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Automesse : Die neue A-Klasse kommt in Genf zur Welt

  • -Aktualisiert am

Der einstige Revolutionär wird komplett umgekrempelt und soll jetzt nicht mehr den „alten“ Kunden, sondern die sportlich-jugendliche Schar der Käufer ansprechen Bild: Hersteller

Der Automobilsalon 2012 in Genf ist eröffnet und glänzt mit mehr Neuheiten als je zuvor. Die größte Überraschung ist das Bentley-SUV.

          5 Min.

          War da nicht was mit Elektroautos? Sollten die nicht unsere Ölverbrenner und Spritvergeuder in naher Zukunft ersetzen? In den Vorstellungen öko-beseelter Marketingstrategen war und ist das vielleicht so, doch die Realität spricht eine andere Sprache. Wenn sich die Autoindustrie von heute am Genfer See trifft - der wichtigsten Automesse dieses Jahres -, beherrschen wieder Old-School-Autos die Diskussionen. Die sind nämlich effizienter als je zuvor. Heute kommt kein neues Automodell auf den Markt, das nicht leichter und sparsamer als sein Vorgänger ist - und das in der Regel mit kleineren Triebwerken, die dennoch stärker geworden sind.

          Eigentlich wäre es bei Lamborghini so langsam Zeit für den offenen Aventador. Doch in Genf steht nur ein Prototyp, Marke radikaler Roadster Bilderstrecke
          Eigentlich wäre es bei Lamborghini so langsam Zeit für den offenen Aventador. Doch in Genf steht nur ein Prototyp, Marke radikaler Roadster :
          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Gewiss stehen in den Genfer Messehallen auch Elektroautos, doch ohne kürzere Ladezeiten und vernünftige Reichweiten werden sie immer ein Spielzeug für jene Klientel bleiben, die sich ein Auto leisten kann, das nur für die Fahrt zum Einkaufen taugt.

          Noch spielt die Musik da, wo sie schon immer gespielt hat, 2012 ist sie vielleicht sogar lauter denn je. Bevor die Redaktion nächste Woche in „Technik und Motor“ ein Resümee der in Genf gesammelten Eindrücke zieht, blicken wir heute schon in die Hallen und nennen die wichtigsten Neuheiten - soweit bekannt.

          Die wichtigsten Neuheiten auf der Genfer Fachmesse

          Audi setzt mit dem neuen A3 ganz gewiss eines der Glanzlichter des Salons, zu dem wieder gut 750.000 Besucher erwartet werden. Auf der Basis des nächsten Golf (VII) gilt das eingangs erwähnte Motto: leichter, sparsamer, stärker. Das Außendesign wird nur behutsam geändert, völlig neu gestaltet ist der Innenraum. Ebenfalls debütieren unter anderen der RS4 Avant (dritte Generation), das RS5 Cabrio und der A6 Allroad quattro.

          Konzernschwester Bentley überrascht nicht mit dem neuen V8-Motor, sondern mit einem Geländewagen. Und wenn Bentley ein SUV auf die Räder stellt, kann es dafür nur eine Position geben: ganz oben. Mit einer imposanten Studie soll das Terrain für eine dritte Modellreihe aus Crewe sondiert werden. Das luxuriöse Trumm trägt das Kürzel EXP 9 F und zielt auf die Leere, die oberhalb von Fahrzeugen wie dem Porsche Cayenne Turbo und dem Range Rover gähnt. Einen Geländewagen für 200.000 Euro aufwärts hat sich bislang kein Hersteller getraut. Wenn das Auto gut ankommt und vom VW-Konzernvorstand grünes Licht bekommt, gibt es für diesen Preis von 2015 an einen Luxusliner mit von 5,06 Meter Länge, der in jeder Dimension dem Überfluss verpflichtet ist. Hinter dem gewaltigen Kühlergrill steckt der W12-Motor aus dem Continental, der hier aus sechs Liter Hubraum 449 kW (610 PS) schöpft und Geschwindigkeiten nahe 300 km/h ermöglichen soll.

          Doch etwas bescheidener tritt BMW auf. Wir wetten noch auf eine große Überraschung, sonst ruht man sich ein wenig aus nach den Anstrengungen der jüngsten Zeit, pflegt den Ruf der Sportlichkeit mit dem 6er Gran Coupé und der Messepremiere der neuen Submarke M Performance, die für Autos wie den neuen M 135i zuständig ist.

          Fiat reizt den Erfolg des 500 weiter aus und stellt ihm jetzt eine weitere Variante zur Seite: Als 500L soll er Emotion und Funktionalität verbinden. Fünf statt vier können mitfahren, und bei einer Länge von 4,14 statt 3,55 Meter ist dafür auch wesentlich mehr Platz. Mal sehen, ob der kleine Kombi das bessere Ende für sich hat.

          Auch Ford denkt praktisch und hat jetzt den B-Max, der auf dem Salon 2011 noch als Studie firmierte, endlich fertig. Der knapp geschnittene Minivan ist nur 4,06 Meter lang, seine hinteren Schiebetüren geben ihm eine Sonderstellung. Auch im B-Max wird es den Einliter-Benzinmotor mit drei Zylindern geben. Noch eine Studie ist der Fusion, bei dem es nicht um den kleinen Kombi geht, der seit fast zehn Jahren kaum verändert im Programm ist, sondern um die nächste Generation des Mondeo. Der Prototyp war schon in Detroit im Januar zu sehen, aber noch nicht in Europa. Mit einer Länge von 4,87 Meter enteilt der Mondeo in die obere Mittelklasse.

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