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Suite im A380 : Zwei Zimmer, Bad und Butler

Vorbei sind die Zeiten des ausklappbaren Tischchens, denn die Suite hat einen kleinen Essensbereich. Bild: Hersteller

Die arabische Fluggesellschaft Etihad baut eine Suite in die erste Klasse ein. Sie misst 11,5 Quadratmeter, ein Butler ist inklusive. Der Flug von Abu Dhabi nach London kostet 20.000 Dollar.

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          Wie viele Klassen müssen Fluggesellschaften anbieten? Was ist der Gast bereit zu bezahlen? Nicht nur die Lufthansa steht vor der Frage, ob eine hauptsächlich mit Marketingmitteln zur Economy Plus aufgewertete Holzklasse die Rettung ist, ob die Business-Klasse überzeugt und wie viele First-Class-Sitze sinnvoll sind. Im Luxussegment müssen sich alle an den Verwöhnspezialisten von Singapore Airlines messen lassen, und auch der Aufstieg von Turkish Airlines wird in der Branche mit höchster Aufmerksamkeit verfolgt. Die mit der Rückendeckung staatlich sprudelnder Ölquellen versorgten Gesellschaften aus Arabien scheint all das wenig zu kümmern, sie machen gleich ganz andere Fässer auf. Man hat den Eindruck, Emirates aus Dubai kaufe die gesamte A380-Fertigung auf.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Den Coup in der Superluxusklasse landet nun aber die Konkurrenz aus Abu Dhabi. Etihad baut in den großen Airbus eine Zwei-Zimmer-Suite mit Bad ein. 11,5 Quadratmeter misst das den Namen „The Residence“ tragende Ensemble. Jeder A380 wird eine solche Suite an Bord haben, im ersten Stock ganz vorn. Die Belegung darf als Einzel- oder als Doppelzimmer gebucht werden. Und damit sich der Gast zumindest in der Luft um nichts mehr Sorgen machen muss, steht ihm ein in Großbritannien vom SavoyHotel ausgebildeter Butler zur Seite.

          Im Wohnzimmer steht ein 1,50 Meter breites, zweisitziges Ledersofa des italienischen Designers Poltrona – inklusive Massagefunktion bei einem Sitz. Bilderstrecke

          Eine Residenz mit niedriger Raumhöhe

          Das Wohnzimmer ist mit einem 1,50 Meter breiten, zweisitzigen Ledersofa mit Bezügen des italienischen Meisters Poltrona Frau ausgestattet. Falls den Passagier schon dort die Müdigkeit übermannt, legt sich das Sofa flach. Selbstredend hat der Sitz (sehr bequem, aber nur einer) Massagefunktion. Das Handgepäck findet Platz in ausklappbaren Ottomanen. Die Minibar hält gekühlte Getränke bereit. 58 mal 48 Zentimeter misst der Intarsien-Esstisch, und falls mal gerade kulinarisch Pause herrscht, steht ein 32-Zoll-Flachbildschirm zum Zeitvertreib bereit. Die fliegenden Teppiche sind speziell für den A380 hergestellt. Aber vollends zaubern können auch die Märchenmacher aus tausendundeiner Nacht nicht. Die Raumhöhe folgt den konstruktiven Vorgaben eines Jets.

          Im Schlafgemach wartet ein 2,05 Meter langes und 1,20 Meter breites Doppelbett, mit Polsterung, man ahnt es, von Poltronas Frau. Hinterleuchtete, holzgeschnitzte Wände mit Projektions- und Stimmungslicht sind für erhellende Momente zuständig. Natürlich kommt auch im Bett niemand mehr ohne Fernseher aus, 27 Zoll misst das an geräuschhemmende Kopfhörer gekoppelte Gerät. Ein recht üppig dimensionierter Kleiderschrank darf nicht fehlen.

          20.000 Dollar für die einfache Strecke

          Im privaten Bad en suite finden sich eine raumhohe Dusche, eigene Toilette sowie Waschtisch mit Kosmetikspiegel und Föhn.

          Fünf Jahre hat Etihad an dem Angebot gefeilt, das in der allgemeinen Luftfahrt einmalig ist und selbst in der wenig preissensiblen First Class Grenzen sprengt. 20.000 Dollar werden für den Flug von AbuDhabi nach London aufgerufen. Einfache Strecke. Später soll die Suite auch auf dem Weg nach Sydney und New York angeboten werden. Wer noch kein Weihnachtsgeschenk hat und leider nicht auf den Privatjet zurückgreifen kann, sollte also zuschlagen: Der Erstflug von The Residence ist für den 27. Dezember geplant.

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