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Automesse Detroit 2010 : Die Autoindustrie schöpft wieder Hoffnung

Die deutschen Hersteller, die ein gutes schlechtes Jahr 2009 hinter sich haben – Marktanteil bei rückläufigem Absatz um 0,6 Prozentpunkte auf 7,3 Prozent gestiegen –, wollen in den Vereinigten Staaten künftig noch mehr Gas geben und diese Quote mittelfristig auf zehn Prozent steigern. 763.000 verkaufte Autos sind eine nicht zu vernachlässigende Größe, neue oder vergrößerte Werke von VW, BMW und Mercedes-Benz lassen diese zehn Prozent durchaus realistisch erscheinen. Audi, noch ohne Werk im Autoland Amerika, nutzt Detroit zur Messepremiere des neuen A8 (Audi A8: Die etwas andere Größe in der Oberklasse) und überrascht zudem mit einer neuen e-tron-Studie. Der e-tron II ist kleiner und leichter (250 Kilogramm), es ist aber wieder ein reinrassiger Sportwagen mit aggressiven Formen. Es gibt nur zwei E-Motoren (der e-tron I hat je einen in den Rädern), 150 kW müssen genügen, die Reichweite soll 250 Kilometer betragen. Audi will e-tron in Zukunft als Label für seine elektrischen Autos etablieren, ähnlich wie quattro für den Allradantrieb. Audi-Chef Stadler kündigte bei der Vorstellung des Prototypen an, dass man noch in diesem Jahr den Q5 als Hybrid-Wagen auf den Markt bringen werde, kurze Zeit später folge der hybridisierte A8. Beide seien Voll-Hybride, man habe sich entschlossen, den Zwischenschritt „mild Hybrid“ (wie beim 7er BMW oder der Mercedes-Benz S-Klasse) auszulassen. Beide Audi können also rein elektrisch fahren. Immer noch stolz ist man in Ingolstadt auf den Titel „Green car of the year“, der dem Unternehmen im Dezember in Los Angeles verliehen wurde: Der A3 TDI (im Vorjahr war es der VW Jetta TDI) ist der beste Beweis dafür, dass auch in Amerika gewisse Kreise an den Diesel glauben. Aber bislang haben die deutschen Hersteller diesbezüglich bei den Personenwagen ein Monopol: Nur sie bieten Selbstzünder an. Immerhin stieg der Absatz stark von 13.900 im Jahr 2008 auf 42.000 Dieselautos im vergangenen Jahr.

Das Thema E-Auto wird von BMW nicht vernachlässigt

Volkswagen gibt mit der Studie NCC (New Compact Coupé) Hinweise darauf, wie der kommende Jetta aussehen wird. Der NCC, der einen serienreifen Eindruck macht, ist ein Hybrid-Auto mit einem Norm-Durchschnittsverbrauch von 4,2 Liter Superbenzin auf 100 Kilometer. Neben dem Zwei-Liter-TSI (110 kW/150 PS) arbeitet ein 20-kW-E-Motor, der den 4,58 Meter langen Prototyp auch allein antreiben kann (Lithium-Ionen-Batterie im Heck). Die Spitzengeschwindigkeit beträgt 227 km/h. Mercedes-Benz (mit Smart und Maybach) nutzt Detroit, um das neue Cabriolet der E-Klasse vorzustellen. Bei BMW macht vor allen der Mini als Studie „Beachcomber“ (ohne Türen) Furore, der elektrische 1er als Studie (F.A.Z. vom 15. Dezember) ist neben den Hybriden BMW 7 und X6 der Beweis dafür, dass das Thema E-Auto von BMW nicht vernachlässigt wird.

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