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Automesse Detroit 2010 : Die Autoindustrie schöpft wieder Hoffnung

Zurück zum Focus: Die ersten Vorboten der neuen Generation sind C-Max und Grand C-Max, die im Spätsommer auf den Markt kommen. Über die anderen fünf Varianten schweigt man sich noch aus. Man kann aber gewiss mit einem Kombi, einer zweitürigen Schräghecklimousine und einem Coupé rechnen. Vielleicht gibt es auch ein Cabriolet mit einem Stoffdach. Sind alle Versionen im Markt, rechnet Ford global mit zwei Millionen Focus jährlich.

Bei Ford glaubt man nicht an die Dieseltechnik für den amerikanischen Markt

Aus Dearborn war ja schon vor einiger Zeit zu hören, dass man zum „grünen“ Autohersteller werden wolle. Bill Ford, Vorsitzender des Aufsichtsrats, wiederholte auf der Messe nochmals, dass Ford bald in jedem Segment das Auto mit der niedrigsten Schadstoff-Emission oder dem niedrigsten Verbrauch stellen wolle. Schlüssel dazu sollen neben E-Autos besonders verbrauchseffiziente Motoren (Direkteinspritzung, Turbo) sein. An die Dieseltechnik für den amerikanischen Markt glaubt man bei Ford – im Gegensatz zu den deutschen Herstellern – aber nicht. Der Kunde sei immer noch nicht bereit dafür. Für 2012 kündigte Ford außerdem ein weiteres Hybridmodell sowie einen Plug-in-Hybrid an. Im Übrigen verkauft man mit dem Fusion Hybrid schon recht erfolgreich diese Technik – wobei auch hier nur der Name mit dem in Deutschland bekannten Modell gleich ist. Der amerikanische Fusion ist eng mit dem Mazda6 verwandt.

Während Ford ganz auf das kleinere Auto für den amerikanischen Markt setzt und bis 2015 einen Anstieg der jährlichen Verkaufszahlen im Segment um ein Viertel auf 3,4 Millionen Einheiten erwartet, sehen andere Marktexperten die Strategie zum Scheitern verurteilt, weil die Masse der Amerikaner einfach keine kleinen Autos kaufe. Sie seien viel zu sehr an das gute Platzangebot der großen Schlitten gewohnt. Nur abermals steigende Benzinpreise könnten Ford zupass kommen. In Dearborn kennt man dieses Argument sehr wohl und verweist mit einem Lächeln auf die übrige Modellpalette, in der es sehr wohl noch große und größte Autos gebe. Man habe nicht vergessen, dass der F 150 (ein riesiger Pick-up) seit 28 Jahren das meistverkaufte Auto Amerikas ist. 2009 wurden immer noch 413.625 Stück verkauft, im Rekordjahr 2004 waren es mehr als 910.000 gewesen. Zum Vergleich: VW hat 2009 in Deutschland 366 000 Golf abgesetzt. Und von wegen Sparmotoren: In Detroit feierte der Mustang mit einem neuen Fünf-Liter-V8-Motor Premiere.

Die deutschen Hersteller haben ein gutes schlechtes Jahr 2009 hinter sich

Während Ford und seine amerikanischen Marken Mercury und Lincoln mit ihrem ganzen Auftreten (der Stand ist um die Hälfte größer als im Vorjahr) Optimismus ausstrahlen, ist man bei GM wesentlich zurückhaltender. Auch beim einst größten Hersteller der Welt sieht man Chancen für das kleine Auto. Der Aveo wird schon in den Staaten verkauft, der kompakte Chevrolet Cruze, wie der Aveo in Europa schon bestens bekannt, soll noch im dritten Quartal 2010 in die Showrooms kommen. Auch dessen Motoren seien hocheffizient, die 1,4-Liter-Turbomaschine (103 kW/138 PS) kommt nach der europäischen Norm mit 5,9 Liter Benzin auf 100 Kilometer aus. Aber mit echten Neuheiten hält man sich bei GM zurück. Der elektrische Volt ist inzwischen ein Langweiler, vor Ende 2011 kommt er nicht auf den Markt. Ganz witzig ist die Studie GMC Granite, ein kleineres SUV mit gegenläufig angeschlagenen Türen. Am zweiten Messetag zauberte Cadillac noch die Studie XTS Platinum Concept aus dem Hut. So stelle man sich den Luxuswagen der Zukunft vor, hieß es. Natürlich ist der XTS ein Hybrid-Auto, der zudem noch an der Steckdose geladen werden kann (Plug-in). Der Verbrennungsmotor ist ein 3,6-Liter-V6-Benziner.

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