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Audi A4 : Der Controller geht von Bord

Audi A4 mit modernisiertem Infotainment. Bild: Hersteller

Audi modernisiert sein Infotainment im A4, und der bewährte Dreh-Drücksteller verliert dabei seinen Job. Das neue MMI-System orientiert sich am Audi A6 und A8, bleibt aber eigenständig.

          2 Min.

          Diese Zukunft ist schon bald in jedem Neuwagen Gegenwart: Man kauft ein Auto, das alle denkbaren Funktionen eingebaut hat, muss sie aber mit einem Abonnement oder einer Einmalzahlung erst freischalten. BMW hat dergleichen bereits angekündigt, und im Audi A4 funktioniert das schon jetzt: Infotainment-Funktionen lassen sich auch nach dem Kauf über die Audi-App dazubuchen.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Wer die im vergangenen Jahr überarbeitete Limousine betritt, stutzt jedoch über ein fehlendes und altbekanntes Detail: Der Controller auf der Mittelkonsole ist verschwunden. Das neue MMI-System orientiert sich vielmehr in der Bedienung und Menüführung an den Oberklasse-Anlagen im Audi A6 und A8 und fährt hier in einer leicht reduzierten Version vor.

          Die statische MMI-Anzeige mit 10,1-Zoll-Farbdisplay und einer Auflösung von 1540 × 720 Pixel ist berührungsempfindlich und Teil der Serienausstattung. Bluetooth, W-Lan, Radio und Musiksteuerung gehören dazu. Das Navigationsmodul mit dem sperrigen Namen „MMI Navigation Plus mit MMI Touch“ bietet Echtzeit-Verkehrsdaten, Internetanbindung und zahlreiche Online-Dienste, es kostet 2200 Euro.

          Aufgeräumte Mittelkonsole. Bilderstrecke
          Audi A4 : Der Controller geht von Bord

          Die Bedienung erfolgt mit dem Finger auf der Anzeige. Für Navigation, Medienwiedergabe, Telefonie und Einstellungen gibt es fünf virtuelle Tasten auf der linken Seite. Sie führen stets in die wichtigsten Menüs, große Kacheln rechts davon sind mit dem Finger schnell erreichbar. Mehrfinger- und Wischgesten aus der Smartphone-Welt werden ebenfalls unterstützt. Beim Tippen auf die virtuellen Tasten muss man etwas Druck ausüben. Wir hatten den Eindruck, dass die Anlage etwas träger arbeitet als im A6 oder im A8, und direkt nach dem Start muss man einige Sekunden auf Navigation und Spracherkennung warten. Das schnörkellose Design der Menüs gefällt jedoch. Das eigene Smartphone ist flink angebunden, ferner können im Audi A4 mehrere Bluetooth-Geräte gleichzeitig andocken.

          Wie in den Oberklasse-Limousinen ist eine intelligente Suche eingebaut, die meist schon nach der Eingabe weniger Buchstaben die ersten Treffer anzeigt. Auch die Handschrifterkennung mit dem auf dem Display malenden Finger fehlt nicht. Die Anlage lässt sich für bis zu 14 Nutzer personalisieren. Für jeden Fahrer werden bis zu 400 Parameter gespeichert, von der Klimatisierung über häufig gewählte Navigationsziele bis zu favorisierten Medien. Neu im A4 sind Ampelinformationen, die allerdings nur in ausgewählten Städten bereitstehen: Das Auto empfängt über einen Server Informationen vom Ampel-Zentralrechner, so dass der Fahrer sein Tempo passend zur nächsten Grünphase wählen kann.

          Wer sich für das aufpreispflichtige MMI Plus entscheidet, bekommt also die Infotainment-Ausstattung der Oberklasse in seinem A4. Man kann sich auch später für die Plus-Version entscheiden, denn sie gehört zu jenen Funktionen, die per App nachkaufbar sind.

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