Pionieren im Automobilbau. Die 660 Mitarbeiter der Hightech-Werkstatt arbeiten unter anderem für die Serienfertigung von Audi, Bugatti, Maserati oder Porsche, auch die Motorradmarke Ducati gehört zum Kundenstamm.

          Die Geschichte von Dallara beginnt 1959. Unternehmensgründer Giampaolo Dallara geht zu Ferrari, wird später Chefingenieur bei Maserati und gehört 1966 zum Entwicklungsteam des legendären Lamborghini Miura. Kooperationen mit Fiat und Ferrari, Toyota und Honda folgten, der Formel-1-Zirkus war das Spielfeld der enthusiastischen Italiener. Auch andere Autolegenden wie der Fiat X 1/9 oder der KTM X-Bow gehen auf das Konto der Ideenwerkstatt.

          Bei diesen und anderen Entwicklungen zählt vor allem die Zeit. Nicht nur jene, die für das schnelle Absolvieren einer Runde auf der Rennstrecke vergeht, auch die, in der Projekte von der Idee bis zur Umsetzung in die Realität vorangetrieben werden. Ohne Computer geht das schon lange nicht mehr. Und ähnlich wie die Börsenmakler und Investment-Banker ihre Rechner in größtmöglicher Nähe zum nächsten Zugangspunkt zur Datenleitung positionieren, um den Vorsprung von wenigen Hundertstelsekunden für höhere Profite zu nutzen, setzt auch Dallara auf schnellste Supercomputer und Simulationen. In Varano de’ Melegari arbeitet im konstant auf 20 Grad temperierten Hochsicherheitstrakt ein maßgeschneiderter Next-Scale-M5-Rechner mit Intel-Xeon-Prozessoren des Computerspezialisten Lenovo und einem Arbeitsspeicher von 258 Terrabyte. Zehn weitere Server gehören zur Anlage.

          Zeitgewinn ist kaum mit Geld aufzuwiegen

          Fünf bis sechs Millionen Euro kosten die Rechner, doch der Zeitgewinn ist kaum mit Geld aufzuwiegen. Früher war für Entwicklungen stets aufwendiger Modellbau notwendig. Heute arbeiten die Ingenieure mit komplexen Rechenmodellen und dem Computer. Das Geschäftsmodell des Unternehmens folgt dabei einer sehr einfachen Richtlinie. „Was wir beim Motorsport lernen, verkaufen wir als Consultant an die Kunden“, sagt Gründer Giampaolo Dallara.

          Und dies überaus erfolgreich. Bei den amerikanischen Indy-Car-Rennen hat das Unternehmen die Pole-Position gewissermaßen abonniert. Audi profitierte in der ehemaligen DTM vom Knowhow der Italiener, und über die Formel 3 kam Dallara schließlich in die Formel E. Die Geschäfte gehen gut, die Mitarbeiterzahl hat sich seit 2006 mehr als versechsfacht. Man expandierte ständig, bis Corona kam. Die Aufgaben für Automobilhersteller werden zunehmend komplexer, Homologationen und Zertifizierungen spielen nicht allein bei der Abgasgesetzgebung eine Rolle, das Regelwerk für straßenzugelassene Fahrzeuge ist vom einstigen Broschürenformat längst zur regalfüllenden Wälzersammlung geworden.

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