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Audi A8 brennt im Autohaus : Kurzschluss unter der Haube

Dieser Audi A8 brannte am 4. Juni in einem Autohaus in Mülheim an der Ruhr. Bild: Privat

In einem Autohaus brennt ein elektrifizierter Audi A8 ab. Der Verdacht fällt auf den Riemenstarter. Aber vermutlich war es das Ladeequipment.

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          Die Sorgen der Menschen vor brennenden Autos sind groß. Das gilt für Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieseltank, aber auch für die vielleicht auch deswegen seltene Spezies mit Gasantrieb. Und nach erschreckenden Bildern von in Flammen aufgehenden Teslas fährt die Sorge auch und erst recht im Elektroauto mit, zumal selbiges von der Feuerwehr besonders schwer zu löschen ist und im Verdacht steht, sich bisweilen ohne externen Schock selbst zu entzünden. Die Hersteller ergreifen konstruktive Schutzmaßnahmen, doch eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht.

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Uns schickt nun ein Leser ein Foto eines Audi A8, der am 4. Juni in einem Autohaus in Mülheim an der Ruhr abgebrannt sei. Ohne äußere Einwirkung, einfach so, während er in der Ausstellungshalle unbewegt stand. Der Verdacht liegt nahe, dass sich ein Teil des Hybridsystems entzündet hat, denn Audi gibt seit einigen Wochen den Kunden seiner Mildhybridfahrzeuge die Anweisung mit auf den Weg, nur im Freien zu parken und Garagen oder Tiefgaragen zu meiden. Dazu gibt es einen Rückruf durch das Kraftfahrtbundesamt (KBA), der allerdings bislang nur die Modelle A4, A5, A6, A7 und Q5 der Baujahre 2017 bis 2020 betrifft. Erfasst sind weltweit 610.000 Fahrzeuge, davon in Deutschland 83.250. Laut KBA können „durch Feuchtigkeitseintritt in den Riemenstartergenerator in der Folge Kurzschlussbrücken entstehen, die zu einer lokalen Überhitzung im Bauteil führen können. Ein nachfolgender Fahrzeugbrand kann nicht ausgeschlossen werden“. Betroffen seien ausschließlich Fahrzeuge mit 2.0 TFSI und TDI-Motor und Mild-Hybrid-System.

          Den Riemenstartergenerator (RSG) mit integrierter Leistungselektronik liefert dem Vernehmen nach Valeo. Der Startergenerator kommt anstelle eines konventionellen Ritzel-Starters zum Einsatz und ist über einen Riemen mit der Kurbelwelle des Verbrennungsmotors verbunden. Er sorgt für bessere Leistungsausnutzung, eine sanfte Start-Stopp-Automatik an der roten Ampel und senkt den Verbrauch um bis zu 0,7 Liter je 100 Kilometer. Elektrisch fahren kann man indes kaum oder nur wenige Kilometer. Die Technik greift wegen ihrer relativ großen Vorteile zu relativ geringem Preis über alle Hersteller und Baureihen um sich, oftmals verbunden mit dem Hinweis „48-Volt-Bordnetz“ oder „48-Volt-Elektrifizierung“. Die zugehörige Leistungselektronik wird durch eine Wasserkühlung vor Überhitzung geschützt.

          Audi ist dabei, die Generatoren auszutauschen. Bis dahin fährt die Nervosität mit, und die Aufmerksamkeit bleibt hoch. Unser Leser vermutet, dass der abgebrannte A8 ein solcher mit Mildhybridantrieb ist. Ein Sprecher von Audi teilte auf Anfrage der F.A.Z. indes mit, nach ersten Erkenntnissen sei das betroffene Fahrzeug eines mit Plug-In-Hybrid, also eines, dessen Fahrbatterie an der Steckdose, einer Wallbox oder einer Schnellladesäule aufgeladen werden kann. Die Brandursache werde außerhalb des Fahrzeugs an eben jenem Ladeequipment vermutet.

          Das macht die Sorge vor elektrischen Kurzschlüssen nicht kleiner, ändert aber den Sachverhalt ein wenig. Seit Ende vergangenen Jahres liefert Audi seine Luxuslimousine auch als L 60 TFSI E Quattro, sie kann nach Norm bis zu 46 Kilometer weit elektrisch fahren. Als Hauptantrieb wirkt der Dreiliter-V6 aus dem A8 55 TFSI. So ergibt sich eine Systemleistung von 449 PS und 700 Nm. Der Akku des Fahrzeugs besteht aus 104 Pouch-Zellen, verteilt auf acht Module. Die Hochvoltbatterie speichert 14,1 kWh Energie und nutzt 385 Volt Betriebsspannung.

          Das passt nicht zu dem im Rückruf aufgezeigten Risiko. „Das abgebrannte Auto ist von keinem Rückruf betroffen“, bekräftigt der Audi-Sprecher. Der Rückruf beziehe sich allein auf Autos mit 12-Volt-Riemen-Starter-Generator und 2,0-Liter-Motor, also Mild-Hybridfahrzeuge, die nicht extern aufgeladen werden könnten. Für Modelle mit Plug-in-Hybrid (PHEV) gelte mithin der Hinweis, im Freien zu parken, bis der Startergenerator überprüft und getauscht sei, nicht. „Die Untersuchungen zu dem Brand am A8 laufen“.

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