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Audi A8 MMI-System : Google hat es schnell gefunden

Wie auf dem iPod: „Coverflow”-Ansicht mit Albumgrafiken in der Musikabteilung Bild: Hersteller

Zuletzt hatte BMW sein iDrive-System erweitert, nun zeigte uns Audi seine Innovation im Cockpit. Audi bringt das Internet und ein Touchpad in den neuen A8. Das bewährte MMI-System wird damit noch leistungsfähiger - und ein wenig komplizierter.

          5 Min.

          Wie immer steckt auch ein bisschen sportlicher Wettbewerb dahinter, wenn die deutschen Hersteller ihre Oberklasse-Limousinen neu auflegen. Wer fährt an die Spitze: Audi mit dem A8, Mercedes-Benz mit der S-Klasse oder der 7er von BMW? Und dieses Kräftemessen betrifft maßgeblich die Kommunikationstechnik, also das feine Drumherum, das man zum Fahren nicht unbedingt benötigt, sondern das vor allem ein Ausweis von Fortschritt und Freude an der Technik sein soll. Zuletzt hatte BMW sein iDrive-System erweitert, und nun zeigte uns Audi den neuen A8. Das MMI-System der Ingolstädter stand im Vordergrund unseres Interesses, denn hier hat sich unglaublich viel getan.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Erste Eindrücke beim Einsteigen ins Fahrzeug: Die gesamte Bedienlandschaft rund um den Wählhebel des Automatikgetriebes wurde neu gestaltet, die MMI-Tasten befinden sich nun oben in der Nähe des Bedienfelds für die Klimaanlage. Aus dem großen Wählhebel wird ein breiter Yachthebel, der zugleich als Handauflage dient. Die Tasten werden etwas kleiner, rücken enger zusammen und teilen sich den Platz mit einem Touchpad, das auf sanfte Fingerbewegungen reagiert und eine Handschrifterkennung bietet. Liegt die Hand auf dem Yachthebel, landen die Finger geradezu automatisch auf der berührungsempfindlichen Fläche. Dieses Touchpad ist neu, kein anderer Hersteller hat Ähnliches im Angebot, Audi nennt es MMI Touch.

          Der zweite Blick: Bei der Cockpit-Anzeige treten Drehzahlmesser und Tachometer nach außen und zurück: zugunsten eines in Fläche und Bedeutung vergrößerten Fahrerinformationssystems, das als Zweitmonitor neben dem (elektrisch ausfahrbaren) Hauptdisplay fungiert, die Inhalte werden unabhängig voneinander angezeigt. Neu und nicht unbedingt ein Fortschritt ist das Karussellmenü im MMI-Display. Beim älteren MMI gibt es drei Bedienebenen: Beschriftete Tasten führen in die Hauptmenüs von Telefonie, Navigation und Unterhaltung. Der Controller übernimmt die Ansteuerung der einzelnen Menüschaltflächen. Softkeys, deren Bedeutung in den vier Ecken des Displays wiedergegeben ist, sind für kontextabhängige Funktionen zuständig. Nun kommt noch das Karussell dazu, und damit ertappt man sich dann immer wieder bei der Frage, welcher Weg in welches Menü führt. Die strenge Bedienlogik wird durchbrochen, man kann sich aber daran gewöhnen.

          Der schnelle Luxus: Der neue Audi A8

          Wozu braucht man im Auto eine Handschrifterkennung?

          Skeptisch waren wir anfangs auch beim Touchpad. Wozu braucht man im Auto eine Handschrifterkennung, zumal doch Audi die nahezu durchgängig in allen Menüs funktionierende Spracherkennung noch einmal verbessert hat? Letztere erlaubt es nun, dass man Ort, Straße und Hausnummer eines Navigationsziels in einem Rutsch diktiert, lästige Wartezeiten der Art „den Ort bitte“, „die Straße bitte“ entfallen. Auch die Telefonabteilung profitiert von der Nuance-Software, und in Sachen Musik lassen sich sogar Interpreten oder Alben mit Sprachkommandos auswählen.

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