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Aprilia RS4 125 : Neuer Vierventil-Viertakter

Lässt junge Herzen höher schlagen: Aprilia RS4 125 Bild: Hersteller

Trotz „ausgesprochen aggressivem Aussehen“, wirklich aggressiv können 15 PS nicht sein: Die RS4 soll an die Erfolge des Zweitakters anknüpfen, doch Aprilia verabschiedet sich davon noch nicht ganz: in Italien wird es eine 50-Kubik-Variante geben.

          In die Achtelliter-Klasse ist Bewegung gekommen. Beim Neuheiten-Feuerwerk will der italienische Hersteller Aprilia, der seit 2004 zum Piaggio-Konzern (Vespa) gehört, nicht abseits stehen, er schickt in diesen Tagen eine vollkommen erneuerte RS 125 zum Preis von 4195 Euro ins Rennen um die Gunst der jungen Kunden. Die „4“ im Namenskürzel der Aprilia RS4 125 deutet einen Wechsel an. Seit 1993 besetzt Aprilia diese Klasse mit einer 125er RS, mehr als 100.000 Einheiten sind seitdem verkauft worden, wobei der hochdrehende Zweitakt-Motor das Markenzeichen dieses kleinen Sportmotorrads war.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Davon heißt es Abschied nehmen, das neu konstruierte Triebwerk ist ein wassergekühlter Vierventil-Viertakter mit elektronischer Zündung. Die Leistung beträgt - von der Gesetzeslage vorgegeben - 11 kW (15 PS). Die Kraft wird über ein Sechsgang-Getriebe übertragen, das auf Wunsch (90 Euro Aufpreis) mit einer Quick-Shift-Schaltung geliefert werden kann. Dann kann sich der Pilot beim Hochschalten das Kuppeln sparen, was allerdings sehr gewöhnungsbedürftig ist.

          Von ihrer großen Schwester, der Aprilia RSV4, ist die 125er auf den flüchtigen Blick kaum zu unterscheiden. Sie sieht sehr erwachsen aus mit ihrem Aluminium-Rahmen, der mächtigen Schwinge, der Upside-Down-Gabel vorne sowie den großen Scheibenbremsen. Wie heute üblich, versteckt sich der Auspuff „underfloor“. Die Sitzposition ist sehr entspannt, wer möchte, kann sich dennoch hinter der kleinen Scheibe der Verkleidung zusammenfalten. Die Leucht-Einheit ist dreigeteilt, was der kleinen Aprilia ein „ausgesprochen aggressives Aussehen“ verleiht. Im Heckbürzel sitzt ein LED-Rücklicht. Die Blinker wie auch der Kennzeichenhalter und die hinteren Fußrasten können für den Einsatz auf der Rennstrecke schnell abgenommen werden. Gegen Aufpreis gibt es zudem eine Abdeckung für das kleine Sozia-Sitzbrötchen.

          Schwindelerregende Schräglagen

          Apropos Rennstrecke. Bei aller Aggressivität, die Aprilia seiner 125er andichten möchte, wirklich aggressiv können 15 PS nicht sein. Sie klingen auch gar nicht so. Wenn man ein paar Meter weg von der Rennstrecke steht, sieht man die 125er offenbar lautlos ihre Proberunden drehen. Und natürlich gibt sich die Maschine auf ihrem ureigensten Terrain keine Blöße (im Straßenverkehr konnten wir die RS4 125 bei der Vorstellung nicht bewegen). Brav folgt sie den Befehlen des Fahrers, sie lässt sich gut in die Kurve drücken und erlaubt schwindelerregende Schräglagen.

          Das Instrumenten-Board entspricht dem der großen Schwester - analoger Drehzahlmesser, digitaler Tacho nebst Zusatzfunktionen. Eine nette Spielerei ist die Funktion „Vmax“, sie speichert die höchste gefahrene Geschwindigkeit und trennt bei der Präsentation die Spreu vom Weizen: Kundige Lenker, die sich nicht scheuen, wie Max Biaggi auf der leichten Aprilia herumzuturnen, erzielen auf der kleinen Rennstrecke einen Topspeed von 121 km/h, während wir bei unserem ersten Rennstreckenbesuch seit Jahren kaum über die 100 km/h hinauskommen.

          „Renn-Version“

          Was noch auffällt, sind die Außenspiegel, die sich sehr gut einstellen lassen. Der Tank ist riesig (14,5 Liter), was bei einem Verbrauch von vielleicht drei Liter auf 100 Kilometer eine sehr große Reichweite erwarten lässt. Unter dem Fahrersitz ist ein kleines Staufach, von dem Aprilia schwärmt, es sei das größte der Klasse. Neben den kleinen Werkzeugsatz passen dennoch allenfalls ein T-Shirt oder ein paar Handschuhe hinein.

          Zu haben ist die Aprilia entweder in Weiß oder in Rot, außerdem gibt es ohne Aufpreis noch eine „Renn-Version“ mit der üblichen Kriegsbemalung und einigen Werbeaufklebern. So ganz verabschiedet sich Aprilia im Übrigen nicht vom Zweitakter. Für bestimmte Märkte (Deutschland nicht) gibt es noch eine 50-Kubik-Variante, die am herkömmlichen Auspuff zu erkennen ist. Sonst ist sie - vom Motor abgesehen - baugleich, was den hohen Preis von 3750 Euro erklärt. In Italien ist die RS4 125 mit 4300 Euro etwas teurer als in Deutschland, wobei der genannte deutsche Preis sogar inklusive Nebenkosten ist.

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