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Anzug Aerosec : Dieser Motorradanzug passt sich dem Wetter an

Der Wunsch vieler Motorradfahrer: Ein passender Anzug für jedes Wetter Bild: Hersteller

Zuerst gab es diese Innovation bei Handschuhen. Nun hat das Unternehmen Held seine „2 in 1-Technologie“ für einen Motorradanzug angewendet.

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          Das Schöne an der weiten Welt der Waren ist, dass es immer wieder überraschende Neuentwicklungen gibt, auch dort, wo man es nicht vermutet. Der Handschuh-Fortschritt beispielsweise schien ziemlich ausgereizt. Dann aber brachte vor vier Jahren das Unternehmen Held aus Burgberg im Allgäu einen Motorradhandschuh auf den Markt, wie es noch keinen gab.

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          Er besteht im Innern aus zwei Kammern. Wählt man die „Nässeschutzkammer“, umhüllt die wasserdichte Membran die gesamte Hand. Schlüpft man dagegen in die „Griffkammer“, liegt die Membran-Lage komplett oben auf der Hand. In diesem Fall ist die Innenhand ungefüttert, besser belüftet bei einem direkteren Griffgefühl.

          Der Sinn der Sache lässt sich leicht erfassen: Je nach Wetter und Temperatur kann rasch zwischen den Kammern gewechselt werden. Ein zweites Paar Handschuhe muss nicht mitgeführt werden.

          Der Handschuh verdeutlicht das Prinzip der zwei Kammern
          Der Handschuh verdeutlicht das Prinzip der zwei Kammern : Bild: Hersteller

          „2 in 1-Technologie“ nennt Held dieses Prinzip. Nach drei Jahren Entwicklungsarbeit haben es die Allgäuer nun auf einen kompletten Motorrad-Textilanzug aus Cordura-500D-Gewebe übertragen. Das sei nicht ganz einfach gewesen, heben die Verantwortlichen des Familienbetriebs hervor. Membran-Innenjacke, Protektoren sowie Verbindungsreißverschlüsse für Jacke und Hose in doppelter Ausführung zu integrieren und ein angenehmes Tragegefühl zu erzeugen sei eine Herausforderung gewesen.

          Das Ergebnis wurde zum Gebrauchsmuster angemeldet und Aerosec genannt. Jetzt sind die Jacke (500 Euro) und die passende Hose (350 Euro) auf den Markt gekommen.

          Nach drei Jahren Entwicklungsarbeit haben es die Allgäuer nun auf einen kompletten Motorrad-Textilanzug aus Cordura-500D-Gewebe übertragen.
          Nach drei Jahren Entwicklungsarbeit haben es die Allgäuer nun auf einen kompletten Motorrad-Textilanzug aus Cordura-500D-Gewebe übertragen. : Bild: Hersteller

          Wie im Fall des Handschuhs stehen eine luftige sowie eine wärmere, wasserdichte Kammer zur Verfügung. Je nachdem, wie man in die Kleidungsstücke hineinschlüpft, umgibt die Membran-Innenjacke den gesamten Körper oder liegt komplett an der Rückseite des Körpers an. In diesem „Breeze“-Modus für trockenes, warmes Wetter kann der kühlende Fahrtwind durch das zum Teil perforierte Material der Vorderseite des Anzugs einströmen.

          Zwar wird die Entlüftung auf der Rückseite durch die dann doppelt liegenden Membran gehemmt, doch kompensiert Held das recht geschickt durch lange, gut einstellbare Lüftungsreißverschlüsse vorn wie hinten.

          Wir haben das an einem zunächst kühlen, später sommerlich warmen Tag ausprobiert. In der Trockenkammer unterscheidet sich das Tragegefühl in nichts von dem einer hochwertigen konventionellen Textilkombi. In der Kammer „Breezy“ dagegen herrscht spürbarer und auf Wunsch auch kräftiger Durchzug. Bloß bei schwülem Wetter mit Temperaturen oberhalb von 30 Grad wird das System vermutlich an Grenzen stoßen.

          Für einen Großteil der in hiesigen Breiten anzutreffenden Bedingungen indes ist man mit dem schlicht schwarzen Aerosec-Gewand gerüstet, ohne Kleidung zum Wechseln mitzuführen.

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