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Audi A6 : Feiner Auftritt mit solider Sinnlichkeit

Die Front wirkt weniger aggressiv und mächtig Bild: Hersteller

Im März kommt der neue Audi A6 in den Handel. Während außen fast alles beim Alten bleibt, sind die Motoren stärker und trotzdem sparsamer geworden. Besonders stolz ist Audi darauf, dass die Karosserie um 15 Prozent leichter wurde.

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          Bestellen kann man den neuen Audi A6 jetzt schon, der Basispreis beläuft sich auf 38 500 Euro (für den 2.0 TDI), das Spitzenmodell kostet 51 600 Euro (3.0 TFSI). Aber zu sehen bekommt die Öffentlichkeit den Neuling zum ersten Mal im Januar auf der Automobilmesse in Detroit. Zählt man den Vorläufer Audi 100 mit, ist es schon die siebte Generation (interne Bezeichnung C7) des Audi A6. Wann der Kombi (Avant genannt) von der Leine gelassen wird, lässt Audi noch offen. Es dürfte aber noch im nächsten Jahr sein.

          Boris Schmidt
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Bis dahin gilt die volle Aufmerksamkeit der neuen Limousine. Sie ist auf den ersten Blick unverkennbar ein Audi, und obwohl die Abmessungen nahezu unverändert blieben (Länge 4,92 Meter), wirkt der große Wagen fast zierlich. Da haben die Designer gute Arbeit geleistet. Die Front wirkt weniger aggressiv und mächtig, auch das ist zu begrüßen. Gewachsen ist der A6 nur in der Breite, und zwar um zwei auf 187 Zentimeter, an der Höhe des neuen von 1,46 Meter fehlen einige Millimeter.

          Um deutliche 8,2 Zentimeter kürzer ist jetzt der hintere Überhang (der Abstand vom Hinterrad zum Fahrzeugende). Unangetastet ließen die Designer den großen Kofferraum mit seinem Volumen von 530 Liter, gegen Aufpreis lassen sich die Rückbanklehnen umklappen und der Deckel elektrisch öffnen und schließen.

          Die Abmessungen bleiben nahezu unverändert: Länge 4,92 Meter
          Die Abmessungen bleiben nahezu unverändert: Länge 4,92 Meter : Bild: Hersteller

          Alles ist aufs Feinste eingerichtet

          Im Innenraum rückt Audi den A6 noch näher an den A8 heran. Alles ist aufs Feinste eingerichtet, das ist mindestens „mittlere Oberklasse“ und nicht nur obere Mittelklasse. Dieser Versprecher von Audi-Designer Norbert Weber zeigt deutlich, wo die Reise hingeht: Immer weiter nach oben, der Luxus im A6 kennt kaum noch Grenzen, erst recht, wenn man sich aus der Zubehörliste bedient. Vieles ist serienmäßig: Leichtmetallräder, Klimaautomatik, das Multi-Media-Interface (MMI) mit Radio, Reifendruckkontrolle, Startknopf, elektrische Fensterheber und etliches mehr. Aber wie in dieser Fahrzeug-Kategorie üblich, ist die Liste der Versuchungen lang. Es gibt Gängiges wie eine Standheizung, aber auch technisch anspruchsvolle Extras wie „Lane Assist“, „Side Assist“, ACC mit Stoppfunktion, MMI mit Navi und Touchpad, „Night Vision“, Head-up-Display oder automatisches Parken.

          Wer mit diesen Fachbegriffen nicht viel anfangen kann: Der neue A6 passt auf, ob der Wagen in der Spur bleibt, warnt vor Autos im toten Winkel, hält das Tempo konstant und passt es dem Vordermann an, der „intelligente“ Tempomat bremst bis zum Stillstand und fährt im Stau dann wieder an. Ferner: Das Touchpad ist eine berührungsempfindliche Fläche, auf der man Buchstaben mit dem Finger schreiben kann, im Dunkeln sorgt der A6 dank Night Vision für besseren Durchblick; er kann zudem die Befehle des Navi oder andere Hinweise in die Frontscheibe spiegeln, und schließlich kann der Audi auch selbst einparken – und zwar längs und quer. Die Lücke am Fahrbahnrand muss dafür nur 80 Zentimeter länger sein als das Auto.

          Bei aller Technik besticht der neue Audi A6 vor allem durch sein nahezu perfektes Ambiente im Innenraum, er ist ganz nah dran am A8 oder am A7. Lediglich eine schöne Analog-Uhr fehlt ihm.

          Alle Motoren haben eine Start-Stopp-Automatik

          Wer mehr als sechs Zylinder will, muss auf jeden Fall zum A8 greifen. Mehr als die sechs Töpfe sind für den A6 nicht vorgesehen, allerdings wird es 2012 ein Hybrid-Modell geben. Zum Verkaufsstart muss sich ein künftiger Herr der Ringe für einen von fünf Motoren entscheiden (zwei Benziner, drei Diesel). Alle haben eine Start-Stopp-Automatik. Audi wird nicht müde zu betonen, dass die Kraftstoffeffizienz eines der ganz großen Ziele bei der Neuentwicklung gewesen sei, auch die Motoren seien überarbeitet worden, sie seien um bis zu 19 Prozent sparsamer.

          Basismotor ist ein Vierzylinder-Turbodiesel mit zwei Liter Hubraum und 130 kW (177 PS). Hier darf man sich über einen Normverbrauch von 4,9 Liter Diesel freuen (mit manuellem Sechsganggetriebe). Das Basismodell hat ausschließlich Frontantrieb, alle übrigen A6 können auch mit Allradantrieb bestellt werden. Für Dieselfreunde gibt es außerdem zwei Varianten eines Dreiliter-V6 mit 150 kW (204 PS) oder 180 kW (245 PS). Die Normverbräuche belaufen sich hier auf 5,2 und 6,0 Liter.

          Da können die beiden Benziner naturgemäß nicht mithalten, obwohl auch sie genügsam sind. Der 2,8-Liter-V6 mit direkter Einspritzung (FSI) kommt auf 150 kW (204 PS) und einen Kraftstoff-Bedarf von 7,4 Liter auf 100 Kilometer, der Dreiliter-V6 mit Kompressor leistet 220 kW (300 PS). Dennoch hören sich seine 8,2 Liter Normverbrauch sehr gut an. Wenn es auch im Alltag rund zwei Liter mehr sein werden: Zehn Liter bei einer solchen Motorleistung waren noch vor wenigen Jahren undenkbar.

          Beide Audi werden Voll-Hybride

          Das Hybrid-Modell wird sich der gleichen Elektrotechnik wie der Audi Q5 bedienen, der gegen Ende 2011 marktreif sein soll. Beide Audi werden Voll-Hybride, die Systemleistung beträgt 180 kW (245 PS). Ein 39-kW-Elektromotor wird hier mit einem Zweiliter-Vierzylinder-Benziner kombiniert. Beim A6 erwartet man einen Normverbrauch von 6,2 Liter. Der größere Q5 ist mit 7,0 Liter angegeben. Drei Kilometer und maximal 100 km/h können elektrisch gefahren werden. Im Hybrid gibt es einen geringfügigen Platzverlust im Kofferraum wegen der Lithium-Ionen-Batterie (1,3 kWh), der Avant soll nicht als Hybrid kommen.

          Besonders stolz ist Audi darauf, dass die Karosserie um 15 Prozent leichter wurde. Zusammen mit dem niedrigen Luftwiderstandsbeiwert von 0,26 trage das deutlich zur Sparsamkeit bei. Türen, Motorhaube, Kofferraumdeckel und Teile der Karosseriestruktur bestehen aus dem leichten Aluminium. Dennoch ist die Steifigkeit der Karosse abermals erhöht worden. Der Fortschritt im deutschen Automobilbau ist also nicht aufzuhalten. Nur wer auf einen rein elektrischen A6 wartet, wird sich noch ein, zwei Generationen gedulden müssen. Manche sagen, eher drei oder vier.

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