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Autohaus/Dekra : "Ford hat den besten Händlervertrag"

Die neue Gruppenfreistellungsverordnung (GVO), macht alles neu im Automobilvertrieb. Erste Erfahrungen mit der neuen rechtlichen Situation wurden jetzt diskutiert. Die große Revolution ist bisher ausgeblieben.

          Die neue Gruppenfreistellungsverordnung (GVO), nach der die Karten im Automobilvertrieb neu gemischt werden, gilt jetzt seit gut acht Monaten, im Oktober endet die Übergangszeit. Erste Auswirkungen wurden diese Woche auf einem Kongreß diskutiert, den die Branchenzeitschrift "Autohaus" zusammen mit der Sachverständigen-Organisation Dekra und der Real Garant-Versicherung veranstaltete.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Der charismatische Rechtsanwalt Christian Genzow, der sich stets mit viel Energie für die Seite des Handels einsetzt, zeigte die Situation auf und mahnte, daß noch nicht alle Hersteller/Importeure ihre Hausaufgaben gemacht hätten. Viel Lob hatte er für Ford. Deren Schriftwerk sei aus Händlersicht der beste Vertrag, dagegen übte er Kritik an BMW. Dieser "Vollfunktionsvertrag" sei schon deshalb fragwürdig, weil die neue rechtliche Situation drei verschiedene Verträge erfordere: einen für den Vertrieb von Autos, einen für den Service und einen für den Vertrieb von Ersatzteilen.

          Weiterhin bemängelte Genzow, daß in vielen Verträgen durch die Hintertür immer noch versucht werde, Vertragsgebiete einzuführen. Diese gebe es nicht mehr, Vertragsgebiet sei Europa. Zu bemängeln sei zudem, daß in der Regel die Service-Standards (nach neuer Rechtslage hat ein Betrieb ein Anrecht auf einen Service-Vertrag, wenn er die Bedingungen erfüllt, es herrscht Kontrahierungszwang) so hoch angesetzt würden, daß dies einer Marktabschottung gleichkomme. Die Hersteller sollten die EU-Kommission nicht unterschätzen, sie sei kein Papiertiger und habe schon europaweit Hausdurchsuchungen bei Peugeot veranlaßt.

          Professor Hans-Ulrich Sachs (Dekra) hatte Verständnis für hohe Standards, schließlich würden die Fahrzeuge ja immer komplexer. Ungefähr 8000 Anfragen für einen Service-Vertrag gebe es inzwischen (bei rund 20000 markengebundenen Händlern), wobei das Gros der Bewerbungen von ehemaligen Markenbetrieben käme oder von solchen, die gekündigt seien.

          Bei allem Gerangel um die neuen Verträge - noch wichtiger für die Branche ist, daß der Absatz von Autos endlich wieder besser läuft. Detlef Borscheid (B&D Forecast, Leverkusen) versprach für 2004 ein Plus von 7,1 Prozent bei den Neuzulassungen (siehe Praxis und Produkte).

          Wie man in der Krise den Absatz von Neuwagen erhöht, erklärte Carlo Samment von der Duisburger Röchling Autogruppe (sechs Betriebe mit Marken des VW-Konzerns). Seit gut einem Jahr beschaffe man sich Neuwagen aus anderen EU-Ländern und bewerbe das offensiv (Preisvorteil 20 Prozent).

          Im Gegensatz zur landläufigen Meinung leide das Neuwagen-Geschäft mit "deutschen" Autos nicht, zumindest bei Röchling. So habe man in diesem Jahr in den beiden Hauptbetrieben 360 neue Autos verkauft. Das entspreche exakt dem Vorjahres-Niveau. Obendrein freue man sich über 145 EU-Neuwagen, somit sei der Gesamtabsatz um 40,7 Prozent gestiegen. Besonders attraktiv seien die EU-Fahrzeuge wegen der höheren Gewinnspanne. Man verdiene im Schnitt 1200 Euro je Auto, nicht maximal 500. So hätten Kunde und Händler ihren Vorteil.

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