https://www.faz.net/-gy9-1670e

Automarkt China : Deutsche Autos aus China für die Welt

  • -Aktualisiert am

Reif für den Export: Mit BYD wandelt sich der VW Lavida zum Elektroauto Bild:

Bequem einsteigen, das Raumgefühl genießen, fürstlich reisen im Fond - zu den Kosten eines VW Passat: Wovon Autokäufer hierzulande träumen, ist für Chinesen Alltag in deutschen Autos. Bald könnte „made in China“ auch in Europa einschlagen.

          4 Min.

          Mit dem New Lingyu verkauft Volkswagen China seit 2009 einen gestreckten Passat mit 2,80 Meter langem Radstand und gehobener Ausstattung für mehr Beinfreiheit und Reisekomfort im Fond. Angetrieben von einem 1,8-Liter-Vierzylinder-Turbomotor mit 120 kW (163 PS), fährt er wirtschaftlicher als jede andere Oberklasse-Limousine mit vergleichbaren Platzverhältnissen.

          Der auch mit Zweiliter-Vierzylinder oder 2,8-Liter-V6 erhältliche „lange“ Passat basiert technisch auf dem Passat 5 und bedient als „Bentley des kleinen Mannes“ vorerst nur den chinesischen Markt. Warum eigentlich nicht auch die Märkte in den Vereinigten Staaten und Europa, wo das Bedürfnis nach erschwinglichem und – immer wichtiger – die Umwelt nicht mehr als nötig belastendem Reisekomfort steigt?

          Der wachsenden Bedeutung des chinesischen Marktes tragen auch BMW und Mercedes-Benz mit zwei Limousinen Rechnung, die in wenigen Tagen zur Peking Motor Show (vom 23. April bis zum 2. Mai) gezeigt werden und vorerst ausschließlich für den chinesischen Markt gedacht sind. Wie VW verlängert BMW den Radstand, hier bei der 5er-Limousine, und Mercedes streckt die E-Klasse zur Chauffeurlimousine.

          Delikatesse zum Schalten
          Delikatesse zum Schalten :

          Parallel zu diesen Entwicklungen mit konventioneller Antriebstechnik, treiben Volkswagen, BMW und Mercedes ihre Pläne für in China hergestellte Elektromobile voran. Nicht nur, weil die chinesische Regierung jedes Elektrofahrzeug mit umgerechnet 6.000 Euro subventioniert und damit den chinesischen Markt öffnet.

          Chinesische Batterien schwach?

          Die Deutschen haben längst auch den Export von in China entwickelten und dort preiswerter produzierbaren Personenwagen im Visier. So wird Volkswagen den vor Ort entwickelten Lavida vom weltmarktführenden heimischen Batteriehersteller BYD (Build Your Dreams) ausstatten lassen.

          Mercedes plant, die Elektro-Version der nächsten C-Generation in China starten zu lassen, und hat im März 2010 eine Zusammenarbeit mit BYD angekündigt. Und BMW wird sein im Rahmen des „Project i“ entwickeltes, völlig eigenständiges Elektromobil zunächst in China an der Start schicken. Ebenfalls mit Lithium-Ionen-Batterien aus chinesischer Herstellung.

          Inwieweit unabhängige Experten recht behalten, die der angeblich einfachen Batterietechnik der in China bereits erhältlichen ersten Plug-in-Hybridfahrzeuge von BYD nur eine geringe Lebensdauer zusprechen, bleibt abzuwarten.

          „made in China“ könnte satte Gewinne bringen

          Allerdings werden sich BMW und Mercedes-Benz schwertun, den von Volkswagen seit nahezu 30 Jahren in China herausgefahrenen Wettbewerbsvorsprung zu verkürzen. Denn die Wolfsburger liegen mit ihrer inzwischen global ausgeweiteten Komponentenstrategie ganz weit vorn. Weil nun auch das VW-Qualitätsmanagement an allen Produktionsstandorten des Konzerns greift, planen die Wolfsburger Strategen längst über die jeweiligen Heimatmärkte hinaus.

          Dass die in China gefertigten Volkswagen in umliegende asiatische Märkte hineinfahren, ist dabei nur ein kleiner Schritt. Nach Nordamerika und Europa jedoch Volkswagen „made in China“ zu liefern, das könnte satte Gewinne wegen günstiger Produktionskosten in die Kassen spülen.

          Mit dem entsprechenden Spielraum, Produkte auch in unteren Marktsegmenten anbieten zu können, pariert Volkswagen in westlichen Märkten so den erwarteten Ansturm neuer asiatischer Billigmarken. Dabei sei noch völlig offen, ob nicht vielleicht die Marke Skoda zum Exportschlager der chinesischen VW-Filialen tauge, heißt es in Schanghai.

          Verflechtung mit konkurrierenden chinesischen Partnern

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Sicher ist sicher: Wenn nicht immer genug Abstand gehalten werden kann, empfiehlt es sich, die Maske auch im Büro zu tragen.

          Corona am Arbeitsplatz : „Tröpfchen fliegen bis zu 20 Meter weit“

          Nicht jeder kann sich vor der Pandemie ins Homeoffice flüchten. Der Arbeitsmediziner David Groneberg erklärt, wie groß die Corona-Gefahr im Büro ist, welches Raumklima die Viren mögen und was man alles noch nicht weiß.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.