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Auto-Show in Detroit : So rassig fährt die Auto-Zukunft

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Der Ort für die großen Auftritte der automobilen Zukunft: International Auto Show Detroit Bild: REUTERS

Das Auto von morgen sucht sich Detroit als Bühne und führt dabei das alte Stück grenzenloser Mobilität auf. Die „International Auto Show“ ist nicht mehr der Nabel der Autowelt. Aber der Autosalon ist die wichtigste Nabelschau zum Beginn des Jahres. FAZ.NET-Spezial.

          Klappern gehört zum Handwerk. Auf der North American International Auto Show in Detroit wird seit etwa 25 Jahren sehr laut geklappert. Damals mauserte sich die Autoschau von einem lokalen Händlerereignis mit Verkaufsgesprächen zu einer internationalen Veranstaltung mit Pressekonferenzen und Wohltätigkeitsabenden.

          Die diesjährige Veranstaltung (mit Publikumstagen vom 13. bis zum 21. Januar) in der Detroiter Cobo Hall wird von der Branche als bester Startplatz für das Rennen um die Kunden in diesem Jahr gewertet: Kein Wunder, dass in Detroit kaum ein Hersteller auf seine Visionen zur Zukunft verzichten mochte. Wir haben einige Studien und Prototypen ausgewählt und dürfen schon jetzt zusammenfassen: das Auto aus dem Morgenland mit Verbrennungsmotor und Null-Schadstoff-Emissionen ist nicht dabei.

          Auch auf die massenhafte Anwesenheit von Kleinwagen zur Reduzierung von Verbrauch und Schadstoffen wird man vergeblich hoffen. Niedrige Hubräume, wenig Leistung, mickrige Ausstattungen und superkompakte Abmessungen sind dem durchschnittlichen Autokäufer in den Vereinigten Staaten noch ziemlich fremd. Allerdings gibt es von General Motors (Technik und Motor vom 9. Januar) einige Ansätze für Elektroautos und für Hybridfahrzeuge, da wollen auch Ford und Chrysler mitmischen, auch deutsche Marken gewähren Ausblicke auf die Zwei-Herzen-Autos, und die japanischen Hersteller, allen voran Toyota und deren Tochter Lexus, sind dabei, ihren Hybrid-Vorsprung zu verteidigen. Das wird nicht einfach, und nach wie vor sind große Teile der Fachwelt nicht vom Nutzen der Hybriden wirklich überzeugt.

          Mit dem Volvo X60 und seiner bulligen Kühlerpartie...

          „Anmutiger Fluss“

          Die japanische Ford-Tochter Mazda zeigt mit dem flügeltürigen Ryuga (japanisch etwa für „anmutiger Fluss“) den geschmeidigen Weg ihres Zukunftsdesigns auf. Die Konzeptstudie demonstriert auf breiten Schlappen eine gewisse Üppigkeit in der Ausstattung und wendet sich mit etlichen Details an jene Autofahrer, die sich auch morgen noch umsorgt fühlen wollen. Näher an der Serie ist der Mazda Tribute HEV, ein kompaktes SUV mit Hybridtechnik, das noch in diesem Jahr auf den amerikanischen Markt kommen soll.

          Ebenfalls aus dem weltumspannenden Reich von Ford kommt die Studie für einen kleineren, komfortabel-sicheren Geländewagen von Volvo. Die schwedische Marke fährt mit dem größeren XC 90 in Amerika gute Erfolge ein und möchte mit einem Serien-XC-60 diese im weniger teuren Marktsegment fortsetzen. Typisch für Volvo sind an dem Prototypen die breiten Schultern unterhalb der Fensterpartie, die noch bulliger gereckte Kühlerpartie und das Heck mit dem großen Fenster in der Klappe.

          Auch für den Blick auf eine besonders spektakuläre Studie kann man unter den Fittichen von Ford bleiben: Bei Jaguar haben Chefdesigner Ian Callum und Julian Thompson (Leiter von Advanced Design) den C-XF auf die Räder gestellt. Er gibt mit muskulösem Purismus die Richtung für künftige Jaguar-Modelle vor. Damit wird sich die Marke im Aussehen stärker an ihren Grundwerten orientieren, gleichzeitig aber die Fixierung auf angeblich historische Inhalte aufgeben.

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