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Audi A7 Sportback : Günstiger Verbrauch dank Gewicht und Spritspartechnik

  • -Aktualisiert am

Luxus mit schrägem Heck: Früher verpönt, jetzt offenbar im Trend Bild: Kirchberger

Der Audi A7 Sportback ist eine viertürige Limousine mit Heckklappe, rahmenlosen Seitenscheiben und eher coupéartiger Form. Er hat ein beeindruckende Design und viele exklusive Extras. Ein erste Probefahrt mit dem A7 Sportback.

          Da ist man schon stolz in Ingolstadt, ein neues Auto nach so kurzer Entwicklungszeit auf die Straßen rollen zu lassen: Der Audi A7 Sportback, eine viertürige Limousine mit Heckklappe, rahmenlosen Seitenscheiben und eher coupéartiger Form, wurde in kaum drei Jahren zur Serienreife entwickelt, jetzt rollt sie vom Werk Neckarsulm zu den Händlern.

          Als Basis dienen dem A7 Sportback die Plattform-Module des A6, beim Interieur orientierten sich die Designer eher an Audis Spitzenmodell A8. Zwei Diesel- und zwei Ottomotoren werden zum Start in den nächsten Wochen angeboten, das Einstiegsmodell, der 2,8 FSI quattro DSG mit 150 kW (204 PS) kostet 51.650 Euro. Alle Triebwerke sind Direkteinspritzer.

          Auffällig beim neuen Audi sind der runde Bug und das angeschnittene Heck, das an Formen aus dem Yachtbau erinnert. Diese Assoziationen soll bald eine neue Einrichtungsvariante stärken. Die erst 2011 lieferbaren Schichtholzapplikationen an Seitenverkleidungen, Mittelkonsole und Armaturentafel sehen aus wie Schiffsbeplankungen. Dazu gibt es neue Technik für mehr Sicherheit. Neben dem Komplettprogramm aus dem üblichen Assistenten-Ensemble mit Spur- und Abstandhalter sowie Toter-Winkel-Wächter (2760 Euro) gibt es zum ersten Mal bei Audi die Option auf ein Nachtsichtgerät (2000 Euro), das mit einer Wärmekamera Fußgänger bei Dunkelheit erkennen soll. Die Warnung hierbei wird wie Angaben zum Tempolimit und andere Fahrerinformationen (ebenfalls eine Audi-Premiere) über ein Head-up-Display (1380 Euro) in die Windschutzscheibe vor dem Fahrer eingespiegelt.

          Der A7 soll gegen Mercedes-Benz CLS und 5er GT von BMW antreten

          Das rechte Maß für segelnde oder golfende Sportler

          Mit 4,97 Meter Länge fährt der viersitzige A7 klar in der Oberklasse, er ist nur 17 Zentimeter kürzer als der A8 und bietet mit 535 bis 1390 Liter Kofferraumvolumen das rechte Maß für segelnde oder golfende Sportler. 2100 Kilogramm Anhängelast dürften Reiter interessieren. Serienmäßig gibt es eine elektrisch öffnende Heckklappe und einen Heckspoiler, der bei mehr als 130 km/h automatisch ausfährt, um den Anpressdruck an der Hinterachse zu erhöhen.

          Innen stehen Komfortsitze (2500 Euro) Lederausstattung (2250 Euro) oder das High-End Audio-System von Bang und Olufsen mit bis zu 1300 Watt Musikleistung für 6000 Euro als hochgradige Individualisierung zur Wahl. Als Option ist außerdem das LED-Fahrlicht (1800 Euro) erhältlich, diese Technik wird ebenso wie die Xenon-Scheinwerfer serienmäßig für das Tagfahrlicht und die Rückleuchten eingesetzt.

          Die Möglichkeiten der sehr persönlichen Konfiguration eines A7 sind äußerst vielfältig - aber teuer. Das Studium der umfangreichen Preisliste offenbart allerdings auch gute Nachrichten: Selbst wer sich sehr viel Mühe gibt, schafft es nur knapp, den Preis des Basis-A7 zu verdoppeln. Die frontgetriebene Version mit dem Basis-Diesel für 51.900 Euro ist mit einem stufenlosen Multitronic-Getriebe kombiniert, leistet 150 kW (204 PS) und soll nach Norm nur 5,3 Liter auf 100 km/h verbrauchen. Das entspricht 139 g/km an CO2-Emissionen. Alle anderen Ausführungen haben ein Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen und permanenten Allradantrieb.

          Acht Liter Sprit für die normierte Strecke

          Der stärkere, 180 kW (250 PS) leistende Selbstzünder im 3,0 TDI kostet 58.100 Euro, er bringt es auf 500 Newtonmeter Drehmoment bei 1400 Umdrehungen in der Minute und verbraucht sechs Liter Diesel für 100 Kilometer. In der 58 600 Euro teuren Spitzenversion 3,0 TFSI leistet der V6 220 kW (300 PS) und 440 Nm bei 2900/min, als Verbrauch werden 8,2 Liter Benzin genannt. Der V6-Benziner im Einstiegsmodell verlangt nach acht Liter Sprit für die normierte Strecke.

          Die vergleichsweise günstigen Verbräuche sind auf das relativ geringe Gewicht und den Einsatz aktueller Spritspartechnik zurückzuführen. Dank der Verbundbauweise aus Aluminium und Stahl wiegt die Basisversion nur wenig mehr als 1600 Kilogramm, alle A7 sind mit Bremsenergie-Rückgewinnung, einem Thermosystem für geringeren Krafteinsatz zum Antreiben von Öl- und Wasserpumpe sowie einem Start-Stopp-System ausgestattet.

          Einen Achtzylindermotor wird es im A7 Sportback vorerst nicht geben, heißt es. Wohl darf man in absehbarer Zeit mit einer sportlichen S7-Variante rechnen.

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